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Vier für den FCN! Als es Eigler gegen Pauli scheppern ließ

Unterreichenbacher feierte im März 2011 sein persönliches Torfestival - 12.02.2021 12:03 Uhr

Vierfach-Torschütze Christian Eigler läuft vorneweg - und St. Pauli immer nur hinterher.

29.10.2014 © Foto: Weigert


Tipps zu dieser Partie hat Christian Eigler schon mehrfach abgegeben. Ein 2:2 sagte der ehemalige FCN-Angreifer vor dem eigentlich für Anfang März geplanten Club-Gastspiel am Millerntor vorher. Dann brach die Corona-Krise über Deutschland, den Neuen Zabo und auch über das Millerntor herein und legte den Fußball-Betrieb lange Zeit lahm. Bei einem 2:2 blieb der Ex-Profi auch vor Nürnbergs Neustart auf dem Hamburger Kiez, die Rückkehr aus dem davor überstrapaziertem Re-Live. Vor einem Match, das der Club unglücklich mit 0:1 verlor. Das von Eigler prognostizierte 2:2 sollte es erst in der letzten Auseinandersetzung beider Vereine geben. Glücklich war man mit diesem Resultat allerdings auch nur bedingt. Schließlich führte der FCN bei den Braun-Weißen im Oktober zweimal.  

Ausblenden und "eine große Sache"  

Der Club gegen St. Pauli. In Pandemie-Zeiten! Freilich, die Umstände seien andere, das Drumherum angesichts der Geisterkulisse quasi nicht vorhanden. Doch das Spiel an sich, sagte Eigler damals im Mai 2000, sei immer noch das gleiche. "Da muss man als Profi mit umgehen können", erklärte der Mann, der sich mit Extremsituationen wie der Relegation durchaus auskennt. Gleich ob in der Jugend, im Amateur- oder im Profi-Bereich. Mit Zuschauern oder ohne. Mit Hell Bells oder ohne Höllenglocken, am Millerntor oder in Nürnberg. “Klar fehlen die Emotionen von außen, diese paar Extra-Prozente. Man kann sie sich im Spiel aber auch selbst und anders holen“. Mit Eigenmotivation. Mit Selbstverständnis und dem Wissen darum, was man kann oder bereits geleistet hat. 2 plus 2 macht 4! So denkt ein Mann, der weiß, wie man als Club-Angreifer Buden gegen Pauli macht.

"Das war eine große Sache. Schließlich schafft man das nicht alle Tage. Und rechnet auch im Vorfeld nicht damit." Christian Eigler weiß natürlich, was er gegen St. Pauli da geleistet hat. "Das war das perfekte Spiel. Erster Schuss, erstes Tor. Danach war praktisch jeder Versuch ein Treffer." So hat es der der frühere Club-Angreifer nordbayern.de schon einmal in den Notizblock diktiert. Eigler erzählt vom 5. März 2011, vom 5:0-Kantersieg gegen die Kiez-Kicker. Er erzählt von einem Fußball-Fest an einem Faschingssamstag. Von einem Tag, an dem St. Pauli dem Unterreichenbacher nichts entgegenzusetzen hatte, dieser bei herrlichem Sonnenschein alles überstrahlte.

Eigler hoch4: Schüsse auf Nürnbergs Showbühne 

"Erst links dann rechts, wieder links und erneut rechts - beidfüßig schoss sich der Club-Stürmer zum ersten Viererpack seiner Karriere", hielt im Anschluss der kicker fest. Nach einer Demonstration der Stärke, die auf rot-schwarzer Showbühne schon früh ihren Anfang nahm. Als Stellvertreter des verletzten Julian Schieber in die Spitze beordert, bedeutete Eiglers erster Streich das 2:0 - Nürnbergs neuer Frontmann verwertete nach einer knappen Viertelstunde eine Mak-Vorlage konsequent. Keine 180 Sekunden später wies der Unterreichenbacher seine ungeheuerlichen Qualitäten erneut nach. Nachdem Mehmet Ekici das Spielgerät in die Mitte geprügelt hatte, war Eigler wieder zur Stelle, vollstreckte per Direktabnahme zum 3:0.

Vor dem Schützenfest gegen Pauli trug der Angreifer das Etikett "Mann der wichtigen Tore". Verdient hatte es sich der Vollblutfranke, indem er dem 1. FC Nürnberg in den Relegationsduellen mit Cottbus und Augsburg die Erstliga-Zugehörigkeit sicherte. Gegen die Hamburger zeigte Eigler, dass er auch im Liga-Alltag eiskalt einnetzen kann. "Als letztes Glied der Kombinationskette, als derjenige, der in Zahlen umsetzt, was sich die Mannschaft zuvor erspielt, erkämpft, was auch immer hat", wie die Nürnberger Nachrichten treffend formulierten. Zwei Treffer hatte sich Eigler im Frühjahr 2011 gegen St. Pauli für die Schlussphase aufgehoben - analog zur ersten Hälfte in der Doppelschlag-Version. Von Marek Mintal in Position gebracht, ließ er Pauli-Keeper Kessler zwei weitere Male keine Abwehrchance (86., 87.) und schwang sich zum ersten Nürnberger Bundesliga-Vierfachtorschützen nach Franz Brungs auf.

Sitzplatz-Ultras, Folge 35: Früher Club, heute Kreisliga - Christian Eigler zu Gast

Zum Abschluss der Spielzeit - einer Gute-Laune-Saison, die auf einem sorgenfreien sechsten Platz endete - sollte sich Eiglers Präzisionstechnik in acht Treffern ausdrücken. Am Ende der darauffolgenden Saison verabschiedete sich der Stürmer nach Ingolstadt. Er hätte auch nach St. Pauli wechseln können. Die Braun-Weißen waren kurz davor, den Angreifer zu engagieren. "Ich habe mir auch alles dort angesehen. Der Club wollte ja nicht mehr verlängern. Ich wäre auch gerne zu Pauli. Aber mit der Perspektive und auch mit der Family hat es besser in Ingolstadt gepasst, da ich dort auch pendeln konnte", erklärte der inzwischen 37-Jährige einst, was vor Nürnbergs Geister-Gastspiel auf dem Kiez noch heute gültig ist. Warum es die Hanseaten damals nicht schafften, ihren menschgewordenen Albtraum nach Hamburg zu holen.

Ein Cheffe-Kumpel und noch ein Tipp

In Ingolstadt wurde Eigler jedoch von Verletzungen gebeutelt, seine letzte Partie für die Schanzer bestritt er am 11. April 2014 beim 1:2 gegen Paderborn. Wenig später war Schluss, der Franke beendete seine Profi-Karriere. Wie man erfolgreich Fußball spielt, weiß Christian Eigler jedoch auch heute noch. Wie man Tipps abgibt, ebenfalls. Beim erneuten franko-hanseatischen Duell am Sonntag (13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) geht er, obwohl er Manuel Schäffler - seinem Sturmkumpel aus Schanzer-Zeiten - die Daumen drückt, von einem 1:1 aus. 

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Der 1. FC Nürnberg kämpft sich durch die Zweitliga-Saison, immer auf der Jagd nach Toren. Wer hat wie oft getroffen? Und wie viele Vorlagen gegeben? Alle Scorer der Spielzeit 2020/21.


 


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