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Vier für den FCN! Als es Eigler gegen Pauli scheppern ließ

Der Unterreichenbacher feierte im März 2011 sein persönliches Torfestival - 16.05.2020 10:43 Uhr

Vierfach-Torschütze Christian Eigler läuft vorneweg - und St. Pauli immer nur hinterher. © Foto: Weigert


Einen Tipp hat Christian Eigler vor neun Wochen schon abgegeben. Ein 2:2 sagte der ehemalige FCN-Angreifer vor dem eigentlich für Anfang März geplanten Club-Gastspiel am Millerntor vorher. Dann brach die Corona-Krise über Deutschland, den Neuen Zabo und auch über das Millerntor herein. Und legte den Fußball-Betrieb bis zu diesem Wochenende lahm. Bei einem 2:2 bleibt der Ex-Profi auch vor Nürnbergs Neustart auf dem Hamburger Kiez (Sonntag 13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) . Die Rückkehr aus dem zuletzt fast überstrapaziertem Re-Live - vor exakt zehn Jahren nutzten die Rot-Schwarzen übrigens im Relegationsrückspiel in Augsburg die Siegtor-Vorlage von Christian Eigler aus dem Hinspiel zur Wiedererlangung der Erstklassigkeit - stellt sich der 36-Jährige auch nicht komplett anders vor als vor neun Wochen.

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Am Sonntag startet der 1. FC Nürnberg beim FC St. Pauli in die Rest-Saison in der 2. Liga. Auf die Keller-Elf warten anstrengende Tage, neun Spiele in sieben Wochen müssen absolviert werden. Die steigende Belastung wird die Breite des Kaders auf die Probe stellen - und einigen Spielern, die zuletzt außen vor waren, womöglich wieder die Chance auf mehr Einsatzzeiten geben. Ein Überblick!


Ausblenden und "eine große Sache"  

Freilich, die Umstände seien andere, das Drumherum quasi nicht vorhanden. Doch das Spiel an sich, sagt Eigler, sei immer noch das gleiche. “Da muss man als Profi mit umgehen können“, erklärt der Mann, der sich mit Extremsituationen wie der Relegation durchaus auskennt. “Ich gehe in ein Spiel, um zu gewinnen und konzentriere mich voll darauf. Was von außen kommt, blende ich aus“, lautet Eiglers Einblick in das idealerweise vorhandene Bewusstsein, das wesentlich für den Erfolg im Fußball ist. Gleich ob in der Jugend, im Amateur - oder im Profi-Bereich. Mit Zuschauern oder ohne. Mit Hell Bells oder ohne Höllenglocken beim Einlaufen am Millerntor. “Klar fehlen die schönen Emotionen von außen, diese paar Extra-Prozente. Man kann sie sich im Spiel aber auch selbst und anders holen“. Mit Eigenmotivation. Mit dem Fokus, was man will. Mit Selbstverständnis und dem Bewusstsein, was man kann oder bereits geleistet hat. 2 plus 2 macht 4! So denkt ein Mann, der weiß, wie man als Club-Angreifer Buden gegen Pauli macht.

 

"Das war eine große Sache. Schließlich schafft man das nicht alle Tage. Und rechnet auch im Vorfeld nicht damit." Christian Eigler weiß natürlich, was er gegen St. Pauli da geleistet hat. "Das war das perfekte Spiel. Erster Schuss, erstes Tor. Danach war praktisch jeder Versuch ein Treffer." So hat es der der frühere Club-Angreifer nordbayern.de schon einmal in den Notizblock diktiert. Eigler erzählt vom 5. März 2011, vom 5:0-Kantersieg gegen die Kiez-Kicker. Er erzählt von einem Fußball-Fest an einem Faschingssamstag. Von einem Tag, an dem St. Pauli dem Unterreichenbacher nichts entgegenzusetzen hatte, dieser bei herrlichem Sonnenschein alles überstrahlte.

Eigler hoch4: Schüsse auf Nürnbergs Showbühne 

"Erst links dann rechts, wieder links und erneut rechts - beidfüßig schoss sich der Club-Stürmer zum ersten Viererpack seiner Karriere", hielt im Anschluss der kicker fest. Nach einer Demonstration der Stärke, die auf rot-schwarzer Showbühne schon früh ihren Anfang nahm. Als Stellvertreter des verletzten Julian Schieber in die Spitze beordert, bedeutete Eiglers erster Streich das 2:0 - Nürnbergs neuer Frontmann verwertete nach einer knappen Viertelstunde eine Mak-Vorlage konsequent. Keine 180 Sekunden später wies der Unterreichenbacher seine ungeheuerlichen Qualitäten erneut nach. Nachdem Mehmet Ekici das Spielgerät in die Mitte geprügelt hatte, war Eigler wieder zur Stelle, vollstreckte per Direktabnahme zum 3:0.

 

Vor dem Schützenfest gegen Pauli trug der Angreifer das Etikett "Mann der wichtigen Tore". Verdient hatte es sich der Vollblutfranke, indem er dem 1. FC Nürnberg in den Relegationsduellen mit Cottbus und Augsburg die Erstliga-Zugehörigkeit sicherte. Gegen die Hamburger zeigte Eigler, dass er auch im Liga-Alltag eiskalt einnetzen kann. "Als letztes Glied der Kombinationskette, als derjenige, der in Zahlen umsetzt, was sich die Mannschaft zuvor erspielt, erkämpft, was auch immer hat", wie die Nürnberger Nachrichten treffend formulierten. Zwei Treffer hatte sich Eigler im Frühjahr 2011 gegen St. Pauli für die Schlussphase aufgehoben - analog zur ersten Hälfte in der Doppelschlag-Version. Von Marek Mintal in Position gebracht, ließ er Pauli-Keeper Kessler zwei weitere Male keine Abwehrchance (86., 87.) und schwang sich zum ersten Nürnberger Bundesliga-Vierfachtorschützen nach Franz Brungs auf.

Sitzplatz-Ultras, Folge 35: Früher Club, heute Kreisliga - Christian Eigler zu Gast

Zum Abschluss der Spielzeit - einer Gute-Laune-Saison, die auf einem sorgenfreien sechsten Platz endete - sollte sich Eiglers Präzisionstechnik in acht Treffern ausdrücken. Am Ende der darauffolgenden Saison verabschiedete sich der Stürmer nach Ingolstadt. Er hätte auch nach St. Pauli wechseln können. Die Braun-Weißen waren kurz davor, den Angreifer zu engagieren. "Ich habe mir auch alles dort angesehen. Der Club wollte ja nicht mehr verlängern. Ich wäre auch gerne zu Pauli. Aber mit der Perspektive und auch mit der Family hat es besser in Ingolstadt gepasst, da ich dort auch pendeln konnte", erklärte der inzwischen 36-Jährige einst, was vor Nürnbergs Geister-Gastspiel auf dem Kiez noch heute gültig ist. Warum es die Hanseaten damals nicht schafften, ihren menschgewordenen Albtraum nach Hamburg zu holen.

In Ingolstadt wurde Eigler jedoch von Verletzungen gebeutelt, seine letzte Partie für die Schanzer bestritt er am 11. April 2014 beim 1:2 gegen Paderborn. Wenig später war Schluss, der Franke beendete seine Profi-Karriere. Wie man erfolgreich Fußball spielt, weiß Christian Eigler jedoch auch heute noch. 

+++ Am Abend gegen Aue: Weitere Termine für den Geister-Club +++

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