Viktor und Maria Sopp: Viele Jahrzehnte für den Sport in Langwasser

14.1.2021, 14:28 Uhr
„Wir waren immer für den Verein da“: Viktor (links) und Maria Sopp haben sich jahrzehntelang für den Sport in Langwasser eingesetzt.

„Wir waren immer für den Verein da“: Viktor (links) und Maria Sopp haben sich jahrzehntelang für den Sport in Langwasser eingesetzt. © Foto: privat

Als sich ein langes Gespräch allmählich dem Ende nähert, sagt Maria Sopp einen bemerkenswerten Satz. Es sind nur wenige Worte, die aber sehr gut zusammenfassen, was die 86-Jährige zuvor erzählt hat. "Unsere Kinder haben immer gesagt: ,Der Verein steht vor uns‘", erzählt Sopp, ganz ohne Wehmut, man hört sie dabei sogar leise durch den Telefonhörer lachen.


"Richtig krank": Falcons-Spieler spricht über Corona-Infektion


1959 ziehen die Sopps aus dem Spessart nach Nürnberg. Anfangs sind sie beim Post-SV aktiv, das Schwimmen ist schon damals ihre große Leidenschaft. Doch in Langwasser, wo sie seit vielen Jahrzehnten leben, gibt es zu dieser Zeit noch kein Bad, "wir mussten immer bis an den Plärrer fahren", erinnert sich Sopp. Oftmals sind sie nachts noch mit der Straßenbahn quer durch Nürnberg unterwegs, um im Volksbad schwimmen zu können. Es war ein oft beschwerlicher Weg, also hat sich Viktor Sopp eingesetzt, "dass in Langwasser ein Bad entsteht", erinnern sich die Eheleute.

Als in den 1970er Jahren das alte Langwasserbad gebaut wird, können die Sopps dort zwar schwimmen, auch die vier Kinder haben es nicht mehr weit bis ins Wasser. "Es gab ein Bad, aber keine Übungsleiter", sagt Maria Sopp. "Dann wurde gefragt, wer sich das zutraut." Viktor Sopp traut es sich zu, ab 1976 baut er die Schwimmabteilung der DJK Langwasser auf. Anfängerschwimmen, Babyschwimmen, Erwachsenenschwimmen – weil die Sopps sich so stark einbringen, wächst die Abteilung. Sie bilden Übungsleiter aus, die sich um die neuen Mitglieder kümmern.

Wechsel nach Auflösung

Maria Sopp engagiert sich dann auch in der Turnabteilung, sie kann viele schöne Geschichten erzählen von glücklichen Menschen, die der größte Lohn sind für all den Aufwand. Um große sportliche Erfolge geht es ihnen nie, "wir haben aber schon immer mal wieder etwas angeboten, bei dem die Kinder zeigen konnten, was sie gelernt haben", erinnert sie sich, "dann haben sie eine Medaille bekommen oder ein Abzeichen gemacht."

Wenn Maria Sopp davon erzählt, spricht aus ihr die Mutter von vier Kindern, für die das Lächeln der Kleinen der größte Antrieb ist. Bis zur Insolvenz der DJK, die sich 2011 auflöst, sind Viktor und Maria Sopp dort aktiv, danach wechseln sie zum VfL – und engagieren sich nicht nur dort weiter, sondern bringen dem Verein auch viele neue Mitglieder. Fast nebenbei erwähnt Maria Sopp im Gespräch, dass sie auch beim Aufbau der Schwimmabteilung des TSV Altenfurt mithalfen.

"Es ist so schön im Wasser"

"Wir waren immer für den Verein da und haben geschaut, dass nichts fehlt", sagt sie, "wir haben nie eine Gruppe ausfallen lassen." Das führt sogar soweit, dass sie Operationen oder Behandlungen extra in die Ferien legt, um danach wieder mit Halskrause im Langwasserbad stehen zu können. Warum sie all das auf sich nahmen? "Man braucht Menschen, die sich bemühen und einbringen", sagt Maria Sopp, "für uns war das immer eine Herzenssache."


Inzidenz bei 274: 15-Kilometer-Regel gilt nun auch für Nürnberg


Viele Jahrzehnte waren sie "jeden Tag in einem Bad oder in einer Turnhalle gestanden", zum Jahreswechsel haben sie sich 86 (Maria) und 87 Jahren (Viktor) aus gesundheitlichen Gründen als Übungsleiter zurückgezogen. "Wir haben es sehr gerne gemacht", blicken sie zurück, "ich liebe die Menschen, es hat allen immer viel Spaß gemacht", sagt Maria Sopp. In diesem Jahr steht sie vor einer "großen Operation an der Schulter", für die Zukunft hofft sie, "dass wir bald wieder ins Bad können. Es ist so schön im Wasser."

Keine Kommentare