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Volleyball: TSV Zirndorf ist Corona-Meister der Dritten Liga

Die Volleyball-Verbände brechen die Saison bis hoch zur Dritten Liga ab - 24.02.2021 09:17 Uhr

TSV-Trainer Michael Hänsel (hinten) beobachtet Lennart Kroha, seinen Kapitän und Beachvolleyballer im Team, in der Partie gegen Dachau.

11.02.2020 © Foto: Wolfgang Zink


Vor Überraschung vom Stuhl gefallen ist nach dieser Nachricht kein Verantwortlicher der hiesigen Vereine. So rechnete Markus Etzold vom TSV Zirndorf schon seit Weihnachten nicht mehr mit einer Fortsetzung.


Volleyball-Damen des TV Fürth 1860 starteten euphorisch in die Saison


"Das war zu erwarten. Denn die Einfachrunde, die wir im November noch geplant hatten, hätte Mitte Januar losgehen sollen. Das war unrealistisch", erinnert sich Etzold, der mit Michael Hänsel das Trainerduo der ersten Männermannschaft in der Dritten Liga bildet.

Immerhin geht sein Team als Meister aus dieser Saison hervor, da es mit sieben Spielen die meisten Partien gespielt und 14 Punkte geholt hat. "Vor Ende Mai, Anfang Juni wird es wohl nicht wieder in die Halle gehen", ist er sich sicher.

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In der Zwangspause hat leider ein wichtiger Spieler den Verein verlassen: Janis Späth ist zurück zum SV Schwaig, wo er im Zweitligakader trainieren und spielen darf. "Darum beneiden ihn derzeit einige von uns", berichtet Etzold, der das Dilemma anspricht. "Uns geht es wie allen Sportlern. Man muss sich fit halten, weiß aber nicht, wofür eigentlich." Immerhin glaubt er, dass die Mannschaft auch nach dem Lockdown zusammenbleibt. "Da ist ein guter Teamspirit und sportlich lief es ja eigentlich super."

Beim Trainer riss die Achillessehne

Da sind die Sorgenfalten auf der Stirn von Stefan Fürst schon größer. Auch, weil 2020 nicht nur wegen Corona ein Jahr zum Vergessen war. Genau vor zwölf Monaten riss beim Spieler, Trainer und Funktionär der Volleyballer des TV Fürth 1860 die Achillessehne in einem Spiel der Männermannschaft (Bezirksklasse).

Dann beendete Trainer Matthias Lompa sein Engagement beim Frauen-Team in der Dritten Liga, sodass Fürst einspringen musste. "So kam es zum Trainerteam Heike Hölzlein, Severin Bienek und ich", erzählt Fürst. Das Trio kümmert sich auch um die "Zweite". Die Erste hatte erst ein Heimspiel hinter sich, als der Lockdown kam. "Wir haben uns eigentlich gefreut auf die Saison aus vielerlei Hinsicht, weil einige junge Spielerinnen dabei waren."

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Nach einem Winter voller Online-Trainingseinheiten aber muss er zugeben: "Auf dem Leistungsniveau ist es schwierig. Ich habe das Gefühl, es haben alle die Schnauze voll. Da eine Mannschaft zusammenzuhalten, ist schwer." Vier Spielerinnen haben sich einem Zweitligisten angeschlossen: Steffi Hofmann (Altdorf), Jule Doranth (Hamburg), Anna Rosenow und Lisa Wagner (beide Dingolfing).

Die Befürchtung sei, dass nicht alle zurückkommen, bei Rosenow ist das sicher, sie bleibt beruflich und sportlich im Süden Bayerns. Für das erste Training nach dem Lockdown prophezeit Fürst: "Es ist fast jedes Jahr so: Ein Kern bleibt." Sichere Abgänge sind Juliane Flessa (Altdorf) und Maya Hölzlein (USA).

Veitsbronner profitieren von ihren Beachplätzen

Etwas entspannter sieht Michael Dröcker die Lage. Der Volleyball-Abteilungsleiter des ASV Veitsbronn will nach dem ganzen Frust im November nach vorne blicken: "Lasst uns drauf hoffen, dass es ein schöner Sommer wird, damit wir auf die Beachfelder rausgehen können." Zwei Sandplätze hat der ASV auf seiner Anlage.


Beach-Experte Lennart Kroha ist der Chef in der Halle beim TSV Zirndorf


Trotzdem weiß er, dass seine Trainer Beachvolleyball nicht als Ersatz für Hallenvolleyball sehen, sondern nur als Überbrückung. Als zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins hat er sich einen Überblick über die Stimmung verschafft. Sein Eindruck stimmt ihn nachdenklich.

"Wenn ich die einzelnen Trainer abfrage, gehen die Rückmeldungen immer stärker in die Richtung: Wir verlieren den Kontakt. Vor allem im Jugendbereich." Das treffe auch auf die Rekrutierung des Nachwuchses zu – jahrelang hat der ASV an Grundschulen für Volleyball geworben, das ganze Jahr 2020 aber nicht.

"Das wird uns irgendwann massiv treffen", glaubt Dröcker. Den Neuaufbau der jungen Frauenmannschaft in der Landesliga Nord-West mit Trainer Jürgen Hagenauer sieht er jedoch nicht gefährdet.

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