Vollgas-Franke Wittmann bleibt der DTM treu

11.3.2021, 06:00 Uhr
2018, der erste Heimsieg am Norisring: Da gönnte sich Marco Wittmann eine Champagnerdusche.

2018, der erste Heimsieg am Norisring: Da gönnte sich Marco Wittmann eine Champagnerdusche.

Noch ist es nicht offiziell, doch die Beteiligten warten nur auf den richtigen Moment, um die gute Nachricht zu verkünden. Marco Wittmann, zweifacher Champion im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM), wird der Serie auch nach der vieldiskutierten Neustrukturierung erhalten bleiben.

Der in Fürth geborene und im beschaulichen Markt Erlbach aufgewachsene Rennfahrer wird eines der Aushängeschilder sein, um der DTM auch nach dem Relaunch und dem damit verbundenen Ausstieg der Werksteams ein Gesicht zu geben. Der inzwischen 31-Jährige gewann die Gesamtwertung der schnellsten Tourenserie Europas in den Jahren 2014 und 2016 und gehörte auch in den letzten Jahren zu den Piloten, die in jedem Rennen und auf jedem Kurs um den Sieg fahren können. Im Gegensatz zu dem zuletzt überragenden DTM-Dominator Rene Rast, der in dieser Saison in der Formel-E startet, gleichzeitig aber schon laut über seine Rückkehr in die DTM nachdachte, war Wittmanns Votum eindeutig.

Cockpit im Team Walkenhorst

Wie sich inzwischen zeigt, ist die von nicht wenigen Kritikern bereits totgesagte DTM auch nach dem Abschied der Werksteams quicklebendig. Runderneuert unter dem neu eingeführten GT3-Reglement und dank der vielen von Mercedes, BMW, Audi und Ferrari unterstützten Privatteams womöglich sogar ein weniger lebendiger als zuvor. Wittmann wird aller Voraussicht nach in einem BMW M6 GT3 an den Start gehen und wird das zweite Auto des Teams Walkenhorst aus der Eifel besetzen.

Das Team mit Sitz in Melle ist eine Größe im Motorsport. Seit 2013 baut Boss Henry Walkenhorst auf GT3-Fahrzeuge, 2018 holte man sich den Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps. 2019 gewann das Team in der Intercontinental GT Challenge den Fahrer-Titel mit Augusto Farfus und Nicky Catsburg. Wer neben Wittmann das zweite Cockpit besetzen wird, steht noch nicht fest.

Klar ist, dass sich im Feld der 20 bis 22 Autos der DTM eine illustre Runde zusammenfinden wird. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Jenson Button wird im McLaren-Mercedes antreten – ob als Gaststarter oder mehr ist noch unklar. Der junge Österreicher Lucas Auer wird nach einem Jahr Abwesenheit zurückkehren, mit Timo Glock, Ex-Champion Mike Rockenfeller, Nico Müller und Timo Scheider finden sich alte Bekannte im Starterfeld.

Einen PR-Coup hat DTM-Boss Gerhard Berger ebenfalls noch in der Hinterhand. Der ehemalige Formel-1-Pilot ist seit Jahren eng befreundet mit Motorrad-Legende Valentino Rossi, der zuletzt in Dubai schon mal einen Ferrari in der GT3 pilotierte. Gut möglich, dass der neunfache Weltmeister aus Italien künftig in der DTM fahren wird. Die Verbindung zum von Red Bull finanzierten Ferrari-Team liegt nahe.

Sicher ist dagegen, dass Wittmann nicht der einzige Franke in der neuen DTM-Saison sein wird. Der Uffenheimer Maximilian Götz, der 2015 und 2016 bereits in der DTM fuhr und zuletzt im Grand-Tourismo-Cup erfolgreich unterwegs war, wird sein Comeback im deutschen Tourenwagen-Masters geben. Der inzwischen 35-Jährige steht als Werksfahrer bei Mercedes unter Vertrag. Er dürfte den Platz von Maro Engel einnehmen, der künftig im GT-Masters antreten wird.

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