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Vor leeren Tribünen: Alligators gleiten auf Erfolgswelle

Fans des HEC teilen Euphorie auf digitalen Kanälen - 12.01.2021 11:42 Uhr

Ein Bild, das sich in dieser Saison oft wiederholt: Die Höchstadt Alligators, hier rund um Vitalij Aab (2. von rechts), können jubeln.

11.01.2021


Keine Trommeln, keine Fangesänge, keine Feier mit Humba nach dem Spiel: Dass rund um den Eishockey-Oberligisten Höchstadter EC Euphorie herrscht, merkt man momentan höchstens bei einem Blick auf die freudigen Kommentare in den sogenannten sozialen Netzwerken. "Klar ist es schöner, wenn man die Begeisterung mit den Zuschauern teilen kann", sagt der sportliche Leiter Jörg Schobert.

Hochzufrieden ist er mit der Form der Mannschaft, die sich noch vor einigen Wochen in Quarantäne begeben musste, aber trotzdem. "Wir wollen die Euphorie im Umfeld weiter hoch halten. Die Leute können sich die Spiele ja auf Sprade TV anschauen. Und davon hilft jeder Cent dem Verein", sagt er.

Nur ein Punkt trennt den HEC seit diesem Wochenende noch von Platz sechs, der zur direkten Teilnahme an den Playoffs berechtigen würde. Dort stand der HEC in der Oberliga noch nie. Vor den Höchstadtern (28 Punkte) liegen die Blue Devils Weiden (29) und der ECDC Memmingen (30). Beide Teams haben jedoch vier Spiele mehr auf dem Konto als die Alligators – und beide hat der HEC am Wochenende besiegt.

Nach dem 3:2 in Weiden war vor allem das 7:4 in Memmingen bemerkenswert. Nach sieben Minuten lagen die Höchstadter dort schon mit 0:2 hinten. Noch in der vergangenen Saison wäre das wohl ein uneinholbarer Rückstand gewesen. "Wenn man Letzter ist, ergibt man sich da seinem Schicksal. Wenn es gut läuft, weiß man, dass man trotzdem mithalten kann. Dann kann man so ein Spiel noch drehen", sagt Schobert.

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Geisterderby im Eishockey: Höchstadt Alligators treffen die Selber Wölfe

Zwei Drittel lang hielten die personell dezimierten Höchstadt Alligators gut mit dem Tabellenzweiten der Oberliga Süd, den Selber Wölfen mit. Dem HEC fehlte gleich drei Abwehrspieler, das machte sich, je länger das fränkische Derby dauerte, auch bemerkbar. Am Ende verlor der HEC zur Enttäuschung seines Trainers Mikhail Nemirovsky mit 1:5 (1:1, 0:1, 0:3).


Und genau das passierte. Zweimal konnten die Höchstadter ausgleichen, teilweise durch schöne Tore wie einen Schuss von Niklas Jentsch in den Winkel. Zweimal ging Memmingen erneut in Führung. Im letzten Drittel entschieden die Alligators mit drei Treffern die Partie.

"Hut ab vor der Mannschaft. Die Jungs haben in den folgenden 53 Minuten alles gegeben und alle Rückschläge kompensieren können", sagt Schobert. Dabei war bei 38 verhängten Strafminuten kaum einmal ein Team vollständig. Genau das waren in dieser Saison lange zwei Schwachstellen des HEC: das Spiel in Unterzahl sowie das eigene Powerplay.


Bangen um die Existenz: Der HEC in der Coronakrise


Diesmal wurde im entscheidenden dritten Durchgang jede Phase zu viert oder zu dritt überstanden, gleichzeitig gelangen den Alligators über 60 Minuten vier Tore in Überzahl. "Höchstadt hat kompakter und cleverer gespielt", gestand auch Memmingens Coach Sergej Waßmiller. 18 Partien hat der HEC in der Hauptrunde absolviert, genau so viele sind noch zu spielen. "Wir hatten kein Spiel, in dem wir von vornherein unterlegen waren. Alle waren eng bis ins letzte Drittel", sagt Schobert.

Und das trotz eines immer noch dicht gepackten Spielplans. Bereits am heutigen Dienstag trifft der HEC im Eisstadion zum ersten Mal in dieser Saison auf den Tabellenzweiten Eisbären Regensburg (Bully 20 Uhr). Auch Verletzungen wie zuletzt die von Verteidiger Markus Babinsky, der operiert werden muss und auf unbestimmte Zeit fehlt, haben die Alligators nicht zurückwerfen können. Der Ausfall von Kontingentspieler Domantas Cypas wurde mit der kurzfristigen Verpflichtung des Kanadiers Jakob Fardoe kompensiert. Gegen Memmingen war er an der Entstehung dreier Treffer beteiligt.

Gleichwohl bremst Schobert die Euphorie: "Man darf jetzt nicht abheben und Wunderdinge erwarten. Genauso darf man nicht in schwere Depressionen verfallen, wenn wir ein, zwei Spiele verlieren. Und wir werden mit Sicherheit noch Spiele verlieren."

Weiden – HEC 2:3 (0:1, 0:0, 2:2). Tore HEC: 0:1 Seewald (11:51), 0:2 Aab (49:59), 0:3 Jentsch (58:52).

Memmingen – HEC 4:7 (2:1, 2:3, 0:3). Tore HEC: 2:1 Guft-Sokolov (17:01), 2:2 Seewald (25:04), 3:3 Jentsch (29:59), 4:4 Guft-Sokolov (39:32), 4:5 Seewald (45:33), 4:6 Guft-Sokolov (49:32), 4:7 Jentsch (59:55).

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