Montag, 21.10.2019

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Wichtige Woche für die Club-Frauen

Erst Mitgliederversammlung, dann Pokalspiel - 30.10.2007

Lob vom Bundestrainer: Kerstin Wohlbold empfahl sich gegen Zwenigorod für die Zukunft. © Zink


Zu seinen Nationalspielerinnen Ania Rösler und Jana Krause wollte er sich nicht konkret äußern, «gut» seien beide gewesen. Dafür ließ sich Emrich von der NZ ein paar Worte zu Kerstin Wohlbold entlocken: «Sie hat sich wahnsinnig entwickelt. Auf Rückraum Mitte hat sie mir richtig gut gefallen. Sie hat auf jeden Fall Perspektiven für die Zeit nach der WM.»

Motivierende Worte als Belohnung für ein starkes Spiel der 23-jährigen Lehramtsstudentin, die auch noch vier Tore erzielte. Obwohl die Partie gegen die russische Mannschaft, die fast identisch ist mit dem Weltmeisterteam von 2005, den Nürnbergerinnen alles abverlangte, wirkte Wohlbold am Ende noch fit. «Der Eindruck täuscht», meinte sie lachend. «Ich war schon in der ersten Halbzeit so fertig. Hier hat man eben nie eine Pause und muss immer hundert Prozent geben.»

Ex-FCN-Spielerin Agnieszka Tobiasz wusste, wie sich die Club-Frauen nach dem Spiel fühlen: «Sie werden sich nicht rühren können und überall blaue Flecken haben.»

Mainzlar soll kein Stolperstein werden

Wie schon in den vergangenen Wochen bleibt den Spielerinnen erneut keine Erholungspause. Schon morgen (19 Uhr) steht der DHB-Pokal auf dem Programm, am Samstag bestreiten sie das zweite Champions-League-Spiel bei Krim Ljubljana. Gegner morgen in der dritten Pokalrunde ist Zweitligist TV Mainzlar. «Nach einer so tollen Partie in der Champions League kann man sich nur blamieren», warnt Club-Trainer Herbert Müller, dessen Team nach dem überraschenden Remis gegen Zwenigorod Thema Nummer eins in den internationalen Handballmedien war.

Voller Einsatz und eine geschlossene Mannschaftsleistung werden auch gegen Mainzlar nötig sein, das vom ehemaligen Meistertrainer des TV Lützellinden, Jürgen Gerlach, gecoacht wird und derzeit in der Liga Sechster ist. Zu gerne würde man in Mainzlar an die glorreichen Bundesligazeiten mit dem Pokalsieg 2001 anknüpfen und hat sich dafür gut verstärkt. Ein Ausscheiden wäre für FCN-Trainer Müller trotzdem inakzeptabel - er will zum Pokalfinalturnier: «Für uns gibt es nur eines: Weiterkommen. Wir wollen nach Riesa!»

Weichenstellung für die Zukunft des Vereins

Bereits heute Abend werden beim 1. FCN Handball e. V. auf einer ordentlichen Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt - allerdings mit Hindernissen. Denn bei den Vorstandswahlen wird sich der bisherige Vorsitzende Hans-Georg Woertge, der zugleich Geschäftsführer der 1. FC Nürnberg Handball GmbH für die Bundesliga ist, nicht mehr zur Verfügung stellen. «Das ist für mich nebenher nicht mehr machbar. Das Berufliche leidet», erklärte Woertge der NZ. Er betreibt als Rechtsanwalt eine eigene Kanzlei. Da sich bisher niemand fand, der sein Amt übernehmen will, wird der e. V. vermutlich mit dem zweiten Vorsitzenden Kurt Mäder und einem Schatzmeister bis Jahresende agieren - auch so ist der Verein geschäftsfähig -, bis im Januar eine außerordentliche Versammlung stattfinden soll.

Dass es schwer ist, für Woertge einen Nachfolger zu finden, ist kein Wunder. Der e. V. hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen - verursacht durch Versäumnisse und Verbindlichkeiten ehemaliger Geschäftsführer -, für die der aktuelle Vorstand zwar nichts kann, die ihn aber belasten und bis an den Rand der Insolvenz gebracht haben. Vom Profiteam, dessen Existenz Woertge, Mäder & Co. mittels der GmbH und neuer Sponsoren erst kurz vor der Saison gesichert hatten, bleibt kaum Geld für den e. V. und dessen Jugendarbeit übrig. Wohl deshalb gibt es innerhalb des Vereins «Bestrebungen, die die Bundesliga nicht wollen» (Woertge). Woertge und seine Mitstreiter wollen deshalb versuchen, das Aushängeschild autark zu etablieren. Diskussionsstoff gibt es also genug heute Abend, und so heißt es auf der Internet-Website des FCN Handball vieldeutig: «,Mit reiner Seele erkläre ich euch, dass unsere heutige Versammlung eine der wichtigsten unserer Zeit ist.‘ Diese Worte Sarastros aus der Oper ,Die

Zauberflöte‘ gelten diesmal in besonderer Weise auch für unseren Verein.»

Melanie Bachhuber

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