Mittwoch, 26.02.2020

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Wieder keine Medaille: DHB-Team wird EM-Fünfter

Julius Kühn beim Sieg über Portugal zum "Man of the Match" gewählt - 26.01.2020 15:02 Uhr

Julius Kühn erzielte gegen Portugal sechs Treffer und wurde zum "Man of the Match gewählt". © Sascha Klahn, dpa


Die DHB-Auswahl gewann am Samstag vor rund 6000 Zuschauern in Stockholm das bedeutungslose Platzierungsspiel gegen Portugal mit 29:27 (14:13). Bester Werfer für das Team von Bundestrainer Christian Prokop, das am Sonntag zum vierten Mal nacheinander ohne die erhoffte Medaille von einem großen Turnier heimkehrt, war Rückraumspieler Julius Kühn mit sechs Toren. Er wurde auch zum "Man of the Match" gewählt.


Schnitzel vor dem Abschluss: DHB-Team hat noch Appetit


"Es ist immer besser mit einem Sieg aus einem Turnier rauszugehen als mit einer Niederlage. Wir haben viel investiert und das hat das Team über weite Strecken gut gelöst. Wir haben uns das Leben mit zu leichten Fehlern und Fehlwürfen aber etwas schwer gemacht" sagte Bundestrainer Christian Prokop bei ARD One.

Verletztenmisere beim DHB-Team von Bundestrainer Prokop

Nach dem Ausfall von Patrick Wiencek, der wegen einer Knieverletzung schon zum Abschluss der Hauptrunde gegen Tschechien ausgefallen war, musste die DHB-Auswahl kurzfristig auf zwei weitere Stammspieler verzichten. Der von einer Virusinfektion geschwächte Kapitän Uwe Gensheimer saß 60 Minuten lang nur auf der Bank, und auch Abwehrstratege Hendrik Pekeler konnte wegen seiner Achillessehnenprobleme nicht mitwirken.


Handball-EM: Das muss man als Fan wissen


Trotz der personellen Schwächung begann die deutsche Mannschaft engagiert. Torwart Andreas Wolff, der zuletzt zweimal nur draußen gesessen hatte, zeigte endlich eine ansprechende Leistung. Dazu überzeugte Kreisläufer Johannes Golla vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt als Aushilfschef der Abwehr - und präsentierte sich im Angriff als treffsicher.

Doch wie schon in den Spielen zuvor unterliefen der DHB-Auswahl zu viele Fehler. So konnte sich der WM-Vierte in der ersten Hälfte nie auf mehr als zwei Tore absetzen, geriet bis zur Pause aber auch nie in Rückstand. Zwar lief nicht alles rund, doch Moral und Einsatz stimmten. "Ihr spielt super mit Geduld", lobte Prokop in einer Auszeit.

Portugal ließ sich nicht beeindrucken

Auch nach dem Wechsel erwischte die deutsche Mannschaft den besseren Start und zog nach einem Wurf von Wolff ins leere Portugal-Tor zum 18:15 erstmals auf drei Tore davon. Die Portugiesen, die in der Vorrunde immerhin den WM-Dritten Frankreich ausgeschaltet und in der Hauptrunde Gastgeber Schweden düpiert hatten, ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken.

Im Angriff brachten sie nun wie erwartet für ihren Torhüter konsequent einen siebten Feldspieler und stellten die DHB-Abwehr damit vor große Probleme. Mitte der zweiten Halbzeit geriet Deutschland beim 23:24 erstmals in Rückstand.

Vor allem Kühn sorgte in dieser Phase immer wieder für ein offensives Gegengewicht. Zudem parierte der nun zwischen die Pfosten gerückte Johannes Bitter einen Siebenmeter und weitere freie Würfe der Portugiesen. Das reichte für einen versöhnlichen Abschluss.

DHB-Team: Blick nun auf Olympia-Quali gerichtet

Jetzt geht der Blick auf das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Berlin, wo zwei Tickets für Tokio vergeben werden. Neben viel Positivem machte Prokop bei der EM auch Defizite aus, "wo wir die nächsten zweieinhalb Monate ansetzen müssen. Das Quali-Turnier wird ein ganz schönes Brett und da wollen wir gut gewappnet sein", sagte Prokop.

Hendrik Pekeler bester Abwehrspieler der EM

Bei der All-Star-Team-Wahl der EM-Endrunde wurde der deutsche Nationalspieler Hendrik Pekeler als bester Abwehrspieler des Turniers ausgezeichnet. Sein Vereinskollege beim THW Kiel, Domagoj Duvnjak, und Kapitän der kroatischen Auswahl, wurde zum MVP des Turniers gewählt.

Ebenfalls wurden die Norweger Sander Sagosen (linker Rückraum - EM-Torschützenkönig) und Magnus Jøndal (Linksaußen - SG Flensburg-Handewitt), sowie der Slowene Blaz Janc (Rechtsaußen) ins All-Star-Team gewählt. Die weiteren Plätze gingen an die Spanier Gonzalo Perez de Vargas (Tor) und Jorge Maqueda (rechter Rückraum), Igor Karacic (Rückraummitte - Kroatien), Kreisläufer Bence Banhidi (Ungarn).

Der Artikel wurde am 26.01.2020 um 15.05 Uhr aktualisiert.

dpa, end

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