-5°

Mittwoch, 01.04.2020

|

zum Thema

Wiedergutmachung? Bamberg ist in Berlin gefordert

Brose läutet in der Hauptstadt den Hauptrunden-Endspurt ein - 28.02.2020 17:12 Uhr

Große Herausforderung: In den letzten 33 Partien ging Brose Bamberg in der Mercedes-Benz-Arena leer aus. © Nicolas Armer, dpa


Beide Teams standen sich im Laufe der Saison bereits zweimal gegenüber. Sowohl die Hinrundenpartie, als auch das Halbfinale um den BBL-Pokal fanden dabei in der Brose Arena statt, beide Male konnten die Albatrosse aus Berlin dabei einen Auswärtssieg landen – nun stehen sich die Kontrahenten erstmals in der Mercedes-Benz-Arena gegenüber. Diese ist im Übrigen eine der wenigen Hallen in Deutschland, in denen die Oberfranken eine negative Bilanz aufweisen. Von 33 Partien verließen die Bamberger 25 Mal als Verlierer das Parkett. Der letzte Erfolg datiert vom 20. November 2016. Damals gab es einen 89:80-Sieg.

Wiedergutmachung nach dem Pokalhalbfinale

Während das Liga-Spiel Anfang Oktober noch eine knappe Angelegenheit (74:78 aus Bamberger Sicht) war, hatte der spätere Pokalsieger aus Berlin im Halbfinale relativ leichtes Spiel und setzte sich deutlich mit 82:66 durch. An jenem 12. Januar enttäuschte Brose vor allem im dritten Viertel (7:28) und brennt daher gegen seinen Nachfolger in Sachen BBL-Pokal auf Revanche. "Berlin ist eine der zwei Topmannschaften der BBL. Nichts desto trotz: Wir haben nach der Niederlage im Pokalhalbfinale einiges gutzumachen", gibt Christian Sengfelder zu Protokoll. Der Jung-Nationalspieler weiß auch, worauf es für seine Farben am Sonntag ankommt: "Wir müssen sie schnell stören, müssen versuchen, sie nicht ins Laufen kommen zu lassen. Und wir müssen physisch spielen, körperlich stark. Das mögen sie nicht so."

Im Gegensatz zu Berlin, das während der Ligapause dreimal im Einsatz war (Pokalfinale und zwei Mal Euroleague), hatten die Oberfranken ausreichend Zeit, um sich vorzubereiten. Seit dem letzten Spiel (Heimsieg über Hamburg) sind 17 Tage vergangen. Davon gab Coach Roel Moors seinen Akteuren fünf Tage frei, in den verbliebenen zwölf bat er dann jedoch zu insgesamt 21 Übungseinheiten, in denen neben der Spielvorbereitung auch die Integration von Neuzugang Jordan Crawford auf der Agenda stand.

Der Belgier, der in den kommenden Wochen auf Routinier Bryce Taylor verzichten muss, weiß, dass Spiele gegen Berlin "immer schwierig" sind. "Wir haben im letzten Aufeinandertreffen gesehen, dass drei, vier schlechte Minuten unserseits genügen, damit sie uneinholbar davonziehen", blickt Moors nochmal auf das Halbfinale zurück und fordert von seiner Truppe, das schnelle Alba-Umschaltspiel zu stoppen. "Da sind sie am gefährlichsten. Alles in allem müssen wir versuchen, weitestgehend unser Spiel zu spielen, unsere Philosophie beizubehalten, auch wenn sie einmal in einen Lauf kommen."

Euphoriewelle in Berlin trotz Verletzungssorgen

Im Gegensatz zu Brose, das nach dem Ausfall von Bryce Taylor Youngster Moritz Plescher nun endgültig in den Profikader hochgezogen hat, hatten die Hauptstädter zwar kaum Zeit zum Luft holen, dürften dafür aber mit einer gewissen Euphorie ins Spiel gehen. Während Bambergs spielfreier Zeit sicherten sich die Berliner zunächst durch ein 89:67 über Oldenburg ihren zehnten Pokalsieg und zogen damit mit Rekordmeister Leverkusen gleich. Anschließend ließen die Albatrosse noch einen 83:81-Auswärtssieg in der Euroleague in St. Petersburg folgen. Zuletzt allerdings gab es am Donnerstagabend in eigener Halle eine 86:99-Niederlage gegen Spitzenreiter Anadolu Efes Istanbul.

In allen drei Partien zeigten die Berliner starke Performances – und das obwohl die Mannschaft von Coach Aito weiterhin stark vom Verletzungspech verfolgt wird. Gegen Istanbul musste der spanische Erfolgscoach mit Peyton Siva, Makai Mason, Johannes Thiemann, Tim Schneider und den Dauerverletzten Stefan Peno gleich auf fünf Akteure verzichten. Vier davon (Siva, Mason, Schneider, Peno) werden mit ziemlicher Sicherheit auch am Sonntag nicht ins Spielgeschehen eingreifen können. Lediglich beim Ex-Bamberger Thiemann (Schulterverletzung) fällt die Entscheidung über seinen Einsatz kurzfristig. Dank ihrer extremen Ausgeglichenheit im Kader (in der BBL punkten bislang sechs Spieler im Schnitt zweistellig) konnten die Berliner ihre personellen Ausfälle stets kompensieren, was auch am Sonntag der Fall sein wird.

Nach der hohen Hürde in Berlin muss Brose Bamberg auch in der kommenden Woche auswärts antreten. Am Freitag (6. März) steht das Frankenderby bei s.Oliver Würzburg an. Auf heimischem Parkett ist die Moors-Truppe dann am 15. März wieder zu sehen.

Benjamin Strüh

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport