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Wiedersehen mit Prib: Fürth-Gegner Hannover im Check

Das Eigengewächs des Kleeblatts empfängt seinen Ausbildungsklub - 21.08.2019 13:26 Uhr

Edgar Prib (rechts, hier im Pokalspiel mit dem Karlsruher Lukas Fröde) ist oft dort zu finden, wo es richtig wehtun kann. © Foto: Uli Deck, dpa


So ist die Lage: Der sofortige Wiederaufstieg ist das erklärte Ziel des Traditionsklubs Hannover 96, der am Samstag (13 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) die SpVgg Greuther Fürth empfängt. Konträr zu den eigenen Ansprüchen legten die Niedersachsen allerdings einen klassischen Fehlstart hin: 1:2 zum Auftakt beim Mitabsteiger VfB Stuttgart, 1:1 gegen Jahn Regensburg, dazu das Pokal-Aus beim Karlsruher SC (0:2). Klubchef Martin Kind und Manager Jan Schlaudraff baten Trainer Mirko Slomka daraufhin zu einem "konstruktiven Gedankenaustausch" - Insider sprachen von einer Krisensitzung. Wie auch immer: Der Mannschaft gelang daraufhin mit einem 3:0-Sieg beim Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden der heiß ersehnte Befreiungsschlag.

Top & Flop: Trotz der anfangs schlechten Ergebnisse deutete Hannovers völlig umgekrempelte Mannschaft ihre spielerische Klasse zumindest an. Defizite waren in den ersten drei sieglosen Partien vor allem in puncto Abstimmung und Robustheit zu verzeichnen. Das sah in Wiesbaden schon deutlich besser aus, allerdings ließ 96 zunächst einige gute Chancen liegen und entschied die Partie erst in der Schlussphase. Dabei präsentierte sich Stürmer Marvin Duksch in Hochform: Zwei Treffer erzielte er selbst, einen bereitete er zudem vor.

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Die erste Halbzeit zeigten weder die Fürther Hausherren, noch die Gastmannschaft aus Regensburg wirklich guten Fußball. Erst in der zweiten Halbzeit erarbeitete sich das Kleeblatt immer mehr Chancen, blieb geduldig und ruhig. Mit Erfolg: Der Treffer von Green reichte zum Sieg. Ein weiteres Tor von Hrgota wurde wegen Abseits im Nachhinein nicht gewertet.


Im Fokus: Retro ist angesagt bei Hannover 96. Trainer-Rückkehrer Slomka folgte nach längerer Auszeit dem Lockruf seines Lieblingsvereins. In Hannover coachte er ab 1989 zehn Jahre lang Nachwuchsteams, fungierte von 2001 bis 2004 als Co-Trainer bei den Profis. Zwischen 2010 und 2013 zeichnete er als Chefcoach für die erfolgreichste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte verantwortlich; 96 stürmte unter ihm in die Europa League. Souveräner Rückhalt seiner damaligen Mannschaft war Torwart Ron-Robert Zieler, der vor Saisonbeginn ebenfalls in die Messestadt zurückgekehrt ist. Der heute 30-Jährige schaffte in jener Zeit auch den Sprung in die Nationalmannschaft und stand schließlich im WM-Kader, der 2014 in Brasilien den Titel gewann. Auch der bei Manchester United ausgebildete Keeper will "definitiv noch einmal in der Bundesliga spielen", hat aber erkennen müssen, dass das Fußball-Unterhaus "für uns alle ein hartes Brett" wird.

Die Bilanz: Seit 1981 sind sich Hannover und das das Kleeblatt 14-mal in der 2. Liga und in der Saison 2012/13 zweimal in der Bundesliga begegnet. Diese beiden Partien verloren die Fürther (2:3 und 0:2), und auch in der Zweitligabilanz liegt Hannover mit sieben Siegen, vier Remis und drei Niederlagen bei 29:20 Toren vorne. Am 18. Mai 2000 gelang den Franken mit 2:1 der einzige Auswärtssieg an der Leine.

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Nach dem 1:0 wurden User gebeten die Leistungen der Kleeblatt-Spieler zu bewerten. Diese werden mit den Bewertungen der Redaktion und des kicker verglichen. Nach der Partie Fürth gegen Regensburg fällt auf, dass fast alle Spieler nur durchschnittlich bewertet wurden. Lediglich zwei Spieler fallen deutlich aus dem Rahmen.


Man kennt sich: Von Kindesbeinen an kickte Edgar Prib (29) bei der SpVgg Greuther Fürth. Über diverse Nachwuchsteams diente er sich zu den Amateuren hoch, 2008 bekam er den ersten Profivertrag im Ronhof. Bis 2013 absolvierte der Mittelfeldspieler 110 Zweitligaspiele für das Kleeblatt (zehn Tore), ehe er nach Hannover wechselte. Immerhin zwei Jahre, von 2015 bis 2017, stand Abwehrspieler Marcel Franke in Fürth unter Vertrag (52 Spiele, zwei Tore). Zumindest vom Sehen kennt man beim Kleeblatt auch den früheren Club-Profi Cedric Teuchert.

Und sonst so? Jahrelang hatte Hauptgesellschafter Martin Kind um eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel gekämpft, die Vereinen die Entscheidungsgewalt gegenüber externen Investoren sichert. Die DFL verweigerte dem Hörgeräteunternehmer die komplette Übernahme, zuletzt lag der Antrag beim DFB-Schiedsgericht. Warum er ihn zurückgezogen hat, darüber schweigt sich Kind bis heute aus. 

Harald Büttner

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