Wirbel um Weiler: Anderlecht schnappt wohl zu

16.6.2016, 06:24 Uhr
Da sah's noch normal aus: Die erfolgreiche Beziehung von René Weiler und dem FCN steht vor dem Aus.

Da sah's noch normal aus: Die erfolgreiche Beziehung von René Weiler und dem FCN steht vor dem Aus. © Sportfoto Zink

Was den 1. FC Nürnberg und den RSC Anderlecht verbindet? Die vergangene Saison beendeten die Traditionsvereine auf Platz drei. Während das für den Club in der 2. Bundesliga - nach oben katapultiert durch eine stolze Siegesserie, die erst spät in der Rückrunde ihr Ende fand - an sich schon ein Erfolg war, dürfte die Stimmungslage beim Brüsseler Vorortverein eine andere gewesen sein.

Der RSC ist belgischer Rekordmeister und hat als dreimaliger Europapokalsieger stets den Anspruch, die Saison in der Jupiler League als Erster zu beschließen. Um wieder Meister zu werden hatte Anderlecht, wie mehrere belgische Zeitungen und Internetportale bereits Mittwochfrüh übereinstimmend berichten sollten, nunmehr Kontakt mit Club-Coach René Weiler aufgenommen. Mit dem Mann also, der sich durch seine erfolgreiche Arbeit in Nürnberg über das deutsche Unterhaus hinaus bei höherklassigen Vereinen einen Namen gemacht hat. Dass die Belgier an Weiler baggern, bestätigte im Laufe des Tages Club-Sportvorstand Andreas Bornemann der Nürnberger Zeitung.

Auch andere Namen waren im belgischen Blätterwald als neuer Trainer der Lila-Weißen da bereits gespielt worden. Etwa Paul Le Guen, der ursprünglich in der Pole-Position bei der Besetzung des Jobs schien, dann aber von anderen Kandidaten überholt wurde. Weiler avancierte für die Belgier indes zusehends zu einer immer interessanteren Option, was sich hernach auch festigen sollte. Anderlechts Manager etwa soll nach NZ-Informationen bereits nach München geflogen zu sein, um dort mit dem Schweizer zu verhandeln. Von Donnerstag an dürfte es auch mit dem FCN Gespräche geben, wie der RSC den Trainer, der am Valznerweiher noch Arbeitspapiere bis 2017 hat, ablösen kann.

Für den Club kommt der sich abzeichnende Abschied von Weiler jedenfalls zur Unzeit. Der FCN, mit dem der 42-Jährige in der Relegation knapp den Aufstieg verpasste, befindet sich in einer Phase, in der die Kaderplanung vorangetrieben werden soll und muss. Eine Vakanz auf der Cheftrainerpostion ist da wenig vorteilhaft.

Diese Vakanz wird es laut kicker wohl aber kurzzeitig geben, auch wenn sich Sportvorstand Andreas Bornemann in Sachen Nachfolger gegenüber der NZ gerüstet gibt. Weiler - so schrieb der kicker kurz vor Mittwochmitternacht auf seiner Onlinepräsenz - hat dem RSC zugesagt. Ausschlaggebend dafür dürfte gewesen sein, dass Anderlecht, das nach dem Abschied von Besnik Hasi aktuell ohne Trainer dasteht, trotz Rang drei in der vergangenen Saison in der Champions-League-Quali an den Start geht. Ein Sachverhalt, der den RSC und den Club dann doch unterscheidet.

Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 16. Juni, mehrfach aktualisiert.

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