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Dienstag, 21.05.2019

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WM-Viertelfinale vor Augen: DEB knockt Slowakei aus

In den letzten Sekunden schaffte Deutschland doch noch die Wende - 15.05.2019 22:45 Uhr

Die Tür zum Viertelfinale ist für Deutschland bei der Eishockey-WM ganz weit offen. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa


Von den vielen guten Eigenschaften des Torhüters Niklas Treutle war bei seinem zweiten Weltmeisterschafts-Turnier bislang allein Geduld gefragt. Der Nürnberger verfolgte die ersten zweieinhalb Spiele der deutschen Mannschaft von sehr guten Plätzen aus. Am Dienstagabend durfte er dann 29 Minuten und 50 Sekunden lang das 4:1 gegen Frankreich sichern, weil sich die Idee, den NHL-Torhüter Philipp Grubauer noch unter Einfluss des Jetlags aufs Eis zu schicken, als keine gute entpuppte. Am Mittwochabend saß Treutle dann wieder auf der Bank.

Grubauer fällt vorerst verletzt aus, Mathias Niederberger bekam vom neuen Bundestrainer Toni Söderholm erneut den Vorzug und der Torhüter der Thomas Sabo Ice Tigers schaute zu, wie sein Team das wichtige Spiel gegen die Slowakei mit 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) gewann, damit mit großer Wahrscheinlichkeit ins Viertelfinale einzog und ein ganzes Land trauern ließ.

Hervorragender Start

Drei Siege in drei Spielen – so erfolgreich war eine deutsche Mannschaft zuletzt vor 89 Jahren in eine WM gestartet. Doch wie viel diese drei Erfolge gegen die vermeintlich schwächsten Gegner der Gruppe A wert waren, sollte sich erst gegen den Gastgeber zeigen. Die Slowakei war nach mitreißenden Spielen, aber lediglich einem Sieg bereits unter Druck. Und genauso entwickelte sich die Partie.

Angeführt vom beinahe 40 Jahre alten Ladislav Nagy begann die Heimmannschaft aggressiv, wirkte schneller, hungriger. Deutschland versuchte derweil, dem slowakischen Spiel die Wucht zu nehmen und die 8347 Zuschauer in der Steel Arena von Kosice zu beruhigen. Das schadete den eigenen Angriffsbemühungen, aber als Marc Michaelis in der 24. Minute einen klugen Pass von Markus Eisenschmid per Direktabnahme veredelte, schien das Rezept für ein perfektes Auswärtsspiel aufzugehen.

Entscheidung kurz vor Schluss

Nur darf man sich auch da keine Strafzeiten leisten. Moritz Seider (18) und der 14 Jahre ältere Moritz Müller aber verabschiedeten sich im Abstand von 23 Sekunden auf die Strafbank, was Verteidiger Andrej Sekera (29.) und Libor Hudacek mit Treffern im Abstand von 85 Sekunden dazu nutzten, die Partie zu drehen. Weil sich Korbinian Holzer noch dazu hatte provozieren lassen und deshalb eine Disziplinarstrafe absitzen musste, fehlten drei Verteidiger für das Unterzahlspiel. Der Straubinger Benedikt Schopper, WM-Debütant im Alter von 34 Jahren, legte Hudacek das 1:2 auf. Niederberger griff daneben.

Weil Deutschland offensiv aber weiterhin nur wenig gelang – Superstar Leon Draisaitl blieb blass, der nunmehr ehemalige Nürnberger Leo Pföderl vergab erneut im Power-Play gute Chancen -, passte sich das Ergebnis so den Kräfteverhältnissen an. Erst allmählich gelang es, sich aus dem Dauerdruck zu lösen. Aber erst als der älteste Spieler auf dem Eis (Nagy) den jüngsten (Seider, der danach vom Eis geführt werden musste) kopfüber in die Bande schickte und dafür bestraft wurde, kam Deutschland wieder zu Chancen. Erneut verpasste der künftige Berliner Pföderl knapp. Es brauchte aber nur einen perfekten Schuss. Oder zwei. Eisenschmid glich spät aus – Niederberger hatte da zu Gunsten eines sechsten Feldspielers neben Treutle Platz genommen (59.). Und als 5,4 Millionen Slowaken nachrechneten, was das für ihre Viertelfinalchancen bedeutet, traf auch Draisaitl – 27 Sekunden vor der Schlusssirene. Geduld ist eine deutsche Tugend bei diesem WM-Turnier. 

Sebastian Böhm

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