Wo der Bus vorm Tor parkt: Das ist Club-Gegner Düsseldorf

7.3.2021, 05:59 Uhr
Mit Matthias Zimmermann (weiß, gegen Virgil Misidjan 2018) hatte der Club schon in der Vergangenheit seine Müh’ und Not.

Mit Matthias Zimmermann (weiß, gegen Virgil Misidjan 2018) hatte der Club schon in der Vergangenheit seine Müh’ und Not. © Sportfoto Zink / DaMa, Sportfoto Zink / DaMa

Wie war das Hinspiel?

Ziemlich öde, die Kollegen vom Fachblatt kicker bewerteten das Spiel mit der Note fünf. Der Club war durch einen Elfmeter der Marke "umstritten" in Führung gegangen, Düsseldorf hatte eine Viertelstunde später dank Karaman ausgeglichen und dann passierte kaum etwas.

Ähnlich wie vergangenes Wochenende gegen Braunschweig (kicker-Note: 4,5), nur dass beide Teams Anfang November eben einmal das Tor trafen und der FCN insgesamt öfter den Ball hatte. Außer den Treffern gelang beiden Teams jeweils nur ein Schuss aufs gegnerische Tor, der Rest ging daneben oder wurde abgeblockt.


Dauerbrenner unter Druck: Handwerker soll beim FCN mehr machen


Weitere Parallele zum vergangenen Sonntag: Beide Mannschaften brachten kaum Flanken an den Mann, obwohl gerade der Club nicht damit geizte. Fünf von 21 Versuchen kamen beim FCN beim Mitspieler an. Der Unterschied: Viel weniger lange Bälle und der Club war häufiger am Ball. Das ist aber bei Spielen gegen die Fortuna meist der Fall, nur sechs Mal in 23 Spielen hatte Düsseldorf mehr Ballbesitz als der Gegner.

Was ist seitdem passiert?

Die Fortuna blieb das Team, in dessen Spielen die wenigsten Schüsse abgegeben werden. Die Rheinländer sind die einzigen in der zweiten Liga, die sowohl offensiv als auch defensiv weniger als zehn Schüsse pro Spiel verbuchen. Offensiv liegt das vor allem daran, dass sich die Fortuna schwer tut, viele gefährliche Situationen zu kreieren.

In fast allen Kategorien des kreativen Aufbaus – Pässe ins Angriffsdrittel, Pässe für Raumgewinn, Pässe in Tornähe, Steckpässe – ist Düsseldorf Letzter oder Vorletzter. Gepaart mit einer sehr hohen generellen Passquote und der Tatsache, dass kein Team weniger oft durch Fehlpass oder verlorenen Zweikampf den Ball verliert, ergibt sich ein relativ klares Bild von Uwe Röslers Fußball: Er ist auf Sicherheit bedacht.

Dazu passt dann auch, dass Düsseldorf nach Aue den zweitkleinsten PPDA-Wert hat, also meist mit sehr geringer Intensität presst. Und auch die Tatsache, dass Rösler sein Experiment mit einer Dreierkette schnell beendet hat, spricht dafür. "Es geht darum, was das Beste für die Mannschaft ist. Man hat gesehen, dass es nicht funktioniert hat in dieser Konstellation", erklärte er und spielt nun fast immer im flachen 4-4-2.

In den vergangenen Wochen wurde die Fortuna zum Inbegriff dessen, was man im amerikanischen Sport "Streakiness" nennt: Sie hat Serien. Ab Dezember verlor Düsseldorf zuerst neun Spiele in Folge nicht. Das Ende dieser Reihe bildeten zwei Remis, die gleichzeitig den Beginn der aktuellen Serie einläuteten: Ein Sieg aus den vergangenen sieben Spielen. So steht der Bundesligaabsteiger jetzt auf Platz sieben, hat sieben Punkte Rückstand auf Platz drei und ist damit im oberen Niemandsland der Tabelle gefangen.

Wie kann man sie knacken?

Zyniker würden jetzt antworten, dass man Kontakt im Strafraum suchen sollte. Neun Strafstöße verbuchte die Fortuna bereits gegen sich, acht davon wurden verwandelt. Beides sind Höchstwerte in der Liga. Allerdings kann man natürlich nicht darauf vertrauen, dass – wie im Hinspiel – ein Ball auf einen Arm fällt.

In den jüngsten Partien kam die Fortuna immer wieder in Bredouille, wenn der Gegner sie beim Spielaufbau unter Druck setzte. Gerade Torwart Florian Kastenmeier spielte einige unsaubere Bälle, leitete mehrere Großchancen mit Fehlpässen oder ungenauen Abspielen ein.

Genau hier sollte das Spiel des 1. FC Nürnberg und Trainer Robert Klauß ansetzen: frühes, aggressives Pressing – wie schon in Darmstadt und Karlsruhe.

Auf wen muss der Club aufpassen?

Auf Matthias Zimmermann. Zum zweiten Mal in Folge taucht an dieser Stelle ein Rechtsverteidiger auf. Das soll nun nur bedingt eine Widerlegung von Gianluca Viallis Theorie sein, dass der Rechtsverteidiger immer der schlechteste Spieler im Team ist.

Der italienische Torjäger Vialli argumentierte, ein defensiv guter, auch nur durchschnittlicher Verteidiger würde in die Mitte rücken, ein offensiv guter Rechtsverteidiger nach vorne preschen und Linksfüße gebe es weniger, weswegen das für diese Seite nicht gelte. Bei der Fortuna aber ist der Rechtsverteidiger schlichtweg mit fünf Vorlagen bester Vorbereiter.

Der 28-Jährige war im Hinspiel der einzige Flankengeber mit viel Präzision und ist auch im Düsseldorfer Kader derjenige, der häufig flankt und der die höchste Flankengenauigkeit hat.

Für einen Außenverteidiger – gerade in einem eher konservativen Team wie Düsseldorf – spielt Zimmermann dann auch viele Steckpässe und Pässe, die zu Abschlüssen führen. Von den Stammkräften ist der Ex-Fürther (2013) zusätzlich noch derjenige, der die meisten Bälle abfängt, noch vor den Innenverteidigern. Auch das spricht für seine Wichtigkeit im System und seine aktive Spielweise in einem eher reaktiven Team.

3 Kommentare