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Zäsur brachte den Spaß zurück beim Club

1. FC Nürnberg startete gut gelaunt die Mission Wiederaufstieg - 23.06.2014 07:42 Uhr

Zum Trainingsauftakt des 1. FC Nürnberg ist fast alles neu: Neue Spieler, neue Trainer. Selbst die Frisur von Publikumsliebling Javier Pinola hat sich verändert. © Sportfoto Zink / DaMa


Verteidiger Javier Pinola überraschte die Fans mit neuer Frisur. Der Argentinier entschied sich nach einigen mehr oder weniger gelungenen Versuchen, sein ausgedünntes Haupthaar modisch in Form zu bringen, für den finalen Cut, also die ganz und gar haarlose Variante. Ganz so leicht lassen sich die Folgen des Bundesligaabstiegs freilich nicht abschütteln. Jan Polak haftet dieser Makel erst gar nicht an. Der Tscheche kehrte mit ergrauten Schläfen vom VfL Wolfsburg zum 1. FC Nürnberg zurück und wurde am Sonntag beim offiziellen Trainingsauftakt mit dem größten Applaus bedacht. Polak wird in erster Linie noch mit Nürnbergs DFB-Pokalsieg im Jahr 2007 in Verbindung gebracht.

Der Empfang für die runderneuerte Mannschaft fiel insgesamt sehr wohlwollend aus. Die wenigsten aus dem aktuellen Kader haben Schuld am erneuten Betriebsunfall, der den Club zum wiederholten Mal eine Mission Wiederaufstieg in Angriff nehmen lässt. Noch bevor Neu-Trainer Valérien Ismaël seine Spieler gegen den Ball treten ließ, suchte die Mannschaft den Schulterschluss mit den Fans. Mit einem großen Spruchband wandte sie sich an die geschätzt 2200 Fans, die den Trainingsplatz säumten: "Wir wollen eure Farben in Ehre tragen – zusammen zurück nach oben!", versprach ein neuer lachender Club, mit einem Kader von aktuell 23 Spielern. Darunter neun Neuzugänge, mit Timo Gebhart (Leistenprobleme) sowie dem zuletzt an den Zweitligisten SV Sandhausen ausgeliehenen und von einem Kreuzbandriss genesenen Markus Mendler auch zwei Rekonvaleszenten.

Sechs Wochen Zeit für harte Arbeit

Sechs Wochen bleiben, um "aus diesem Grundgerüst, auf das sich aufbauen lässt", eine erfolgversprechende Mannschaft zu formen, wie es Ismaël sagte: "Wir werden uns punktuell aber noch verstärken." In der Offensive will der Verein an Qualität zulegen und dafür auch finanziell ins Risiko gehen, um die Aufstiegschancen zu erhöhen. "Wir sind trotz des Abstiegs wirtschaftlich gesund und in der Lage, noch nachzulegen", sagte Sportvorstand Martin Bader. Auch die umstrittenen Robert Mak und Japans WM-Teilnehmer Hiroshi Kiyotake bekommen unter Ismaël die Chance "sich zu zeigen".

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"Zusammen zurück nach oben": Trainingsauftakt beim Club

Der Ball rollt wieder am Valznerweiher. Der 1. FC Nürnberg ist am Sonntag in die Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga gestartet. Rund 3000 Zuschauer verfolgten die erste Einheit unter Trainer Valerien Ismael.


"Es kribbelt im Bauch. Ich bin froh, dass es endlich losgeht", sagte der erst vor knapp drei Wochen verpflichtete 38-jährige Cheftrainer, der so schnell wie möglich einen guten Teamgeist entwickeln möchte. Dazu wird er die Mannschaft zwischen täglich zwei Trainingseinheiten an einem Tisch versammeln, um gemeinsam zu Mittag zu essen: "Es geht darum, einander kennenzulernen. Jede Minute, die wir zusammen verbringen, ist quasi eine teambildende Maßnahme." In vielen Einzelgesprächen will Ismaël den Spielern vor allem eines vermitteln: "Sie müssen merken, was es bedeutet, für diesen Verein zu spielen."

Martin Bader tat sich noch schwer "die Wörter Zweite Liga über die Lippen zu bringen". Aber es gelang ihm. Genauso wie die Absichtserklärung, sich nicht länger als nötig im Fußball-Unterhaus aufhalten zu wollen: "Alles im Verein ist erstklassig, das Trainingsgelände, die Fans, nur momentan die Mannschaft nicht", sagte der 46-Jährige: "Und das soll sich auch wieder ändern." Durch den achten Abstieg sei man wieder einmal "in der Verpflichtung, Vertrauen zurückzugewinnen und Enthusiasmus zu entfachen". Den verloren gegangenen Kredit will man sich sofort zurückholen: "Und das geht am einfachsten mit sportlichen Erfolgen", sagte Bader.

Bei den Neuverpflichtungen habe man sich an Akteure gehalten, die neben der nötigen Qualität auch einen integren Charakter aufweisen: "Es sind alles Spieler, die den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen wollen und sich nicht damit zufrieden geben, in der Zweite Bundesliga nur eine gute Rolle zu spielen", betonte Bader, der die Rolle des Gejagten in der Zweiten Liga "mit viel Demut und Respekt" annimmt. Ein bisschen auch mit der Hoffnung, "dass uns unsere Fans verzeihen, wenn sie merken, dass sie der Mannschaft vertrauen können". Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag werden aber weder die Spieler noch der Cheftrainer anwesend sein. "Es geht nur um die alte Saison", betonte Bader.

Der aktuelle Club-Kader

Tor: Raphael Schäfer, Patrick Rakovsky, Benjamin Uphoff | Abwehr: Dave Bulthuis, Cristian Ramirez, Javier Pinola, Özgür Özdemir, Even Hovland, Martin Angha, Tobias Pachonik | Mittelfeld: Ondrej Petrak, Jan Polak, Niklas Stark, Timo Gebhart, Danny Blum, Willi Evseev, Markus Mendler, Mike Ott, Hiroshi Kiyotake, Robert Mak | Sturm: Antonio-Mirko Colak, Mariusz Stepinski, Jakub Sylvestr, Tomas Pekhart.

Stefan Jablonka

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