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Zengers Taktiktafel: FCN erwartet den aggressiven Jahn

Regensburg spielt auch in dieser Saison seinen Außenseiterfußball - 27.01.2021 06:00 Uhr

17 Spiele, 20 Punkte, Platz 13: Die Saison läuft bislang nicht so berauschend für SSV Jahn Regensburg.

12.01.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Wie war das Hinspiel?

Es war die erste einer ganzen Reihe von Partien, in denen der 1. FC Nürnberg eine Führung verspielte. Es war auch die erste, die der FCN defensiv ordentlich gestaltete, in der er aber offensiv wenig Torgelegenheiten hatte. Tim Handwerker hatte per Fernschuss den Club in Führung gebracht, zwei weitere Halbchancen durch Sarpreet Singh und Pascal Köpke waren das Einzige, was am Ende zu Buche stand. Regensburg glich durch einen Handelfmeter aus, biss sich aber weitestgehend die Zähne an der Defensive des FCN aus.

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17 Spiele dauert eine Vorrunde in der 2. Fußball-Bundesliga. 17 Spiele, in denen es für die Spieler gilt, sich dem Trainer zu empfehlen. Und (zumindest theoretisch) 17 Möglichkeiten, sich eine gutem Bewertung im Zwischenzeugnis von nordbayern.de zu sichern. Wem das vom 1. FC Nürnberg gelungen ist? Die Sportredakteure Uli Digmayer und Fadi Keblawi haben Noten vergeben.


Das Spiel war über weite Strecken zerfahren, von den mit Nachspielzeit 100 Minuten Spielzeit war der Ball mehr als 59 Minuten nicht im Spiel, was nicht nur dem Einsatz des VAR vor dem Regensburger Elfmeter geschuldet war. 29 Fouls wurden begangen. Nicht ganz untypisch für Spiele mit Regensburger Beteiligung. Der Jahn ist die Mannschaft mit den meisten Fouls der Liga. Darüber hinaus hielten beide Teams auch den Ball nicht sonderlich lang in ihren Reihen. Im Schnitt dauerte es nicht länger als elf Sekunden bis der Ball wieder beim Gegner war. Von 13 von beiden Teams versuchten Steckpässen kam keiner an.

Was ist seitdem passiert?

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Der Jahn und der FCN sind immer noch – oder genauer gesagt wieder – punktgleich. Beide holten in der Hinrunde ihre Punkte vor allem zu Hause. In Sachen Spielstil hat sich auch nicht viel geändert. Der Jahn spielt weiter seine Art Außenseiterfußball: pressingintensiv, aggressiv und direkt. Es geht weniger um den stabilen und genauen Spielaufbau, sondern mehr darum, möglichst geradlinig vors Tor zu kommen. Das führt dazu, dass der Jahn zwar relativ schlechte Passquoten hat, in Sachen Ballkontakte im gegnerischen Strafraum und in Tornähe angekommene Pässe aber weitaus besser dasteht, als die Passquoten vermuten ließen.

Ein Element, das Regensburg etabliert hat, ist das Dribbling, um den Ball vorwärts zu bringen. Das hängt natürlich teilweise mit der direkten Spielanlage zusammen: Wer viel mit tiefen Pässen geschickt wird, kommt auch oft mit Fuß am Ball in Richtung Tornähe, sofern der Pass ankommt. Dennoch ist es auffällig, dass mit Vrenezi, Caliskaner und Stolze gleich drei Regensburger unter den acht Zweitligaspielern sind, die am häufigsten ins Dribbling gehen. Kein anderer Verein hat auch nur mehr als einen Spieler in den ersten fünfzehn dieser Wertung, in der Tim Handwerker auf Rang 13 liegt.

Wie kann man sie knacken?

Was sich in der Hinrunde gezeigt hat: Wenn der Jahn selbst unter Druck gesetzt wird, kommt er damit nicht zurecht. Die meisten Siege der Oberpfälzer kamen dann zustande, wenn sie zwar das eigene Pressing aufziehen konnten, aber nicht selbst zu sehr in Bedrängnis kamen. Wenn genug Druck aufgebaut wird, dann machen die Verteidiger Fehler, dann rächt sich auch der auf direktem Spiel basierende Aufbau. Denn dann ist der Ball schnell wieder weg und manchmal hilft dann nur ein Foul in Tornähe.

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Einen Vorteil hat der FCN: Seit Januar 2020 hat der Jahn nur ein Auswärtsspiel gewonnen – Anfang Dezember in Aue. Dabei kommt der SSV auf des Gegners Platz weitaus weniger direkt vors Tor als daheim. Das merkt man auch daran, dass er auswärts im Schnitt drei Meter weiter vom Tor entfernt abschließt als zu Hause, was die Trefferwahrscheinlichkeit verringert. Dass eine Auswärtsschwäche keine Garantie ist, zeigte sich zuletzt, als der FCN gegen Hannover verlor, das zuvor erst ein Auswärtsspiel gewonnen hatte.

Auf wen muss der Club aufpassen?

Der Torschütze aus dem Hinspiel, Max Besuschkow, dürfte zwar nach zwei Fehlschüssen am siebten und zehnten Spieltag seinen Status als Elfmeterschütze verloren haben, unumstrittene Stammkraft ist der 23-Jährige, der beim VfB Stuttgart ausgebildet worden ist, dennoch. Meist agiert Besuschkow als linker Sechser im 4-2-3-1 von Mersad Selimbegovic und lenkt von dort das Spiel. Dabei schafft er es, so präzise in die Spitze zu passen, dass von allen Mittelfeldspielern nur Hamburgs Dudziak und Fürths Seguin mehr Pässe in Tornähe zum Mann bringen.

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Zusammen mit Seguin ist er auch der einzige Zweitligaspieler, der auf vier Second Assists (Vorlage zur Vorlage) und sogar noch einen Third Assist (Vorlage zur Vorlage zur Vorlage) kommt. Besuschkow ist der Jahn-Spieler mit den meisten und den genauesten Pässen im Kader, in Sachen Genauigkeit gilt das sogar dann noch, wenn man nur Vorwärtspässe wertet. Gleichzeitig arbeitet Besuschkow auch viel nach hinten mit und ist damit einer der Schlüsselspieler im Pressing.


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Florian Zenger

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