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Zum Abschied ein Vorbereitungsspiel

Zu Ehren Marek Mintals kommt am Samstag Meister Dortmund nach Nürnberg - 16.07.2012 20:29 Uhr

Servus Phantom: Am Samstag nimmt Marek Mintal Abschied vom treuen Nürnberger Publikum. © Günter Distler


Rudi Völler war da, immerhin der damalige DFB-Teamchef, selbst Ehrenspielführer Uwe Seeler, auch Pierre Littbarski und Guido Buchwald. Jürgen Klinsmann schwebte standesgemäß aus Los Angeles ein, Klaus Augenthaler dagegen musste nur die Straße hochlaufen, um bei Andreas Köpkes Abschiedsspiel den Libero zu geben. Augenthaler war seinerzeit Trainer des 1. FC Nürnberg.

Sein Club, mal wieder frisch aufgestiegen, verlor in letzter Minute 2:3 gegen Köpke und seine prominenten Freunde, weil ein gewisser Thomas Stehle kurz vor Schluss noch ein Eigentor fabrizierte. Um das Resultat ging es am 15. Juli 2001 aber nicht. Als sich über 36000 Zuschauer im Frankenstadion einfach nur bei ihrem Torwartidol bedanken wollten für unvergessliche Momente.

Wieder zu Hause

Emotional dürfte es auch am Samstagnachmittag zugehen, wenn Marek Mintal endgültig die große Bühne verlässt. Bereits nach dem letzten Heimspiel der Saison 2011/2012 gegen Hoffenheim hatte der nette Slowake viele Ehrenrunden laufen und Tränen abwischen müssen, nachdem sein Profi-Vertrag beim Club zuvor nicht mehr verlängert worden war. Nach einem sportlich durchwachsenen Jahr bei Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock ist Mintal, wie er selbst sagt, jetzt „wieder zu Hause“. Wo der 34-Jährige die U23 verstärken und später irgendwann Trainer im Nachwuchsleistungszentrum werden soll.

Dass sein Herzenswunsch erfüllt wird, ist schon länger klar. Dafür hat Mintal zu viel geleistet für seinen Club. In acht Jahren war er drei Mal Torschützenkönig, sogar Pokalsieger und natürlich Liebling der Massen. „Mit Marek war besprochen, dass er sich in einem Abschiedsspiel noch einmal gebührend von den Fans verabschieden darf“, begründet Sportvorstand Martin Bader die außerordentliche Ehre, die außer Köpke und Mintal bislang niemand anderem zuteil wurde in Nürnberg. Selbst Andreas Wolf nicht. Nach über 14 Jahren im Club-Trikot.

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Mintal und der Club - Eine Nürnberger Liebesgeschichte

Marek Mintal hat die Herzen der FCN-Anhängerschaft rasant und nachhaltig erobert. Wenige haben es in der wechselhaften Vereinsgeschichte geschafft, wie er Aufnahme in den Heroen-Kreis um Max Morlock zu finden. Mittlerweile gibt Marek seine fußballerischen und menschlichen Fähigkeiten an junge Spieler weiter oder steht den Profis als coachender Nothelfer zur Seite.


Am Wochenende wird der Ansbacher mit seiner Familie eigens aus der Wahlheimat Monaco anreisen, um einer von zahlreichen Ehrengästen zu sein. Darunter auch seine ehemaligen Vorgesetzten Hans Meyer, Michael Oenning, Peter Herrmann und Wolfgang Wolf — der erstaunlicherweise sein Kommen zugesagt hat, obwohl er zeitgleich in der Dritten Liga mit Hansa Rostock gegen die Stuttgarter Kickers antreten muss. Auch Dusan Galis (slowakischer Ex-Nationaltrainer), Tomas Galasek oder Martin Driller wollen Mintals Einladung folgen.

Fußball gespielt wird auch. Nürnberg mit Mintal gegen Borussia Dortmund. Deutschlands alte und neue Nummer eins, deren Trainer Jürgen Klopp versprochen hat, auch seine vielen Nationalspieler mitzubringen. Der sportliche Wert des Nachmittags dürfte also etwas höher sein als zuletzt gegen Ulm oder Bamberg.

„Das wird kein normales Vorbereitungsspiel“, glaubt auch Dieter Hecking, dessen Mannschaft bis Donnerstag frei hat und sich erholen soll von den Strapazen des ersten Trainingslagers. Weil‘s so schön war, folgt das zweite bereits ab dem 28. Juli, wie im Vorjahr fährt der Club für eine Woche nach Längenfeld/Österreich. Ohne Mintal.

Der bereitet sich schon seit Mitte Juni auf seinen großen Tag vor. Sechs Treffer hat er in der Vorbereitung geschossen, allein drei gegen den FC Bad Kohlgrub-Ammertal. (Endstand 10:1). Mintals letzter Härtetest. Bevor der Deutsche Meister kommt.

Einen Liveticker zum Abschiedsspiel finden Sie am Samstag, ab 16 Uhr, auf nordbayern.de.

la

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