Zurück zur Zuversicht: Köpke arbeitet hart am Club-Comeback

5.3.2021, 06:00 Uhr
So soll es bald wieder aussehen: Pascal Köpke schießt Tore für den 1. FCN.

So soll es bald wieder aussehen: Pascal Köpke schießt Tore für den 1. FCN. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Der 23. November war für den 1. FC Nürnberg einer der schöneren Tage in einem weitestgehend misslungenen Jahr 2020. Für Pascal Köpke war es der misslungenste. Köpke spielt seit dem Sommer wieder für den Club, bei dem er in der Jugend ausgebildet wurde. Er kam als vielversprechende Neuverpflichtung aus der Bundesliga und von Hertha BSC aus Berlin, wo er sich in zwei Jahren aber nie hatte durchsetzen können.

Köpke wollte wieder Fußball spielen, so wie er das einst sehr erfolgreich für Erzgebirge Aue gemacht hatte. Also blieb eigentlich nur der Wechsel zurück in die zweite Liga - und der zurück zum Club, den er 2013 verlassen hatte, weil die A-Jugend mit ihm damals aus der Bundesliga abgestiegen war und er tatsächlich bei der Spielvereinigung Unterhaching die besseren Perspektiven sah.

Der Club als Herzensangelegenheit

"Ich habe mir überlegt, dass ich, wenn ich den Schritt in die 2. Liga gehe, eigentlich nur nach Nürnberg will. Das ist eine Herzensangelegenheit", sagt Köpke jetzt über seine Entscheidung im Sommer. Die Herzensangelegenheit lief auch gut an. Köpke war zwar nicht komplett fit, als er seinen Dienst am Valznerweiher antrat, aber spätestens als er in Braunschweig bei seinem ersten Startelfeinsatz zwei Tore erzielte, schien alles gut zu werden. Drei Wochen nach dem Auftritt bei der Eintracht wurde aber alles schlecht. Der Club gewann da zwar beim VfL Osnabrück mit 4:1, Köpke aber konnte nur zwölf Minuten mitmachen - dann ging das Knie kaputt. Als er da ausgewechselt auf der Bank saß, sagt Köpke, "hatte ich Tränen in den Augen, weil ich geahnt habe, dass es etwas Schlimmeres ist."

Es war etwas Schlimmeres, einen Tag später bekam Köpke die Diagnose: Kreuzbandriss, Saisonende, wieder nicht ausreichend Fußball für einen, der mit 25 Jahren seiner Karriere die entscheidende Wendung geben will. Von der Niedergeschlagenheit ist nicht mehr viel übrig jetzt im März. Köpke lebt jetzt schon seit einigen Wochen im Rehazentrum in Donaustauf, seine Tage werden strukturiert von einem strengen Zeitplan. "Täglich eine Stunde Behandlung, zweimal Training, dazu noch eine halbe Stunde Aquajogging und Strom, Fango sowie Lymphomat", zählt Köpke auf, was er den ganzen Tag über so treibt.

Es ist "nur" eine Verletzung

Nur an den Wochenenden ist er daheim in Nürnberg. Immerhin kehrt er diesmal mit einer guten Nachricht zurück. In zwei Wochen dürfte er wieder ständig daheim leben, weil die Reha in Donaustauf abgeschlossen ist - und am Anfang der Woche ging es zum Training endlich wieder einmal auf einen richtigen Fußballplatz. Die Zuversicht wächst bei Köpke, dass am Ende zumindest alles in dieser Verletzungsphase so läuft, wie er sich das erhofft hat.

"Das Vertrauen in den Körper ist wieder komplett da, vor manchen Übungen hat man aber schon Respekt", sagt Köpke. Und er, der sein Leben bislang dem Fußball komplett untergeordnet hat, lernt in der Reha auch dazu. "Ich habe hier in der Reha auch schwere Schicksale gesehen. Ich selbst habe nur eine Verletzung und werde wieder gesund", sagt er.

Spätestens in der Vorbereitung auf die neue Saison, will Köpke wieder eine richtige Alternative sein. Ob er sich dann beim Drittligisten oder beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg auf die neue Spielzeit vorbereitet, diese Frage lässt gar nicht erst ausklingen. "Beim Zweitligisten", sagt er. Bis dahin müssen sie aber noch ein paar schöne Tage erleben - ohne Köpke.

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