Straftaten

Tatortschwerpunkt Fürth: 70 gefälschte Impfpässe in Mittelfranken

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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27.10.2021, 17:10 Uhr
ARCHIV - 26.04.2021, Brandenburg, Potsdam: In einem Impfpass ist der Eintrag einer Erstimpfung gegen das Coronavirus zu lesen. (zu dpa «Impfpassfälschungen nehmen in Thüringen weiter zu») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 26.04.2021, Brandenburg, Potsdam: In einem Impfpass ist der Eintrag einer Erstimpfung gegen das Coronavirus zu lesen. (zu dpa «Impfpassfälschungen nehmen in Thüringen weiter zu») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB +++ dpa-Bildfunk +++ © Patrick Pleul, dpa

Fürther Apothekerinnen und Apotheker zeigen sich empört über die betrügerischen Methoden mancher vermeintlicher Kunden, die ihnen allem Anschein nach manipulierte gelbe Impfheftchen präsentieren, nur um an den begehrten QR-Code für vollständig Geimpfte zu gelangen. Er dient seit dem Ende der kostenlosen Corona-Tests als Eintrittskarte für viele Lebensbereiche vom Restaurantbesuch bis zur Flugreise. Am Freitag sprach Polizeisprecherin Janine Mendel noch von 50 Anzeigen unter dem Stichwort "Corona-Impfausweis" in Mittelfranken mit Tatortschwerpunkt in Fürth.

Inzwischen stieg die Zahl solcher Fälle auf 70. Betroffen sind Apotheken in der Innenstadt, der Südstadt, auf der Hardhöhe oder auch in Unterfarrnbach, einige schon mehrfach. Eine Nachfrage etwa bei einem der Unterfarrnbacher Fälle in der angegebenen Arztpraxis ergab, dass die Person dort nicht geimpft worden war.

Die Apotheke erstattet in solch einem Fall Anzeige, die Kripo ermittelt und legt die Anzeige der Staatsanwaltschaft vor, die ihrerseits überprüft, um welche Straftat es sich handelt: Urkundenfälschung, Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse oder eine Straftat nach dem Infektionsschutzgesetz.

Unterdessen floriert der Handel mit gefälschten Impfpässen, analogen wie auch digitalen. So sollen zwei Verdächtige aus Bayern Hunderte fingierte QR-Codes in Internetforen angeboten haben, mit denen Menschen vortäuschen können, dass sie gegen das Coronavirus geschützt sind. Die Preise: bis zu 350 Euro. Auch eine Mitarbeiterin einer Münchner Apotheke kam vorige Woche in U-Haft.