Dienstag, 20.10.2020

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Wund-Bilder

Symbolbild

Mittwoch

21

Oktober

15:00 - 18:00  Uhr

Kategorie: Ausstellungen

Werke von Walter Raum.

Bis 14.02.2021

„Hersbruck kann auf seinen großen Sohn stolz sein!“ - Professor Werner Knaupp, Freund der Familie und profunder Kenner der Kunst Walter Raums machte klar, welche Ehre es sei, dass „ein außergewöhnlicher, großartiger, international erfolgreicher Künstler mit seinen Werken zu seinen Wurzeln, seinem Geburtsort Hersbruck zurückkehrt.“ Eine thematisch zusammengehörende Werkgruppe, die „Wund-Bilder“ sind bis 14. Februar im Kunstmuseum Hersbruck zu sehen.

Sich den Eindrücken dieser Bilder zu entziehen, ist unmöglich. Dicht an dicht gehängt in den zwei kleinen Ausstellungsräumen des Kunstmuseums am Spitaltor, sind die großformatigen Arbeiten auf Papier von drei Farben bestimmt: Schwarz, Weiß und ein leuchtendes Rot, das für den Lebenssaft, das Blut, steht und in den als archaische Torsi angelegten Körpern kraftvoll pulsiert oder unbarmherzig durch grob genähte Wunden versickert. Mit Strichen, die mit lang zurückgehaltener Energie aufgeladen sind, fetzte Walter Raum die Pinsel- und Kreidestriche aufs Papier, verdichtete sie zu schweren Körpergebilden oder ließ sie flirrend im Hintergrund vibrieren. Dem Betrachter im Kunstmuseum vermittelt die kraftvolle Malerei die Wucht der Erlebnisse, die hinter dieser Kunst steckt.

„Als 18-Jährigem, wo andere spätestens die Liebe entdecken, wurde Walter Raum (1923 bis 2009) eine sichtbar zu große Uniform übergestülpt und er musste von heute auf morgen lernen, im Ernstfall als Erster zu schießen.“ Werner Knaupp, ehemaliger Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, zeichnet ein deutliches Bild der Schrecken des zweiten Weltkrieges, die den jungen Walter Raum ein Leben lang nicht losließen. Deswegen, so Knaupp, seien die „Wund-Bilder auch „ keine blutrünstigen, sensationsheischenden Illustrationen, nein, da gingen erlittene, unvorstellbare, unmenschliche Grausamkeiten voraus!“

Werner Knaupp weiß, wovon er spricht. Einerseits hat sich ihm der enge Freund und Kollege Walter Raum in ihren Begegnungen als einem der wenigen Menschen in seinem Leben anvertraut, andererseits setzt sich auch Knaupp in seinem Werk mit den Grenzsituationen menschlicher Existenz auseinander. Der Beginn ihrer Freundschaft fällt in die Zeit der 1980er Jahre, als , „einem gewaltigen Vulkanausbruch gleichend“, die Serie der Wund-Bilder aus Raum herausbrach und sich innerhalb eines Jahres in 100 Arbeiten entlud. Damals verspürte Walter Raum die heilende Wirkung der Kunst, versicherte sich im Malprozess seiner eigenen Existenz und verspürte sogar Glück in seinem Arbeiten.

Das alles ist keine leichte Kost. Die Last der Erinnerungen, denen Walter Raum nicht mehr ausweichen konnte und wollte und die er in die ausgestellten Bilder packte, ist kein leicht zu konsumierendes Feierabendhäppchen. Das haben laut Werner Knaupp zu Lebzeiten Raums ihm auch etliche Kunstinteressierte gesagt.

Doch wer sehen möchte, wie sich in schonungsloser Ehrlichkeit ein Maler den Traumata seines Lebens stellt, welche zeitlose Energie in den Arbeiten gespeichert ist und wie kreatives Schaffen als Katalysator wirken kann, der sollte sich diese Ausstellung ansehen. „Wenn ich male, bin ich!“, hat Walter Raum gesagt. Das ist in dieser Werkschau spürbar. In einer Vitrine ergänzen schriftliche, zeichnerische und fotografische Zeugnisse aus Walter Raums frühen Jahren das Bild.

Die Aussstellung ist abzüglich einer Winterpause (21. 12. 2020 bis 12.01.2021) bis zum 14. Februar im Kunstmuseum in der Amberger Straße 2 in Hersbruck statt. Jeweils 4 Personen dürfen mit Gesichtsmaske gleichzeitig in den Räumen sein.



Wegen möglicher kurzfristiger Änderungen vergewissern Sie sich bitte vor Ihrem Besuch auf der Homepage des Kunstmuseums www.kunstmuseum-hersbruck.de .

STÄTTE/VERANSTALTER:  Kunstmuseum

Adresse:

Amberger Straße 2

91217 Hersbruck

Kontakt:

Infotelefon: 09151 / 4637

E-Mail: info@kunstmuseum-hersbruck.de

Internet: www.kunstmuseum-hersbruck.de

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