Donnerstag, 28.01.2021

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Totengräberhaus in Wöhrd soll saniert werden

Ältestes Haus des Stadteils ist ein Schmuckstück, das wieder glänzen soll - 13.03.2016 06:00 Uhr

Altes Totengräberhaus am Wöhrder Friedhof, hier mit Pfarrer Hannes Ostermayer (rechts) und Friedhofsgärtnerin Hanna Kabuschat, soll ab September saniert werden.

11.03.2016 © Jo Seuß


Es war Bernd Philipp Pommer, der langjährige und im Juni 2012 verstorbene Vorsitzende des Kirchenbauvereins, der das 1529 errichtete Totengräberhäuschen ins Gespräch gebracht hatte. Untersuchungen der Holzbalken hatten ergeben, dass es sich bei dem ummauerten Fachwerkgebäude mit dem kleinen Glockenturm um das älteste noch stehende Haus des Stadtteils handelt. Und Pommer sorgte für das Bewusstsein in Wöhrd, dass das schmucke Bauwerk erhalten werden muss.

Vor allem Pfarrer Hannes Ostermayer von der evangelischen Bartholomäus-Gemeinde hat sich von dem Projekt begeistern lassen. Obwohl die Finanzierung immer wieder auf wackligen Beinen stand, suchte er im Verbund mit dem Kirchenvorstand nach Wegen, um die Sanierung zu schultern. Nun sind im Prinzip alle Hürden übersprüngen und Beschlüsse gefasst. Ostermayer wartet lediglich noch auf die Zusendung der schriftlichen Bescheide.

Historischer Pfusch am Bau

Außenansicht des 1529 errichteten Wöhrder Totengräberhauses.

11.03.2016 © Jo Seuß


Klar ist: Im September sollen die Arbeiten starten, die oben im Dach mit der statischen Sicherung der alten Konstruktion beginnen werden. Laut Ostermayer gilt vor allem der im 16. Jahrhundert nicht ganz sachgerecht errichtete Glockenturm als Problempunkt. "Schon damals gab es offensichtlich Pfusch am Bau", kommentiert der Pfarrer. Bevor die Arbeiter anrücken, muss für die Friedhofsgärtnerei von Hanna Kabuschat ein Ersatzdomizil besorgt werden. Offen ist noch der Standort der Container, die voraussichtlich an der Hohfederstraße aufgestellt werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört der Einbau einer Heizung und die Installation von Heizschlingen in der Wand. Dadurch soll die Feuchtigkeit verbannt und das historische Mauerwerk dauerhaft gesichert werden.

Insgesamt 626.000 Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. 300.000 Euro sind vom Landesamt für Denkmalschutz über den sogenannten Entschädigungsfonds in Aussicht gestellt worden.

Neben 10.000 Euro von der Stadt Nürnberg sind rund 200.000 Euro Rücklagen seitens der Gemeinde vorhanden. Den Rest will man über Spenden und Sponsoren aufbringen. Neben 15000 Euro vom Wöhrder Kirchenbauverein wird sich auch der Vorstadtverein mit 1000 Euro beteiligen. Nicht zuletzt im Rahmen der Kärwa will man neue Gönner finden. Ostermayer ist aber zuversichtlich, dass das Sanierungsprojekt in seinem letzten Jahr in der Gemeinde Formen annehmen wird.

Jo Seuß

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