Donnerstag, 24.10.2019

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Treuchtlinger Adventure-Campus: Profitraining für alle

Neues Angebot auch für Amateurfußballer - 03.06.2019 11:57 Uhr

Gemeinsam für den Adventure-Campus Treuchtlingen am Ball: Geschäftsführer Wolfgang Feldner (Mitte) mit Hans-Christian Döbler (links) und Markus Steinhöfer (rechts), die das Fußball-Trainingsprojekt betreuen. Für die Einheiten und das Angebot, das sich auch an die Vereine aus der Region richtet, können die beiden Fußballer auf ein umfangreiches Equipment zurückgreifen. © Foto: Uwe Mühling


In seinen rund 16 Jahren im Fußball-Profibereich ist Markus Steinhöfer viel herumgekommen. Er hat viel erlebt und viel gesehen in seinen zehn Vereinen. Und doch muss er eines feststellen: "Solche Trainingsmöglichkeiten wie hier am Adventure-Campus beziehungsweise in der Soccer-Arena in Treuchtlingen hätte ich gerne zusätzlich gehabt. Ich hätte das bestimmt zweimal pro Woche genutzt, um mich individuell zu verbessern."

Wovon der ehemalige Profi aus Weißenburg, der bis zuletzt für den VfB Eichstätt in der Regionalliga gespielt hat, so schwärmt, ist ein neues Angebot des Adventure-Campus, das unter dem Motto steht: "Trainieren wie die Profis." Zusammen mit Hans-Christian Döbler (23) betreut Markus Steinhöfer (33) alle Kicker und Teams, die sich für eine oder mehrere Einheiten in der Soccer-Halle (Sparda-Arena) auf der Treuchtlinger Sportanlage entschieden haben. Döbler ist ebenfalls Vollblut-Fußballer, seit drei Jahren ist er als Werksstudent am Campus beziehungsweise an der Hochschule für angewandtes Management tätig und als Kapitän des SV Wettelsheim in Fußballerkreisen bestens bekannt.

Vereine der Region ansprechen

Nach der Testphase mit einigen heimischen Mannschaften geht der Campus mit Geschäftsführer Wolfgang Feldner an der Spitze nun an die Öffentlichkeit und macht sein Angebot publik. Ansprechen will man laut Feldner einerseits Mannschaften aller Altersstufen und Vereine aus der Region, die für eine oder mehrere Stunden die Trainingsmöglichkeiten nutzen möchten. Andererseits können auch Mannschaftscamps für mehrere Tage gebucht werden. Dabei will man sich aber bewusst von klassischen Trainingslagern abgrenzen und sieht sich auch nicht als Konkurrenz zu den Fußballschulen.

Denn: Das Trainingsprogramm bietet andere Aspekte und ist sehr vielschichtig: "Die Ausdauer, der Spaß und der Kopf sind immer sehr viel dabei", betonen Hans-Christian Döbler und Markus Steinhöfer und machen das auch bei einer Vorführung mit dem sogenannten Camponauten schnell deutlich: Döbler passt die Bälle in die Spielfeldmitte zu Steinhöfer. Der muss den Ball sauber annehmen und schauen, welches der vier kleinen Tore in den Hallenecken plötzlich nicht mehr in Rot sondern in Blau aufleuchtet. Dorthin muss der Ball passgenau gespielt – und möglichst versenkt – werden.

Dem Leistungsstand angepasst

Das alles wird per App gesteuert und kann dem jeweiligen Leistungsstand angepasst werden. Sehr guten Spielern kann man für Annahme, Schauen und genauem Pass drei oder vier Sekunden geben, für andere dürfen es auch ein paar Sekunden mehr sein. Topleute wie Steinhöfer und Döbler, die obendrein mit dem System bestens vertraut sind, kommen auch nicht unter Druck, wenn plötzlich alle vier Tore blau leuchten – das ist ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad, bei dem dann auf eines der großen Tore in der Halle gezielt werden muss.

Jeder Spieler oder jede Spielerin ist beim Camponauten voll gefordert. "Es ist sehr intensiv, wenn man das zwei Minuten am Stück macht", sagt Hansi Döbler. Und Markus Steinhöfer ergänzt, dass in diesen wenigen Sekunden alle "Basics" für den Fußball drin sind: Der entscheidende erste Kontakt und die Ballkontrolle; das Hochnehmen des Kopfes verbunden mit der Übersicht, wohin man den Ball weiterspielen muss; und schließlich die Passgenauigkeit.

"4 Steps zum Erfolg"

Für Steinhöfer, Döbler und Feldner ist der Camponaut zugleich einer von "4 Steps zum Erfolg", wie sie ihr Konzept aufgegliedert haben. Ein zweiter Step sind hier die "Exerlights". Dabei geht es um Spielintelligenz, Umschaltphasen und Handlungsschnelligkeit. Im Normalfall spielen Drei gegen Drei, wobei Teams und Tore durch Leuchtsysteme individuell gewechselt werden. Konzentration und Übersicht werden dabei spielerisch trainiert. Und auch hier wird alles dem jeweiligen Leistungsstand angepasst. "Es geht darum, jeden auf seinem Niveau weiterzubringen", betont Wolfgang Felder, der auch schon mehrere Jahre beim Fußball-Weltverband Fifa tätig war.

Angeleitet werden die Teams in Treuchtlingen von Steinhöfer und Döbler. "Das ist auch angenehm für den jeweiligen Trainer, der einen anderen Blick auf seine Spieler und seine Mannschaft bekommt", finden beide, die auch noch die Steps (Schritte) drei und vier im Programm haben: Das ist zum einen der Speedcourt, der Sprinttraining mit oder ohne Ball, Schussgeschwindigkeitstest und einen Technikparcour bietet. Und das ist zum anderen das Mentaltraining, bei dem Döbler und Steinhöfer die richtigen Übungen für Konzentration und Reaktion parat haben.

"Man wird schneller im Kopf"

Alles in allem sieht Markus Steinhöfer durch die Campus-Angebote "einen Riesen-Trainingseffekt" für die Vereine und ist überzeugt: "Es gibt nichts Besseres, man wird so viel schneller im Kopf". Dieses Urteil wiederum ist für Wolfgang Feldner besonders wichtig, denn er will, dass das Projekt auch in der Praxis funktioniert – und wer besser könnte das beurteilen als ein langjähriger Profi.

Feldner sieht es als "absoluten Glücksfall", dass der Campus jemanden wie Markus Steinhöfer für sich gewinnen konnte. Umgekehrt freut sich der 33-jährige Weißenburger, dass dieses Engagement nach vielen Profijahren als Fußballer bei Bayern München, Red Bull Salzburg, FC Basel und einigen weiteren Klubs nun der erste Schritt in ein "normales" Berufsleben ist. "Ich bin froh über die Möglichkeit, hier ins Leben nach dem Fußball reinzufinden und freue mich auf neue Dinge", sagt Steinhöfer, der es natürlich auch gut findet, dass seine neue Tätigkeit weiterhin mit Sport und Fußball zu tun hat.

Gruppen von acht bis 16 Spielern ideal

Wolfgang Feldner findet es "klasse", dass die Zusammenarbeit von Döbler und Steinhöfer völlig auf Augenhöhe läuft und beide gegenseitig voneinander profitieren. Wichtig ist für Feldner auch, dass es durch das Projekt möglich ist, Leute wie Döbler in der Region zu halten und jemanden wie Steinhöfer einzubinden, was zugleich eine enorme Außenwirkung habe.

Jetzt gilt es nur noch die Vereine dafür zu begeistern. Training in der Treuchtlinger Soccer-Arena sei gerade in der Vorbereitung eine sinnvolle Ergänzung, ist das Trio überzeugt und hofft, dass es nicht bei einmaligen Einheiten bleibt. "Es ist auf jeden Fall ein Ausflug aus dem Trainingsalltag und man kann damit jeden Spieler wirklich besser machen", ist Markus Steinhöfer überzeugt.

Ihm und seinen Mitstreitern ist klar, dass auch die finanzielle Komponente bei den Vereinen eine wichtige Rolle spielt. Neun Euro kostet die Stunde pro Teilnehmer, Gruppen von acht bis 16 Kickern seien ideal. Da kommen also schnell mal über 100 Euro pro Team und Verein zusammen. Feldner, Döbler und Steinhöfer sind aber davon überzeugt, dass es eine sinnvolle Investition ist. Außerdem gibt es attraktive Starter- und Spezial-Pakete. Markus Steinhöfer kann sich auch gut vorstellen, dass die Teams dafür Sponsoren gewinnen können, denen es wichtig ist, "den Verein ihres Herzens besser zu machen".

Weitere Informationen gibt es unter www.adventure-campus.com. Ansprechpartner sind Markus Steinhöfer und Hans-Christian Döbler (Telefon: 09142/80 61 00; E-Mail: info@adventure-campus.com). Beide stehen für Fragen und Anmeldungen zur Verfügung.

UWE MÜHLING

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