Jahresrechnung

Trotz Corona: Die Stadt Fürth hat 6,9 Millionen Euro Überschuss

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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„Finanzpolitisch alles richtig gemacht“: In der Fürther Stadtspitze – hier ein Blick in die zurückliegenden Haushaltsberatungen – freut man sich über ein positives Ergebnis für das Jahr 2020.

„Finanzpolitisch alles richtig gemacht“: In der Fürther Stadtspitze – hier ein Blick in die zurückliegenden Haushaltsberatungen – freut man sich über ein positives Ergebnis für das Jahr 2020. © Hans-Joachim Winckler

Dass am Ende des ersten Jahres in der Pandemie noch Geld im Stadtsäckel sein würde, war nicht zu erwarten. Weite Teile der Wirtschaft lagen über Monate hinweg brach, folglich waren empfindliche Einbrüche etwa bei den Gewerbesteuereinnahmen zu befürchten. Und so kam es auch: Stand Anfang Dezember waren die Ausfälle an dieser Stelle um 15 auf unter 50 Millionen Euro abgesackt, ehe sie sich bei 51,5 Millionen einpegelten. Aber: Bund und Land hatten die Kompensation der Ausfälle zugesichert – und sie hielten Wort.

26,5 Millionen Euro als Ausgleich

Wie Finanzreferentin Stefanie Ammon kürzlich dem Stadtrat berichtete, gewährten Berlin und München Fürth eine Ausgleichszahlung für ausgefallene Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 26,5 Millionen Euro. Glück für Fürth: Als Berechnungsbasis dienten die drei „guten“ Jahre 2017 bis 2019. Hinzu kommt: Der Bund hat drei Millionen Euro mehr Zuschüsse zu den Kosten der Unterkunft für sozial schwache SGB-II-Empfänger gezahlt. Als dritten Grund für das letztlich positive Jahresergebnis nannte Ammon ein Konsolidierungs- oder Ausgabenbegrenzungspaket über 14 Millionen Euro, das die Stadt im Frühjahr 2020 geschnürt „und erfolgreich umgesetzt“ hatte. Vier Millionen Euro sparte man in den Ämtern bei Sach- und Personalkosten ein, außerdem wurden Investitionen für zehn Millionen Euro vorerst nicht getätigt.


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„Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir jetzt ein negatives Ergebnis von 7,1 Millionen Euro“, erklärte die Kämmerin. Ihr Lob an sich und alle Beteiligten: „Der Stadtrat und die Stadtverwaltung haben finanzpolitisch 2020 alles richtig gemacht.“

Die Stadt schließt 2020 mit einem Plus in Höhe von 6,9 Millionen Euro ab. Und das, wie Ammon betont, trotz Corona, trotz Schuldenabbau (fünf Millionen Euro) und trotz beachtlicher Investitionen. So habe die Stadt für 14,5 Millionen Euro Grundstücke gekauft, „um unsere Stadtentwicklung voranzutreiben“. Der Schuldenabbau war ursprünglich in größerem Umfang geplant gewesen: in Höhe von 15 Millionen Euro.

„Starkes Signal“

Oberbürgermeister Thomas Jung sprach von einer „finanzpolitischen Kontinuität“, die Fürth hoffentlich beibehalten könne. Er mahnte aber auch, nicht zu vergessen, dass sich Bund und Land großzügig gezeigt hätten, und verwies darauf, dass die Pro-Kopf-Verschuldung im Kernhaushalt gesunken ist – von 1500,82 Euro im Jahr 2019 auf 1454,65 Euro. Jung betonte, dies sei in diesen schwierigen Zeiten „ein starkes Signal für die Generationengerechtigkeit“.


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Und was geschieht mit den 6,9 Millionen Euro? Laut Ammon werden sie den Rücklagen zugeführt, die sich damit auf 145,6 Millionen Euro erhöhen. „Das Wichtigste für die kommenden Jahre ist, dass die geplanten sowie notwendigen Maßnahmen und Projekte umgesetzt werden können“, sagt die Referentin – und schiebt damit manchen Begehrlichkeiten aus der Politik schon mal vorsichtshalber einen Riegel vor.

Zu berücksichtigen sei auch die Bewältigung der Pandemie-Folgen für die Gesellschaft. „Weniger wichtige Maßnahmen müssen dabei leider zurückgestellt werden, um die Hauptziele realisieren zu können.“

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