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Unterschiedliche Regelungen für Mädels und Jungs

Warum bei den Juniorinnen die Saison fortgesetzt wird, während es bei den Junioren den Abbruch gibt - 12.06.2020 19:12 Uhr

„Wir müssen die Mädels weiter begeistern“: Das fordert Sandra Hofmann, die Vorsitzende des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses. Sie befürwortet die beschlossene Saisonfortsetzung im Juniorinnenfußball, wenn möglich ab 1. September. Was mit der Hallenrunde passiert – davon stammt auch unser Bild –, ist derzeit in allen Bereichen noch völlig offen. © Archivfoto: Uwe Mühling


Sandra Hofmann war in der entsprechenden Lösungs-Arbeitsgruppe dabei. Sie stammt aus den Reihen des TSV Mörsdorf, ist die Vorsitzende des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses und erläutert das Ganze wie folgt: "Das Thema ‚Bindung‘ der Spielerinnen hat bei den Juniorinnen für die Vereine ein viel größeres Gewicht als bei den Erwachsenen oder Junioren. Das liegt nicht nur daran, dass wir viel weniger Juniorinnen im Spielbetrieb haben als bei den Junioren. Für das Gros der Mädchen spielt trotz allem sportlichen Ehrgeiz die soziale Komponente eine immense Rolle."

Das gemeinsame Spiel und der Teamgeist, so Hofmann, stehe oft über dem Leistungsgedanken. "Von Beginn an war für die Vereinsvertreter eine der größten Sorgen, bei einem Saisonabbruch und dem darauffolgenden Umbruch vor dem Saison-Neustart massiv Spielerinnen zu verlieren und womöglich gar keine Mannschaft mehr stellen zu können", erklärte Sandra Hofmann, die auch schon als Frauen-Kreisspielleiterin NM/Jura und Herren-Bezirksspielleiterin aktiv war. Kurzum: "Eine Saisonfortsetzung war auch der klare Wunsch der Vereine. Wir müssen die Mädels weiter begeistern."

Großzügige Regelung

Im Gegensatz zu den Mädels, die den Spielbetrieb der "alten" Saison nach Möglichkeit am 1. September wieder aufnehmen sollen, gibt es bei den Jungs einen Abbruch der Spielzeit 2019/2020: Die Tabellen wurden mittels Quotientenregelung fixiert; Auf- und Abstieg sind sehr großzügig geregelt; in der kommenden Spielzeit 2020/2021 werden die Ligen maximal zehn Mannschaften umfassen; gespielt wird mit einer Herbst- und einer Frühjahrsrunde – wenn es die Corona-Entwicklung zulässt (wir berichteten).

Bei den Webinaren für die Verbandsligen, in denen auch der TSV 1860 Weißenburg mit drei Teams vertreten ist, kam der Wunsch auf, dass man im Spielplan möglichst gleich viele Heim- und Auswärtsspiele hat, zumal es im Herbst und Frühjahr jeweils nur eine Einfachrunde gibt. Dieser Wunsch lässt sich bei einer geraden Anzahl von Mannschaften natürlich nicht verwirklichen. Roland Mayer vom TSV 1860 schlug deshalb vor, möglichst Ligen mit ungerader Mannschaftszahl zu bilden, damit alle gleich viele Heim- und Auswärtsspiele haben. Bei Neuner-Ligen wäre das beispielsweise der Fall. Jeder Verein hätte acht Spiele – vier daheim, vier auswärts.

Jugend-Wechsel wie gehabt

Bekräftigt wurde bei dem Webinar, dass alle Wechselbestimmungen im Juniorenbereich unverändert weiter gelten. Es gibt also keine "Winterwechselregelung" wie im Herrenbereich. Beim Aufstieg greift die Quotienten-Regelung. Die Mannschaft mit dem besten Punkteschnitt darf aufsteigen, sofern sie dazu berechtigt ist. Stehen mehrere quotientengleichen Teams auf den Aufstiegsplätzen, dürfen sie alle aufsteigen (kein direkter Vergleich). Wer in den "Abschlusstabelle" einen Aufstiegsrelegationsplatz belegt, darf ebenfalls nach oben. Verzichtet eine Mannschaft, dann rückt wie immer das nächstbeste aufstiegsberechtigte Team nach.

Hinzu kommt noch die Regelung, dass auch Teams, die 80 Prozent des Quotienten des Erstplatzierten erreicht haben, einen Antrag auf einen Platz in der höheren Liga stellen können. Die Spielleitung entscheidet dann, ob ein Aufstieg möglich ist. Beim Abstieg erwischt es nur solche Mannschaften, die bis zum Saisonabbruch punktlos waren.

Eingruppierungswünsche sollen über ein Online-Formular behandelt werden. Den entsprechenden Link wird Verbandsjugendleiter Florian Weißmann an die Vereine versenden. Ungeachtet dessen wird es weiterhin den Meldebogen geben, der voraussichtlich bis 31. Juli geöffnet bleibt.

In puncto Spielklassen-Zusammenstellung wartet im Juniorenbereich insgesamt viel Arbeit auf die zuständigen BFV-Funktionäre. So ist beispielsweise abzuwarten, ob die Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Bundesligavereine ihre geplante U12-Förderliga verwirklichen. Das hätte Auswirkungen auf die U13-Bezirksoberliga, in der unter anderem der 1. FC Nürnberg II und die SpVgg Greuther Fürth II spielen. Generell wird es eine umfangreiche Aufgabe, alle Bewerbungen um den Aufstieg auf den verschiedenen Ebenen zu behandeln.

InfoUnter www.bfv.de finden sich weitere Informationen mit einem Fragen-Antwort-Katalog zum Bereich Junioren und Juniorinnen sowie zu den möglichen Szenarien der Junioren-Saison 2020/2021. Für Rückfragen der Vereine ist die LAG "Spielbetrieb Liga und Pokal Junioren/Juniorinnen" entsprechend der Aufgliederung unter den nachstehenden beiden E-Mail-Adressen erreichbar: lag-junioren@bfv.de für den Themenkomplex Junioren und lag-juniorinnen@bfv.de für den Themenkomplex Juniorinnen.

 

wt/um

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