Samstag, 18.01.2020

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VfL-Baskets weiter in der Abwärtsspirale

Die Treuchtlinger unterlagen im Regionalliga-Heimspiel gegen Schwabing mit 81:96 (44:45) - 09.12.2019 07:03 Uhr

Der Topscorer des Abends: Florian Beierlein (links am Ball) erzielte gegen Schwabing 28 Punkte. Insgesamt sollte es für ihn und den VfL Treuchtlingen gegen die starken Gäste aus München aber nicht reichen und es setzte die siebte Saisonniederlage. © Foto: Uwe Mühling


Für die Schwabinger war es nach ihrem Fehlstart (ein Sieg, fünf Niederlagen) nun bereits der fünfte Sieg in Serie. Bei den Treuchtlingern sieht es ziemlich gegensätzlich aus, denn nach vier Siegen zum Auftakt ging der VfL in der 1. Regionalliga Südost in den vergangenen acht Partien nur einmal als Gewinner vom Feld. Spätestens jetzt müsste jedem klar sein, dass es für die Korbjäger aus dem Altmühltal in dieser Saison nur um den Klassenerhalt geht.

"Schwabing war die bessere Mannschaft", räumte Harlander ein und gratulierte seinem Trainerkollegen Robert Scheinberg zum Sieg. Der VfL-Coach machte aber fast im gleichen Atemzug deutlich "dass wir momentan aus dem letzten Loch pfeifen und verletzungsgebeutelt sind". Neben dem lange ausfallenden Spielmacher Claudio Huhn musste mit Jonathan Schwarz (Fußentzündung) erneut einer aus der großen Garde passen. Gerade gegen die vielen langen Jungs aus der Landeshauptstadt "hat uns Joni an allen Ecken und Enden gefehlt", stellte sein Trainer fest.

28 Punkte von Beierlein, 24 von Freer

Vor gut 400 Zuschauern in der Senefelder-Turnhalle war Treuchtlingens Florian Beierlein mit 28 Punkten diesmal der Topscorer auf dem Feld. Zweistellig trafen für den VfL auch Luca Wörrlein (21 Punkte und zusätzlich neun Rebounds) sowie Stefan Schmoll (zwölf). Auf der Gegenseite kamen gleich fünf Spieler auf eine zweistellige Korbzahl – allen voran Nicholas "Nick" Freer. Der US-
Boy und Ex-Ansbacher erzielte 24 Punkte und führte mit seiner Routine und Klasse die junge Schwabinger Mannschaft an, die sich zu großen Teilen aus den Toptalenten der IBAM (Internationale Basketball Akademie München) rekrutiert.

Bis zur Pause war die Partie noch völlig offen. Das erste Viertel ging mit 18:16 knapp an Schwabing, das zweite mit 28:27 an Treuchtlingen. Groß war der Jubel, als Florian Beierlein fast mir der Sirene einen "Dreier" zum 44:45-Halbzeitstand versenkte und den zwischenzeitlichen Zehn-Punkte-Rückstand der Hausherren vergessen machte. Zu Beginn des dritten Durchgangs ging der VfL dann sogar in Führung und die Überraschung schien möglich. "Als wir uns freigespielt hatten, hat man gesehen, dass wir gegen einen solchen Gegner wie Schwabing gewinnen können", stellte Coach Harlander nach dem Match fest, schickte aber gleich eine Einschränkung hinterher: "Wenn wir vollzählig sind."

Verschlungene Angelegenheit: Luca Wörrlein, der 21 Punkte für die VfL-Baskets beisteuerte, im Duell mit Schwabings Anführer Nick Freer, der es auf 24 Zähler brachte. © Foto: Uwe Mühling


 Doch das ist derzeit bekanntlich nicht der Fall, und so zog Schwabing wieder vorbei und sorgte mit einem 12:0 zum 64:84 für die vorzeitige Entscheidung. Diese 20 Punkte waren zugleich der höchste Vorsprung des Abends. In den Schlussminuten konnte der VfL das Resultat zum 81:96-Endstand noch etwas freundlicher gestalten, an der siebten Saisonniederlage gab es aber nichts mehr zu rütteln.

Woran es haperte, lässt nicht zuletzt der Blick in die Statistik erkennen: Die Treuchtlinger hatten eine magere Feldwurfquote von nur 43,6 Prozent (Schwabing: 54,9). Bei den Rebounds lagen die Gastgeber noch viel deutlicher im Hintertreffen (26:43). Weiterer entscheidender Faktor waren die Ballverluste. Satte 26 leisteten sich die Baskets. "Das dürfte Negativrekord sein, seit ich hier bin" stellte Trainer Harlander fest. Die Aktionen wirkten sehr zerfahren und verunsichert. Und noch ein Aspekt: Beim VfL, der nur 5:31 Minuten in Führung lag, erzielten die Spieler, die von der Bank kamen, nur sechs Punkte, beim MTSV waren es 27 Zähler der Ersatzspieler.

"Am Ende war uns Schwabing mit seiner Intensität und Robustheit überlegen", befand der Treuchtlinger Coach, der trotz der aktuellen Krise ganz bewusst keinen seiner Spieler "in die Pfanne hauen will", weil jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten spiele. "Es ist ein ganz schwieriges Ding gerade", findet Stephan Harlander, hofft aber dennoch, dass vor Weihnachten noch ein Erfolgserlebnis gelingt. Zum Abschluss der Vorrunde gastieren die Treuchtlinger am Samstag, 14. Dezember, bei der BG Leitershofen/Stadtbergen und eine Woche später am 21. Dezember im ersten Rückrundenspiel bei Weimar/Jena II. Zwei Auswärtsspiele also noch, weshalb sich Kapitän (und Spartenleiter) Stefan Schmoll schon jetzt bei den VfL-Fans sowie den vielen Helfern/-innen für die Unterstützung bedankte.

VfL Treuchtlingen: Florian Beierlein (28 Punkte, davon 3 Dreier, 5 Assists), Luca Wörrlein (21 Punkte, 9 Rebounds), Stefan Schmoll (12 Punkte), Simon Geiselsöder (9), Kevin Vogt (5), Moritz Rettner (4), Arne Stecher (2), Tobias Hornn, Yannick Rapke, Moritz Schwarz, Moritz Eckert.

MTSV Schwabing: Nicholas Freer (24 Punkte), Lauris Eklou (14), Bent Leuchten (13 Punkte, 10 Rebounds), Ralph Hounnou (13), Daniel Palomares (11 Punkte, 7 Rebounds, 5 Assists), Tristan da Silva (8 Punkte, 5 Rebounds), Lukas Zerner (7), John Saigge (6), Leander Schwalm, Mohamed Barake, Adrian Gheorgiu, Gaetan Schoentgen.

Die einzelnen Viertel: 16:18, 28:27, 18:26, 19:25; Fünf-Minuten-Takt: 11:10, 16:18, 29:39, 44:45 (Halbzeit), 55:59, 62:71, 72:84, 81:96;  Schiedsrichter: Lukas Kohlmeier, Patrick Meier; Zuschauer: 400 in der Turnhalle der Senefelder-Schule.

 

UWE MÜHLING

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