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Virus legt Sport in Weißenburg und Umgebung lahm

Quer durch die Sportarten gibt es wegen der Corona-Gefahr Pausen oder bereits den Saisonschluss - 13.03.2020 21:14 Uhr

Wenn die Bälle ruhen: Quer durch die Sportarten wurde der Spielbetrieb für die laufende Saison unterbrochen oder bereits komplett beendet. Die weitere Entwicklung muss abgewartet werden, die Auswirkungen auf Auf- und Abstieg wird alle Beteiligten noch längere Zeit beschäftigen.

© Foto: Uwe Mühling


Die Gefahr durch das grassierende Virus hat für eine Art Kettenreaktion gesorgt und die diversen Verbände dazu veranlasst, den Spielbetrieb "bis auf Weiteres" auszusetzen (Handball) oder die Saison zu beenden (Tischtennis, Volleyball, Basketball). Beim Fußball ist eine Pause bis einschließlich 23. März, sprich für die beiden kommenden Spieltage geplant – vorerst wohlgemerkt! Der Fußball-Verband rät auch dazu, das Training einzustellen. Im Schießsport wurden die Rundenwettkämpfe gestern Nachmittag vorerst eingestellt, die Bezirksmeisterschaften wurden ganz abgeblasen. Ein Überblick:

Fußball

Der Fußballsport hat die meisten Aktiven und den umfangreichsten Spielbetrieb. Der zuständige Bayerische Fußball-Verband (BFV) gab seine Marschroute am Freitag bekannt: "Der BFV setzt als Vorsorgemaßnahme hinsichtlich der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten und der dynamischen Lageentwicklung den kompletten Spielbetrieb für mindestens zwei Wochen bis einschließlich 23. März 2020 im ganzen Freistaat aus."

Davon betroffen sind unter anderem die höherklassigen Junioren-Mannschaften des TSV 1860 Weißenburg und auch dessen erste Herrenmannschaft in der Bezirksliga Süd. Auf Kreisebene soll es im Gebiet Neumarkt/Jura erst am 28./29. März wieder richtig losgehen, so jedenfalls der ursprüngliche Plan vor Corona-Zeiten. Eine Woche vorher sind einige Nachholspiele angesetzt, die nun erneut ausfallen werden.

"Ohne heute zu wissen oder auch nur ansatzweise abschätzen zu können, wie sich die Lage weiterhin entwickelt, ist es für den Moment geplant, die jetzt in den Amateurklassen abgesagten Partien nachzuholen", schreibt der BFV in einer Pressemitteilung. Präsident Rainer Koch unterstreicht: "Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile die ersten positiv getesteten Spieler und auch infizierte Personen aus dem engen Umfeld von Amateur-Mannschaften gibt und damit die Unsicherheit bei vielen Vereinsvertretern groß ist, war es der einzig richtige Schritt, den Amateurspielbetrieb jetzt komplett auszusetzen."

Unabdingbar ist die Entscheidung laut Koch auch mit Blick auf die unmissverständlichen Aussagen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der klar gemacht hat, dass Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern grundsätzlich abzusagen seien. Zugleich riet der Landeschef auch von Zusammenkünften mit einer geringeren Beteiligung klar ab.

Der BFV wiederum rät seinen rund 4600 Vereinen auch dringend dazu, den Trainingsbetrieb einzustellen: "Verbieten können wir es nicht, wir appellieren hier aber an die Vernunft der Verantwortlichen in unseren Mitgliedsvereinen, in dieser für unser Land nicht einfachen Lage alles zu tun, um gemeinsam diese Situation zum Guten zu wenden. Es wäre schwerlich nachvollziehbar, wenn Schulen und Kitas in Bayern geschlossen sind, im Verein aber das Training fortgesetzt würde."

Basketball

In den anderen Sportarten liegen neben dem Spielbetrieb ebenfalls die meisten sonstigen Aktivitäten lahm. Kontakte laufen via Telefon, Mails, Video und Co. Der Bayerische Basketball-Verband (BBV) war am Donnerstagmittag sozusagen der Vorreiter der Absetzungswelle gewesen, als er die geplanten Partien in der 1. Regionalliga Südost (darunter auch das Match des VfL Treuchtlingen gegen Vilsbiburg) ebenso absetzte wie alle Begegnungen in den bayerischen Ligen. Am Freitag folgte dann die Entscheidung, den Spielbetrieb für diese Saison komplett einzustellen.

Der Basketball-Bezirk Mittelfranken hat die Saison für seine Spielklassen (unter anderem mit Teams des TSV 1860 Weißenburg und des VfL Treuchtlingen) ebenfalls beendet. Wie sich das alles auf Auf- und Abstieg auswirkt, blieb verständlicherweise noch offen. "Was dies für die Anwartschaftsrechte der kommenden Saison bedeutet, wird nachgereicht", teilte der Basketball-Bezirk Mittelfranken mit und forderte seine Vereine dazu auf, parallel zum Spiel auch den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres auszusetzen.

Volleyball und Handball

Gegen Abend kam am Donnerstag auch die Absage für Volleyball und Handball. Der Bayerische Volleyball-Verband hat das "vorzeitige Ende des Spielbetriebs der laufenden Saison" beschlossen. Wie sich das auf die nächste Spielzeit auswirken wird, ist auch im Volleyball fraglich. Betroffen sind unter anderem die Teams des TSV 1860 Weißenburg.

Das gilt auch im Handball. Hier hat der Bayerische Handball-Verband verordnet, "dass bis auf Weiteres alle Veranstaltungen des BHV einschließlich Spielbetrieb eingestellt werden". Wie im Basketball, so steckt auch im Volleyball und Handball die Saison 2019/2020 in der Schlussphase. Volleyball entschied sich für einen kompletten Schlussstrich, Handball beendet zunächst den Spielbetrieb für Kinder und Jugendliche. Der Erwachsenen-Spielbetrieb ruht vorerst. Spätestens zum 19. April soll im Handball über eine Wiederaufnahme in den Herren- und Damenklassen auf mittelfränkischer und bayerischer Ebene entschieden werden.

Tischtennis

Überall bleibt abzuwarten, wie sich die Ausnahmesituation auf den jeweiligen Auf- und Abstieg auswirken wird und ob überhaupt Meister gekürt werden. Das gilt auch im Tischtennis, wo das Covid-19-Virus in den vergangenen Tagen ebenfalls für reichlich Aufregung und Diskussionen gesorgt hat. Nun folgte die klare Entscheidung: Saisonende! "Die aktuelle Situation bezüglich des Coronavirus hat den Bayerischen Tischtennis-Verband dazu veranlasst, den offiziellen Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen", teilte der BTTV auf seiner Homepage mit. Das Präsidium komme mit der Entscheidung seiner Fürsorgepflicht gegenüber allen Beteiligten nach.

Präsident Konrad Grillmeyer findet den Saisonabbruch "bedauerlich", geht aber vom Verständnis aller Vereine, Spielerinnen und Spieler aus. Der Mannschafts- und Einzelspielbetrieb ist für 2019/2020 beendet. "Über die Wertung der Spielzeit wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden – von Rückfragen hierzu bitten wir derzeit abzusehen", teilt der TT-Verband mit und rät den Vereinen auch zur Absage von geplanten offenen Turnieren.

Für weitere Aktivitäten wie Qualifikationsveranstaltungen im Nachwuchsbereich, Race-Turniere, Aus- und Fortbildungen oder auch leistungssportliche Maßnahmen gilt ein Stopp bis 19. April. Bis dahin will man weitersehen. Beendet sind hingegen schon jetzt die Tischtennis-mini-Meisterschaften. Die Verantwortlichen im BTTV werden in den nächsten Wochen und Monaten beraten, wie es mit dem Spielbetrieb insbesondere in der nächsten Saison weitergehen soll. Auch hier gilt: "Bis zu einer Entscheidung bitten wir von Rückfragen abzusehen."

Schießsport

Die Rundenwettkämpfe der Sportschützen sollen auf Empfehlung des Bayerischen Sportschützen-Bundes (BSSB) vorerst ausgesetzt werden. Der Gau Weißenburg entschied am späten Freitagnachmittag, diese Vorgabe zu erfüllen. Vonseiten des Bezirks lag zuletzt noch keine Entscheidung vor. Zwei bis drei Schießtage je Liga stehen bis Ostern noch aus. Ob und wann diese ausgetragen werden, ist derzeit noch offen.

Definitiv abgesagt wurden die Mittelfränkischen Bezirksmeisterschaften der Schützen. Deren Ergebnisse werden im Normalfall für die Qualifikation zu den bayerischen Titelkämpfen herangezogen. Diesmal sollen voraussichtlich die Resultate der Gaumeisterschaft für die "Quali" berücksichtigt werden.

UWE MÜHLING

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