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Kommunalwahl 2020: So funktioniert die Stichwahl in Bayern

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Was passiert, wenn die notwendige Mehrheit nicht erreicht wurde? - 16.03.2020 11:33 Uhr

Solche Bilder wird es am 29. März nicht geben. Wahllokale werden bei den Stichwahlen nicht öffnen. Die Abstimmung läuft komplett per Briefwahl. © dpa


In Bayern sorgt das Coronavirus bei den Stichwahlen für ein Novum: Die Stichwahlen werden nur per Briefwahl stattfinden. Wahlberechtigte müssen dabei keine Unterlagen beantragen, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann - alles werde automatisch zugeschickt. Aber alles der Reihe nach:

Alle sechs Jahre finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Die Kommunalpolitik bildet das Herzstück der Demokratie, betonen viele Kommunalpolitiker oft und gerne. Wer Einfluss darauf nehmen will, wie die Zukunft seines Wohnorts gestaltet wird, sollte wählen gehen. Konkret hatten die Bürger am 15. März 2020 die Möglichkeit, einen neuen Gemeinde-, Stadt- und/oder Kreistag zu wählen. In vielen Kommunen und Landkreisen standen Bürgermeister- bzw. Landratswahlen an.

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Über 20 Jahre im Amt: Diese Bürgermeister aus der Region haben es geschafft

Wer als Bürgermeister in Bayern gewählt wird, der kann sich fast unendlich oft wiederwählen lassen. Allerdings gibt es eine Altersgrenze: An dem Tag, an dem die Amtszeit beginnt, darf der Gewählte nicht älter als 67 Jahre sein. Da davor aber genug Zeit bleibt, gibt es in der Region einige Bürgermeister die sehr lange in ihrem Amt waren.



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In den meisten Fällen stellten sich mehrere Kandidaten zur Verfügung. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen, gültigen Stimmen erhält.

Stichwahlen und Losentscheid

Stichwahlen sind dann notwendig, wenn im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit (über 50 Prozent) erhielt. Dann findet am zweiten Sonntag nach dem ursprünglichen Wahltag eine Stichwahl statt. Dabei treten die zwei Personen an, die bei der ersten Wahl die höchsten Stimmenzahlen erhalten hatten.

Erhält mehr als eine Person die zweithöchste Stimmenzahl, entscheidet das Los, wer von ihnen in die Stichwahl kommt. Das besagt das bayerische Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz. Beispiel: Bei einer Bürgermeisterwahl treten drei Kandidaten an. 10.000 Bürger wählen den Kandidaten 1, Kandidat 2 und 3 erhalten jeweils 8000 Wähler-Stimmen.

Wer von den abgegebenen, gültigen Stimmen die höchste Stimmenzahl auf sich vereint, ist der Gewinner der Stichwahl. Bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los.

Wahlwiederholung

Sehr unwahrscheinlich sind Wahlwiederholungen. Dazu kommt es unter anderem, wenn mehr als zwei Personen die höchste Stimmenzahl erhalten. Beispiel: Alle drei Kandidaten bringen es auf 10.000 Stimmen - die Wahl wird wiederholt.

Noch Fragen? Hier erfahren Sie, wie die Kommunalwahl 2020 in Bayern funktioniert. Natürlich bieten wir Ihnen vor, während und nach der Wahl ein umfassendes Service-Programm. Unser gesamtes Angebot finden Sie hier.

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Felix Schwarz

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