Appell der Lehrerverbände

Wegen Omikron: Homeschooling nach Bedarf?

18.1.2022, 13:28 Uhr

Distanzunterricht muss zumindest partiell wieder möglich sein. Das fordert auch Bayerns Verband der Berufsschullehrkräfte. Schulen müssten angesichts rasant steigender Infektionszahlen flexibel entscheiden dürfen, welche Unterrichtsform vor Ort sinnvoll sei.  © Stefan Hippel, NNZ

Jetzt sei ein Höchstmaß an Flexibilität gerade an beruflichen Schulen erforderlich, sagt der Vorsitzende, Pankraz Männlein, in einer Pressemitteilung. Denn das Einzugsgebiet erstrecke sich oft über mehrere Landkreise, die anreisenden Schülerinnen und Schüler arbeiten in Betrieben, nutzen oft öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften und leben teilweise in Wohnheimen.

Das Verbreitungs- und Infektionsrisiko steige dadurch enorm, zumal eine Prüfung und Nachverfolgung positiver Testungen sehr lange andauere, da die Gesundheitsämter überlastet seien. "Unsere Schulen benötigen die Möglichkeit, situationsentsprechend in den Distanzunterricht wechseln zu können", sagt Pankraz Männlein.

"Handeln Sie, Herr Ministerpräsident!"

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Vergangene Woche hatte Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, Ministerpräsident Markus Söder in einem offenen Brief aufgefordert: "Handeln Sie jetzt, Herr Ministerpräsident!". Der Verband stellt sieben Forderungen auf, um Präsenzunterricht trotz der erwartbaren Folgen von Omikron umsetzen zu können und damit Kindern, Jugendlichen sowie Lehrkräften gerecht zu werden.

Jetzt seien "klare Vorgaben für Entscheidungen über den Unterrichtsbetrieb vor Ort" notwendig. Für die Faktoren Inzidenz, Luftqualität, Impfquote, Anzahl der Quarantänefälle in den Klassen bzw. den Schulen, der Versorgung mit Lehrkräften "müssen Richtwerte gelten", an denen sich Schulleitungen orientieren können.

Rückendeckung für den Notfall

Außerdem müsse auf den Lehrkräftemangel reagiert werden. Die "Akzeptanz von durch Corona nochmals erhöhtem Unterrichtsausfall" sei erforderlich, Schulleitungen benötigten die Rückendeckung der Behörde, um gegebenenfalls zu Notlösungen greifen zu können. In diesem Zusammenhang müssten Schulleitungen von ihrer Unterrichtsverpflichtung entbunden werden, um den aktuellen Anforderungen gerecht werden zu können.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche forderte der BLLV, dass die Erwartungen an die Leistungen der Schülerinnen und Schüler heruntergeschraubt, die Voraussetzungen für ein flächendeckendes digitales Lernen geschaffen und faire Prüfungsbedingungen hergestellt werden.