Naturschutz

Wie man im Garten wertvolle Lebensräume schaffen kann

26.10.2021, 11:00 Uhr
Igel brauchen in der kalten Jahreszeit Ecken mit Laub und Ästen, in denen sie ungestört und gut geschützt überwintern können.

Igel brauchen in der kalten Jahreszeit Ecken mit Laub und Ästen, in denen sie ungestört und gut geschützt überwintern können. © Foto: Andreas Giessler/LBV

Mit der richtigen Pflege können Gartenbesitzer ihre Grundstücke gerade zum Jahresende hin zu wertvollen Lebensräumen für Vögel, Insekten, Igel und Co. machen. Der Bund Naturschutz (BN) erläutert, wie das geht.

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden abgetrennt werden, können zusammen mit Laub in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. "Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch andere Tiere wie Kröten oder Eidechsen finden Schutz und Nahrung", erklärt Reinhard Scheuerlein von der Fürther Kreisgruppe des Bundes Naturschutz in einer Pressemitteilung.

Blätter sollten von Rasen- und Wiesenflächen schonend entfernt werden, um kleine, am Boden lebende Tiere nicht zu stören. Gut ist es, wenn auf Flächen mit offenem Erdreich und unter Gehölzen herabgefallenes Laub über den Winter liegen bleiben darf, es bietet Schutz und Lebensraum für viele darunter lebende Organismen. Außerdem bildet das Laub eine Deckschicht, die das Erdreich vor Austrocknung und extremer Kälte schützt.

Auch Früchte und Samen an Stauden und Sträuchern sollten nicht abgeschnitten und entfernt werden. Sie liefern bestes Vogelfutter. An Blüten und Pflanzenstängeln finden außerdem viele Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen.

Seltener und spät mähen

"Grundsätzlich sollten Rasenflächen im Garten zumindest auf Teilflächen seltener und später gemäht werden", rät Scheuerlein: "Wer den Gräsern und Kräutern im Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge."

Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten oder Löwenzahn vertragen nämlich keinen zu häufigen Schnitt. "Wer zu viel mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen", sagt der Fürther BN-Chef.

Rasenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Material locker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen weniger Wildkräuter hoch und man spart sich ständiges Jäten, um den Wildwuchs einzudämmen. Außerdem hält das Mulchen die Feuchtigkeit im Boden.

Der Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen. Insekten wie Bienen oder Hummeln ernähren sich im Frühjahr aus den Blüten zum Beispiel von Krokussen, Märzenbechern und Tulpen. Bei kleinen Frühblühern wie Schneeglöckchen und Krokussen ist es sinnvoll, sie in größeren Gruppen zu setzen.

Kissen aus Blüten

Die Zwiebeln sollten in einer Tiefe, die ihrer doppelten Größe entspricht, in den Boden gesteckt werden. Sie können sich dann zu schönen Blütenkissen entwickeln.

"Dass Laubbläser im Garten tabu sind, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben", sagt Scheuerlein. "Sie sind nicht nur laut, sondern schaden zudem den am Boden lebenden Kleintieren wie Würmern, Insekten, Spinnen und Kleinsäugern, die dadurch verletzt oder getötet werden."

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser

www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten

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