"Eine Sauerei"

100 Euro geblockt: Franke ärgert sich über Abrechnung von Tankstelle

14.10.2021, 06:00 Uhr
Welche Abrechnungsmethode die Betreiber von Selbstbedingungs-Tankstellen anwenden, entscheiden sie - innerhalb bestimmter gesetzlicher Vorschriften - selbst.

Welche Abrechnungsmethode die Betreiber von Selbstbedingungs-Tankstellen anwenden, entscheiden sie - innerhalb bestimmter gesetzlicher Vorschriften - selbst. © Kay_Nietfeld, NNZ

Was Bernd Morgenroth von seinem Erlebnis hält, bringt er schnell auf den Punkt: "Es ist eine Sauerei. So etwas ist mir noch nie passiert." Dann beginnt er zu erzählen: In der vergangenen Woche hatte er seinen Wagen an einer Selbstbedienungs-Tankstelle des Betreibers Globus SB Warenhaus für 25 Euro betankt und per EC-Karte bezahlt. Auf seinem Kontoauszug erschien im Anschluss allerdings eine Rechnung von 100 Euro.

100 Euro als Sicherheitsleistung

Noch an einen Fehler glaubend, rief er bei dem Unternehmen an und erfuhr dort, dass "als Sicherheitsleistung" zunächst immer 100 Euro geblockt würden. Die Differenz werde in den kommenden Tagen wieder freigegeben. Für den Franken ein Unding: "So kann man doch nicht mit den Leuten umgehen. Stellen Sie sich vor, da tankt jemand, der nur 100 Euro auf dem Konto hat. Der kann dann mehrere Tage nicht auf sein Geld zugreifen."

Das Unternehmen selbst bestätigt auf Nachfrage das Vorgehen: Um sicherzustellen, dass eine Bezahlung möglich sei, reserviere Globus zu Beginn des Tankvorgangs einen Maximalbetrag von 100 Euro bei der Bank des Kunden, erklärt Nils Behrens, Bereichsleiter Tankstelle bei Globus. "Nach dem Tankvorgang wird der endgültige Zahlbetrag an die Bank weitergegeben." Die vorherige Reservierung werde "sofort nach dem Tankvorgang" anteilig wieder storniert, "in Einzelfällen" benötigten Kreditinstitut für diese Löschung einige Tage. "Sie erfolgt jedoch innerhalb der gesetzlichen Frist", schließt Behrens.

Während Globus für die Verzögerung die Banken verantwortlich macht, verweisen die auf den Betreiber. Die sogenannte Vormerkung - gemeint ist der geblockte Betrag - könne erst zurückgenommen werden, wenn der finale Betrag eingereicht wurde, heißt es von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) - die Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände - auf Anfrage. Dafür gebe es eine Frist von acht Tagen. "Der Anbieter Globus bewegt sich daher im erlaubten Rahmen, wenngleich die meisten Anbieter häufiger, teilweise täglich, aus Servicegesichtspunkten diese Zahlungen einreichen, damit es zu diesem Phänomen nicht kommt."

Bank oder Unternehmen, wer auch immer für die Verzögerung verantwortlich ist - Fakt ist, der Kunde oder die Kundin kann während der Zeit nicht auf das geblockte Geld zugreifen. Die DK plädiert dafür, das zu kommunizieren: "Wenn es einige Tage dauert, sollte der Anbieter dieses durch Anzeige oder Aushang auch gegenüber Kunden kenntlich machen."

Kritik von Verbraucherschützerin

Für eine solche eine kundenfreundliche Information direkt an der Zapfsäule plädiert auch Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. Überhaupt gebe es andere Abrechnungsmethoden, bei denen Kunden nicht länger auf die Freigabe von geblocktem Geld warten müssten, etwa, indem vorab der gewünschte Betrag eingegeben werde, für den man tanken wolle. Dass die Kunden nicht informiert würden, weist Globus allerdings von sich: Das Unternehmen weise "im Rahmen der Bedienungsanweisung" auf die Vorautorisierung hin.

Bernd Morgenroth überzeugt der "Hinweis im Kleingedruckten" dagegen nicht. "Das liest ja keiner. Stattdessen wundert man sich dann im Nachhinein, warum mehr Geld abgebucht wurde." Er selbst konnte nach vier Tagen wieder auf die 75 Euro zugreifen.

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