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Airbus-Betriebsrat bangt: Eurofighter oder F-18 für Luftwaffe

Bei Entscheidung für Boeing: Arbeitnehmer haben Angst vor dem Aus bei Airbus - 13.02.2020 16:02 Uhr

Die Bundeswehr sucht nach einem Nachfolger für den in die Jahre gekommenen Kampfjet "Tornado". Der Airbus-Betriebsrat bangt wegen der Entscheidung. © Michael Kappeler, dpa


Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will in den kommenden Wochen über die Nachfolge des Kampfflugzeugs Tornado entscheiden. Der Betriebsratschef der Airbus-Rüstungssparte, Thomas Pretzl, warnt vor einer Entscheidung für die amerikanische F-18 und gegen den Eurofighter: "Mit dem Kauf der F-18 riskiert man die Zukunft der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die technischen Kompetenzen bei uns wären weg. Die USA hätten den Markt für sich."

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Laut Airbus arbeiten in Deutschland rund 25.000 Menschen am Eurofighter, Zulieferbetriebe eingeschlossen. Deutschland und Frankreich haben zwar vereinbart, gemeinsam ein "Luftkampfsystem der Zukunft" (FCAS) mit Kampffliegern, vernetzten Drohnen und Satelliten zu schaffen, das 2040 einsatzfähig sein soll. "Aber wir brauchen die technologische Brücke vom Eurofighter zum FCAS," sagte Pretzl. Wenn FCAS wackéle und die Bundesluftwaffe US-Flugzeuge kaufe, "dann war's Das". FCAS sei nicht bloß ein neuer Kampfflieger, "das ist eine neue Dimension", mit Datencloud und Künstlicher Intelligenz. Auch Spanien würde sich beteiligen, andere europäische Staaten seien interessiert.

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Die Bundesluftwaffe hat derzeit 90 Tornados - darunter 20 Tornados, die von den USA als Träger von US-Atombomben zertifiziert sind. Da ein Teil der deutschen Flugzeuge, gemäß dem Nato-Konzept der "nuklearen Teilhabe", in der Lage sein muss, US-Atombomben zu transportieren, muss der Tornado-Nachfolger vom Nato-Partner USA zertifiziert werden. Eine Zertifizierung des europäischen Eurofighters dauere nach amerikanischen Aussagen drei bis fünf Jahre länger als bei der F-18. Die Tornados sollen 2030 ausgemustert werden. Die Nachfolger kosten etwa 10 Milliarden Euro.

Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus steht derzeit unter starkem Druck: Der Auftragsbestand schrumpfte im vergangenen Jahr um 9 Prozent, der Umsatz gab leicht nach und unter dem Strich stand statt einem Gewinn ein Verlust von 881 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern. Vorstandschef Dirk Hoke hatte bereits im Dezember Kostensenkungen, "robuste Maßnahmen" und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern angekündigt. Wo ein Stellenabbau droht, ist im Moment noch nicht bekannt.

Airbus Defence und Space beschäftigt in Manching bei Ingolstadt 5500 Mitarbeiter, in Ottobrunn bei München, Friedrichshafen am Bodensee und Bremen je 2000 Mitarbeiter und weitere 23.000 in Frankreich, Spanien und England. Das Eurofighter-Rumpfmittelteil wird bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg gefertigt.

dpa

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