15°

Freitag, 18.09.2020

|

zum Thema

Altmaier will Ladensterben in Innenstädten verhindern

Bund soll notwendige Maßnahmen noch stärker zu unterstützen - 03.08.2020 14:26 Uhr

Das Schaufenster eines geschlossenen Geschäfts für Geschenkartikel: In Deutschland mussten im Zuge der Coronakrise schon viele Läden schließen. Die Bundesregierung will nun gegensteuern.

© Jens Büttner, dpa


Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will in der Corona-Krise Pleiten von kleineren Läden in Innenstädten verhindern. "Wir müssen Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte entwickeln", sagte der CDU-Politiker. "Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt." Dabei setzt er vor allem auf Digitalisierung, um Einzelhändler zu stärken und das Shoppen und Verweilen für Kunden in den Stadtzentren attraktiver zu machen.

"Jetzt kommt es weniger darauf an, immer neues Geld zu verteilen, sondern darauf, die Attraktivität der Innenstädte zu stärken", sagte Altmaier mit Blick auf Forderungen, Konsumgutscheine auszugeben. Die Absenkung der Mehrwertsteuer bis Ende des Jahres wirke nach seiner Beobachtung und trage dazu bei, dass vor allen Dingen Investitionen in höherwertige Konsumgüter vorgezogen würden.

"Wir müssen den Geschäftsinhabern helfen"

Seit der Corona-Pandemie würden sehr viel mehr Geschäfte online getätigt, sagte Altmaier. An diesem Trend will er auch kleinere Geschäfte stärker beteiligen: "Wir müssen den Geschäftsinhabern in den Innenstädten dabei helfen, ihre Kundenbeziehungen so zu digitalisieren, dass es auch den Modeläden und Schuhgeschäften zugute kommt", sagte er. "Wenn zum Beispiel ein Kunde ein Marken-Hemd online bestellen möchte, sollte er das nicht unbedingt beim Hersteller tun müssen, sondern die Möglichkeit haben, zum gleichen Preis auch über den Einzelhändler seiner Wahl online zu kaufen."

Bilderstrecke zum Thema

Damals und heute: So sehr hat sich Nürnberg verändert

Bomben, Industrieaufschwung und eine glorreiche Vergangenheit: Kaum eine Stadt in Deutschland hat eine so bewegte Geschichte wie Nürnberg. Eine Geschichte, die das Erscheinungsbild der Stadt stetig verändert hat. Wir versuchen, sie sichtbar zu machen.


Er halte es auch für wichtig, unter Einsatz von digitalen Angeboten Stadtteilkonzepte zu entwickeln, die beispielsweise an Wochenenden dazu führten, dass die Stadt von den Menschen als "Erlebnisraum" wahrgenommen werde, so der Minister. Das eröffne dann auch der Gastronomie neue Möglichkeiten.

Altmaier kündigte an, Anfang September die Beteiligten an einen Tisch zu laden, um über die wirtschaftlichen Chancen von Digitalisierung für Innenstädte, Einzelhändler und die Gastronomie zu sprechen. Der Bund müsse bereit sein, "notwendige Maßnahmen gemeinsam mit Kommunen und Ländern noch stärker zu unterstützen", erläuterte er.

Handelsverband fürchtet zweite Infektionswelle

Der Präsident des Handelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser, hatte erklärt, die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bringen. Dies könne 50.000 Standorte in Deutschland die Existenz kosten: "Wenn schon die erste Welle der Pandemie solch dramatische Folgen im Handel hervorruft, möchte ich mir eine zweite nicht vorstellen", sagte er. Viele Händler hätten bei erneuten Einschränkungen oder gar einer zweiten Lockdown-Phase keine Chance mehr, der Insolvenz zu entgehen.

dpa

22

22 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft