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Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt nur leicht

Entwicklung in den EU-Staaten besser als von Experten zunächst befürchtet - 03.06.2020 16:02 Uhr

Die Arbeitslosigkeit in Europa steigt bis jetzt nicht so stark, wie aufgrund der Coronakrise zu befürchten gewesen wäre.

© Georg Wendt, dpa


Wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote von März auf April in den 19 Euroländern um 0,2 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich höheren Anstieg auf 8,2 Prozent gerechnet. Eurostat revidierte zudem den Wert für März von zuvor 7,4 Prozent auf 7,1 Prozent nach unten.

In den 27 Ländern der Europäischen Union (EU) stieg die Quote ebenfalls um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. In der EU seien 14,08 Millionen Personen arbeitslos gewesen, davon 11,92 Millionen im Euroraum. Gegenüber März erhöhten sich die Zahlen in der EU um 397.000 und im Euroraum um 211.000.

Die Zahlen zur Arbeitslosigkeit sind allerdings wegen der Virus-Krise verzerrt. So suchte laut Eurostat ein erheblicher Teil derjenigen Menschen, die sich bei Arbeitsämtern angemeldet hatten, nicht mehr aktiv nach einem Arbeitsplatz. Etwa aufgrund der Einschränkungsmaßnahmen oder wegen Nichtmehrverfügbarkeit, zum Beispiel, wenn sie während des Lockdowns ihre Kinder betreuen. Dies habe zu Abweichungen bei der Zahl der registrierten Arbeitslosen und derjenigen geführt, die gemäß der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als arbeitslos eingestuft werden.

Die Angaben von Eurostat basieren auf der weltweit verwendeten Standarddefinition der Arbeitslosigkeit der ILO, die Arbeitslose als Personen definiert, die in den letzten vier Wochen aktiv nach Arbeit gesucht haben und innerhalb der beiden nächsten Wochen eine Arbeit beginnen können.

Andrew Kenningham, Chefvolkswirt für Europa vom Analysehaus Capital Economics, schrieb: "Der bemerkenswert geringe Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Eurozone spiegelt den Erfolg der staatlichen Unterstützungsprogramme und den Umstand wider, dass in Italien viele Menschen den Arbeitsmarkt verlassen haben." Er vermutet, dass die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten weiter steigen wird, aber nicht so stark, wie er befürchtet hatte.

dpa

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