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Auch in Nürnberg: Fluggäste klagen viel mehr als früher

Wer Ärger am Flughafen hat, der hat Anspruch auf Entschädigung - 30.03.2019 16:04 Uhr

Immer mehr Fluggäste nehmen ihren Anspruch auf Entschädigung wahr. © Arne Dedert, dpa


Ewig auf eine verspätete Maschine gewartet oder gar nicht in den Urlaub gekommen, weil der Flug komplett ausfiel: Immer mehr Menschen in Bayern klagen bei verspäteten oder gestrichenen Flügen auf Entschädigung. Grund für den Anstieg sind wohl die vielen Internetanbieter, über die Betroffene vergleichsweise einfach ihre Ansprüche geltend machen können, wie Gerichtssprecher erklärten.

Fluglärm am Airport Nürnberg lässt vielen keine Ruhe

Das Amtsgericht Erding, das für den Münchner Flughafen zuständig ist, hatte im vergangenen Jahr 5086 neue Fluggastverfahren. Das sind knapp 60 Prozent mehr als 2017. Damals gingen 3190 Klagen ein. Beim Nürnberger Amtsgericht hat sich die Zahl sogar mehr als verdoppelt: Während es 2017 noch 659 neue Verfahren waren, kam das Gericht im vergangenen Jahr auf 1420 Reisevertragsstreitigkeiten. Darunter fallen jedoch auch Fälle, in denen es um Beschwerden über Hotels ging. Der starke Anstieg kommt einem Sprecher zufolge allerdings vor allem daher, dass mittlerweile viele Betroffene von Flugverspätungen oder -ausfällen ihre Ansprüche über Dienstleister im Internet abwickelten.

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Diesen Eindruck bestätigt ein Sprecher des Erdinger Amtsgerichts: "Das sind sicher diese Internetportale, die es einfach machen." Dazu komme in Erding noch, dass mehr Reisende am Münchner Flughafen abgefertigt würden. Somit könnten auch mehr Menschen von Verspätungen und Ausfällen betroffen sein, die dann klagen. Auch ein Sprecher des Memminger Amtsgerichts spricht von einer "merkbaren Zunahme" bei den Klagen bei annullierten oder verspäteten Flügen. Genaue Zahlen gebe es nicht.

Die 2005 in Kraft getretene EU-Fluggastrechteverordnung sieht pauschale Entschädigungen für Kunden vor. Immer mehr Betroffene nutzen für ihre Klagen entsprechende Internetangebote. Dabei zahlt ein Dienstleister dem Kunden etwas weniger als den von der Klage zu erwartenden Betrag, was für diesen einfacher ist, als selbst zu klagen. Anschließend klagt er stellvertretend für den Betroffenen und holt sich so das Geld zurück.

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dpa

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