Temporäre Stromrationierung

Bundesnetzagentur warnt eindringlich: Drohen Stromausfälle wegen zu vieler E-Autos?

Johanna Michel

Online-Redaktion

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15.1.2023, 15:38 Uhr
Weil er eine Überlastung des Stromnetztes befürchtet, warnt der Chef der Bundesnetzagentur die Verbraucher.

© IMAGO, IMAGO/Smith Weil er eine Überlastung des Stromnetztes befürchtet, warnt der Chef der Bundesnetzagentur die Verbraucher.

E-Autos und Wärmepumpen galten eigentlich als vielversprechende und nachhaltige Technologien für die Zukunft. Doch jetzt warnt der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dass durch steigende Zahlen privater Elektroauto-Ladestationen und strombetriebener Wärmepumpen das Netz überlastet und somit die Infrastruktur gefährdet werden könne, berichtet unter anderem die Kreiszeitung.

"Wenn weiter so viele neue Wärmepumpen und Ladestationen installiert werden, dann sind lokale Strom-Ausfälle im Verteilnetz zu befürchten, falls wir nicht handeln", erklärte Müller der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Laut der Zeitung soll die Bundesnetzagentur für den Fall einer zu hohen Auslastung ein Eckpunktepapier veröffentlich haben, das im Ernstfall eine temporären Stromrationierung für Wärmepumpen und E-Autos vorsieht. Diese Pläne sollen zum 1. Januar 2024 in Kraft treten. Von einer kompletten Abriegelung der Stromzufuhr für E-Autos will der Chef der Bundesnetzagentur aber nichts wissen, berichtet der Münchner Merkur: "Wir wollen eine Mindestversorgung jederzeit garantieren", sagte Müller dem Blatt.

Dem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zufolge soll "für eine Vielzahl von Wärmepumpen ein nahezu störungsfreier Weiterbetrieb möglich bleiben." Auch privaten Haushalten soll es bei einer Stromrationierung weiter möglich sein, Elektroautos innerhalb von drei Stunden für eine Reichweite von 50 Kilometern zu laden.