Ab 20. September im SDax und TecDax

Dieses Nürnberger IT-Unternehmen hat sich weltweit einen Namen gemacht

Stefanie Banner
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Politik und Wirtschaft

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Der international tätige IT-Spezialist Suse mit dem Chamäleon im Logo wurde vor 29 Jahren gegründet, seit Mai 2021 ist er an der Börse in Frankfurt.

Der international tätige IT-Spezialist Suse mit dem Chamäleon im Logo wurde vor 29 Jahren gegründet, seit Mai 2021 ist er an der Börse in Frankfurt. © Stefanie Banner, NN

Ein grünes Chamäleon ziert den Maxtorhof hinter der Nürnberger Burg und weist die Passanten darauf hin, wer sich in diesem Gebäude befindet: der IT-Spezialist Suse. Viele kennen das Unternehmen, das mit dem Open-Source-Betriebssystem Linux groß geworden ist und seit Mai an der Frankfurter Börse notiert ist. Am 20. September steigt Suse sogar in den SDax und TecDax auf.

Heute, also am 17. September, vor genau 30 Jahren wurde der erste Linux-Code zum Herunterladen bereitgestellt. Linus Torvalds heißt der Mann, der als Student im August 1991 via Internet an andere leidenschaftliche Programmierer von seiner "Sache, die ich seit April am Köcheln habe" geschrieben hatte: "Ich arbeite an einem frei zugänglichen Betriebssystem nur so als Hobby, wird nicht groß und professionell..." Wie sich der bescheidene Computerfreak damals doch irrte: Linux erlebte einen Siegeszug sondergleichen.

Von Fürth nach Nürnberg

Vier Erlanger Studenten - Roland Dyroff, Thomas Fehr, Hubert Mantel und Burchard Steinbild - waren von Anfang an begeistert: "Linux ist eine tolle Sache. Durch den offenen Quellcode konnte man sehen, wie alles funktioniert", erinnerte sich Dyroff 1999 in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Die vier Informatiker gründeten am 2. September 1992 in Fürth die "SUSE – Software- und System-Entwicklung".


2010: Nürnberger IT-Schmiede Suse Linux wechselt den Besitzer


Wie bei vielen IT-Firmen üblich erlebte Suse eine wechselvolle Geschichte mit mehreren Übernahmen. Der Umzug von Fürth an den heutigen Hauptsitz Nürnberg erfolgte noch mit dem Gründerteam im Jahr 1998. Seit zwei Jahren ist das Unternehmen wieder selbständig und wird von Melissa Di Donato geleitet.

Microsoft verwendet Linux in seiner Cloud

"Einen großen Siegeszug machte Linux als Betriebssystem für die Cloud", sagt Ivo Totev aus dem internationalen Management. "Auch Microsoft verwendet es in seiner Cloud." Die Sicherheitsstandards seien sehr hoch. Täglich kommen dem Manager zufolge 10.000 Code-Zeilen aus der Community dazu. Wenn also eine Sicherheitslücke entstehen würde, wäre diese in kurzer Zeit wieder geschlossen.

Dass der Manager vor zwei Jahren zu Suse gewechselt ist, hat er der Unternehmenschefin Melissa Di Donato zu verdanken, mit der er vorher bei SAP zusammengearbeitet hatte. "Ich habe etwas Spannendes für dich", hatte sie am Telefon zu Totev gesagt. Und: "Eine Unternehmenskultur wie bei Suse gibt es kein zweites Mal." Das reizte ihn, und "ich habe den Jobwechsel nicht bereut", sagt er.

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