Tarifverhandlungen haben begonnen

"Echte Existenzängste": Metall-Beschäftigte fordern in Nürnberg acht Prozent mehr Lohn

WoMa..Foto: Guenter Distler Motiv: Autoren Jahresrückblick "Momente"; Manuel Kugler Nachtrag BA: Mitarbeiterportrait; Porträt; Portrait; Redakteur; 12/2017
Manuel Kugler

Redaktion Politik und Wirtschaft

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15.9.2022, 14:39 Uhr
4000 Gewerkschafter machten zum Auftakt noch einmal Druck. 

© Anestis Aslanidis, no credit 4000 Gewerkschafter machten zum Auftakt noch einmal Druck. 

Immerhin über eines sind sie sich einig: Konstruktiv sei der Austausch gewesen, teilten die IG Metall und der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) nach den gut eineinhalbstündigen Gesprächen im kleinen Saal der Meistersingerhalle mit. Eine Einigung gibt es nach der ersten Verhandlung freilich noch nicht.

Acht Prozent mehr Lohn

Zuvor hatten 4000 Gewerkschaftsmitglieder noch einmal ihre Forderungen erneuert. Die IG Metall beharrt auf acht Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten. "Angesichts des extremen Anstiegs der Lebenshaltungskosten sorgen sich die Menschen, wie sie ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen. Es gibt echte Existenzängste unter den Beschäftigten", sagt Verhandlungsführer Johann Horn. Im Gegensatz zu den meisten Betrieben könnten die Menschen die Preissteigerungen nicht weitergeben.

"Realitätsfremd" seien die Forderungen, sagt dagegen Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke. "Wir befinden uns mitten in einem noch nie dagewesenen Mix aus schweren Krisen: Der Russland-Ukraine-Krieg, die Inflation und explodierende Energiepreise, die Gefahr von Gasmangellagen, bestehende Lieferengpässe und akuter Rohstoff-, Material- und Arbeitskräftemangel sowie die weiter schwelende Corona-Pandemie belasten die Metall- und Elektro-Industrie schwer."


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Der Tarifvertrag läuft Ende September aus. Am 28. Oktober um 24 Uhr endet die Friedenspflicht. Die zweite Tarifverhandlung findet am 6. Oktober in München statt.

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