23°

Donnerstag, 22.08.2019

|

zum Thema

Glyphosat: Gericht hält Milliarden-Strafe für Bayer für zu hoch

Für den Konzern sei die Einschätzung ein Schritt in die richtige Richtung - 19.07.2019 09:47 Uhr

Den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat halten viele für krebserregend. © Patrick Pleul, dpa


Ein Gericht in Oakland teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, dass die insgesamt rund 2 Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro), die eine Geschworenen-Jury dem Rentnerpaar Alva und Alberta Pilliod zugesprochen hatte, über den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinausgehe.

Der Anteil des Strafschadenersatzes soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden. Das wären dann maximal 250 Millionen Dollar. Für diesen Freitag ist eine Anhörung angesetzt, in der sich die beiden Streitparteien nochmals zu dem vorläufigen Urteil äußern können.

Bilderstrecke zum Thema

Fragen und Antworten: Das müssen Sie über Glyphosat wissen

Wo wird Glyphosat eingesetzt? In welchen Lebensmitteln wurde die Chemikalie entdeckt? Wie wirkt das Mittel auf unsere Gesundheit und die Umwelt? Und wie stehen Landwirte und Verbraucher dazu? Antworten auf einige Fragen zu Glyphosat gibt es hier.


Die Reduzierung des Schadenersatzes wäre ein Schritt in die richtige Richtung, schrieb ein Bayer-Sprecher in einer E-Mail. Bayer werde jedoch die endgültige Entscheidung des Gerichts abwarten und dann eine detailliertere Stellungnahme abgeben.

Erst zu Wochenbeginn hatte ein Richter in einem anderen Glyphosat-Prozess die von Geschworenen geforderte Strafe deutlich reduziert - von rund 80 auf etwa 25 Millionen Dollar. Auch er hielt den Anteil des sogenannten Strafschadenersatzes für zu hoch. Dieser existiert im deutschen Recht so nicht. Im US-Recht wird er als Zusatzsanktion bei besonders schweren Entschädigungsfällen verhängt. Bayer kündigte in diesem Verfahren bereits an, in Berufung zu gehen.

 

 

  

dpa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft