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Großangriff auf Bezahldienst-Riesen! Deutsche Banken planen eigenes PayPal

Deutsche Geldinstitute wollen eigenen Bezahldienst aufbauen - 11.01.2021 13:32 Uhr

Das Icon der Bezahl-App PayPal ist auf dem Display eines Smartphones zu sehen.

21.10.2020 © Moritz Wolf/imago images


Deutschlands Banken und Sparkassen können mit Zustimmung des Bundeskartellamts ihre Pläne für ein gemeinsames Bezahlsystem vorantreiben. "Gegen die erste Umsetzungsstufe des Projekts, die bestehenden Dienste Paydirekt, Giropay und Kwitt künftig zusammenzuführen, haben wir keine kartellrechtlichen Bedenken", teilt der Präsident der Bonner Behörde, Andreas Mundt, laut einem Bericht der ARD-Tagesschau mit.

Damit habe die Deutsche Kreditwirtschaft Rechtssicherheit und könne das Projekt "zügig weiter vorantreiben". "Hinsichtlich des Gesamtprojekts müssen die Banken zunächst ihre Pläne noch konkreter fassen, um weitere Fragen klären zu können", hieß es weiter. Einen Freibrief bekommen die Geldhäuser somit nicht: Eine kartellrechtliche Einordnung des Vorhabens sei unabdingbar, da es sich um eine Kooperation der großen Mehrheit der Banken und Sparkassen in Deutschland handele.

Deutsche PayPal-Konkurrenz: Banken wollen einheitliches Bezahlsystem

Das Projekt mit der Bezeichnung "#DK" ("digitale Kreditwirtschaft") oder "XPay" soll letztlich ein einheitliches Bezahlsystem über alle Bezahlkanäle hinweg bieten. Zusammengefasst werden sollen dabei die Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay, das Handy-zu-Handy-Zahlverfahren "Kwitt" und die Girocard (EC-Karte) zusammengefasst werden.


Paypal testet jährliche Gebühr - das müssen Sie tun, um sie zu umgehen


Wie es heißt, wollen die beteiligten Geldinstitute Verbrauchern damit ermöglichen, sowohl an der Ladenkasse als auch im Internethandel zu bezahlen sowie schnell Geld von Konto zu Konto zu überweisen - unabhängig davon, bei welcher Bank das Konto letztlich geführt wird. Damit könnten Nutzer eines Verfahrens auch das Angebot der eigentlichen Konkurrenz nutzen.

Sparkassen, VR-Banken, Commerzbank und Deutsche Bank schließen sich zusammen

Beteiligt an dem Projekt zur Vereinheitlichung der digitalen Zahlungssysteme sind der Bundesverband deutscher Banken (BdB), der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) sowie Commerzbank, DZ Bank und Deutsche Bank.

Allein PayPal hat nach eigenen Angaben mehr als 25 Millionen Nutzer in Deutschland. Weder das 2005 gegründete Giropay noch das 2015 gestartete Paydirekt konnten sich dagegen behaupten - letzteres hat rund 3,5 Millionen Nutzer.

dpa/mad

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