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Große Investionen: Franken setzt auf Main-Donau-Kanal

Verkehrsminister Joachim Herrmann kündigt Ausbau der Häfen an - 03.07.2017 05:56 Uhr

Der Main-Donau-Kanal ist eine Wasserstraße der Superlative, ein Generationenprojekt. © dpa


Das haben Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas und Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (beide CSU) bei einer Jubiläumsveranstaltung auf der Nürnberger Burg bekräftigt. Gefeiert wurden dort 125 Jahre Deutscher Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein Rhein-Main-Donau (DWSV), dem 160 Firmen, Verbände und Behörden angehören und dessen Vorsitzender Fraas ist, sowie 25 Jahre Main-Donau-Kanal.

Neben seiner Funktion für den Tourismus und die Naherholung sowie zur Regelung des Wasserhaushalts in Bayern, dürfe die Rolle des Kanals für den Gütertransport nicht vernachlässigt werden, betonte der Wirtschaftsreferent: "Die Straßen sind überlastet, und es wird immer schwieriger, Schienenprojekte umzusetzen, dabei ist die Wasserstraße doch schon da." Ein Binnenschiff könne bis zu 180 Lkw-Fahrten ersetzen.

In den nächsten Jahren muss viel getan werden

Es müsse allerdings darauf geachtet werden, so Fraas, dass sich Schiene und Kanal in ihrer Konkurrenz nicht "gegenseitig kannibalisieren". Die Tarifstruktur für beide Transportwege sei entsprechend zu gestalten. "Da ist der Bund gefragt."

An die Bundes- sowie an die bayerische Staatsregierung richtete er den dringenden Appell, Schleusen und Brücken am Kanal zu sanieren. Da müsse in den nächsten Jahren viel getan werden, betonte Fraas, der den bei der Feier anwesenden früheren Bundesbauminister Oscar Schneider als Mitstreiter bei der Verwirklichung des Kanalprojekts würdigte.

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Schwere Güter und Touristen - das wird auf dem Kanal transportiert

Für den Gütertransport wurde der Main-Donau-Kanal vor über 25 Jahren geplant und gebaut. Diesen Zweck erfüllt er heute noch, auch wenn die Zahlen rückläufig sind. Für Schwergüter ist das Schiff aber nach wie vor das beste Transportmittel. Doch die Frachtschiffe haben Konkurrenz bekommen: Die Luxuskähne für Flusskreuzfahrer werden von Jahr zu Jahr mehr und bringen Touristen in die Region.


Innenminister Herrmann kündigte in Nürnberg für die kommenden Jahre die Investition von Millionenbeträge durch den Freistaat, etwa in den Ausbau der Häfen an. "Wir arbeiten dafür, dass mehr Güter auf der Wasserstraße transportiert werden. Da ist noch Platz für wesentlich mehr." Das bringe auch einen enormen Vorteil für die Umwelt. Der Verkehr werde mehr, aber Schnellstraßen könne man nicht beliebig ausbauen, da stoße man irgendwann einmal an "Akzeptanzgrenzen".

Insgesamt wertete der CSU-Politiker den Main-Donau-Kanal als "vollen Erfolg, sowohl auf dem Wasser, als auch entlang des Wassers". Er schwärmte geradezu davon, wie harmonisch das gewaltige Bauwerk trotz schwerer Eingriffe in die Landschaft während der Bauzeit in die Natur eingewachsen sei: "Wie herrlich ist es, wenn sich Wanderer oder Radfahrer dort erholen. Das sieht so aus, als wäre es schon immer so gewesen."

Als "phänomenal" bezeichnete Herrmann die Entwicklung der Flusskreuzfahrten in den vergangenen Jahren. Da habe es einen "gigantischen Aufschwung" gegeben. Den habe sich in den Anfangsjahren niemand vorstellen können.

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Wasserstraße der Superlative: Der Main-Donau-Kanal in Zahlen

Wie lang und wie breit ist der Kanal, wie viele Schiffe und Güter sind dort unterwegs. Wir haben die wichtigsten Daten zu der Wasserstraße zusammengefasst.


Michael Kasperowitsch

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