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Hoffnung für Friseurkette Klier: Insolvenzplan steht - Filialnetz wird ausgedünnt

Der Lockdown hatte das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht - 07.04.2021 15:46 Uhr

Vor dem Insolvenzverfahren hatte die Kette bundesweit rund 1400 Geschäfte, jetzt sollen es deutlich weniger werden. 

07.04.2021 © e-arc-tmp-20210407_135843-4.jpg, NNZ


Das familiengeführte Friseurunternehmen Klier ist vorerst gerettet: Laut einer veröffentlichten Mitteilung stimmte die Mehrheit der Gläubiger dem Insolvenzplan zu. Damit kann das Unternehmen das Eigenverwaltungsverfahren voraussichtlich Ende April beenden – allerdings nur mit deutlichen Einschnitten im Filialnetz.


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Die Salons der Klier Hair Group sind oft in Einkaufszentren zu finden, wie den Erlanger Arcaden und dem Nürnberger Mercado, oder in Kaufhäusern wie Galeria Kaufhof und Karstadt. Zu der Dachgesellschaft gehören unter anderem Super Cut, HairExpress, Essanelle, Styleboxx oder die Beautyhairshops. Vor dem Insolvenzverfahren hatte die bis dato größte Friseurkette in Deutschland rund 1400 Geschäfte. Jetzt sollen es noch rund 850 Salons und Shops mit rund 6400 Mitarbeitern sein. Zuvor war von rund 9200 Mitarbeitern die Rede.

"Stärker auf Kunden fokussieren"

Vor allem "teure Innenstadtlagen", heißt es in der Mitteilung, hätten sich auf Grund des Besucherrückganges nicht mehr rentiert. "Dauerhaft unprofitable Filialen mussten geschlossen werden." Für viele andere Filialen habe man dagegen eine Vereinbarung mit den Vermietern getroffen, um weitere Filialschließungen zu verhindern.

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Grund für das Insolvenzverfahren war laut dem Unternehmen vor allem der Corona-Lockdown. Dieser habe die Kette "hart getroffen". Die Klier Hair Group hatte deswegen zunächst eine Überbrückungsfinanzierung und dann ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Mitarbeiter wurden im September über die Lage informiert.


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"Der Sanierungsprozess hat uns allen viel abverlangt", sagt Michael Melzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Klier Hair Group. Das Unternehmen will demnach in den kommenden Jahren in neue Serviceangebote und Digitalisierung investieren. "Insgesamt werden wir uns deutlich stärker auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussieren und diese in den Mittelpunkt unserer künftigen strategischen Ausrichtung stellen", so Melzer.

Die Friseurmarke Klier, die ihren Hauptsitz in Wolfsburg hat, ist seit über 70 Jahren in Deutschland etabliert und seither in Familienhand.

ankl

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