Weltleitmesse in Nürnberg

Interzoo: Von Hunde-Smoothie bis Nager-Lounge

Nicole Netter, Redakteurin im Ressort Politik und Wirtschaft
Nicole Netter

Politik und Wirtschaft

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24.5.2022, 14:55 Uhr
Rundum gut geschützt - auch für tierische Mitfahrer. 

© Hagen Gerullis, NNZ Rundum gut geschützt - auch für tierische Mitfahrer. 

Das alte Weisheit, nach der es nichts gibt, was es nicht gibt, scheint auf die Weltleitmesse Interzoo vollends zuzutreffen. Vom Fleisch-Erdbeer-Smoothie für Hunde bis zum per App gesteuerten Futterautomaten für Katzen - die aus über 60 Ländern angereisten rund 1300 Aussteller haben in den Nürnberger Messehallen nach vier Jahren Pause wieder einige Überraschungen im Gepäck.

Und die Branche ist guter Stimmung: Tierhalter gaben in Deutschland im vergangen Jahr sechs Milliarden Euro für ihre Tiere aus, ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Durch die Corona-Pandemie, die viele ins Heimbüro zwang und ein Stück weit vom sozialen Leben abschnitt, erfüllten sich Zahlreiche den Traum von tierischer Gesellschaft. Entsprechend wuchs auch der Online-Umsatz mit plus 28,4 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Der Wachstumsschub katapultierte Deutschland damit auf Platz eins im europäischen Umsatzranking, gefolgt von Großbritannien und Frankreich. Weltweit konnte der Heimtierbedarf im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent zulegen, er erreichte damit ein Volumen von 135 Milliarden Euro.

Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf und dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe hat in Deutschland knapp die Hälfte der Haushalte und 69 Prozent der Familien mit Kindern mindestens einen tierischen Gefährten. So lebten hier im vergangenen Jahr 16,7 Millionen Katzen, 10,3 Millionen Hunde, 4,6 Millionen Kleintiere, 3,1 Millionen Ziervögel und viele weitere Millionen Zierfische und Terrarientiere.

Obwohl die Heimtierbranche, anders als zahlreiche andere Wirtschaftszweige, unter dem Strich von der Corona-Pandemie profitierte, sieht ZZF-Präsident Norbert Holthenrich trotzdem nicht alles rosa: „Ob sich der positive Trend fortsetzt, ist ungewiss.“ Die ganze Welt leide derzeit unter einer deutlichen Verknappung und Verteuerung der Rohstoffe, das werde sich auch im Heimtierbereich niederschlagen. Nun aber wolle er erstmal die Messe genießen. Vis-a-vis – und mit gelegentlichem Gebell von vierbeinigen Besuchern.

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