13°

Dienstag, 17.09.2019

|

zum Thema

Laute Flugzeuge müssen in Zürich ab sofort mehr zahlen

Nachtzuschlag ab 22.30 Uhr steigt fast auf das Vierfache - 11.09.2019 16:49 Uhr

Ab sofort werden am Züricher Airport die Gebühren für besonders laute Flugzeuge steigen. © dpa


Das Starten und Landen mit besonders lauten Flugzeugen ist am Flughafen Zürich in den Randzeiten ab sofort teurer. So steigt der Nachtzuschlag ab 22.30 Uhr für den Start eines Langstreckenflugzeugs - etwa Boeing B777-300ER - fast auf das Vierfache. Die neue Gebührenordnung ist seit Mittwoch in Kraft. Von 23.30 Uhr bis 06.00 Uhr gilt in Zürich ein Nachtflugverbot.

Die Behörden wollen Fluggesellschaften dazu bringen, mit leiseren Maschinen oder zu anderen Zeiten zu fliegen. Die Einnahmen sollen ausschließlich in den Lärmschutz fließen, etwa für Schallschutzfenster für Flughafenanwohner.

Zudem testen diese Woche Forscher, ob leisere Anflüge mit einem neuen Assistenzsystem erreicht werden. Die Software macht Piloten Vorgaben, etwa wann das Flugzeug sinken oder wann das Fahrwerk ausgefahren werden soll. Das soll den Lärmpegel um bis zu einem Viertel senken.

Bilderstrecke zum Thema

Zwischen Krach und Ruhestörung: So wird Lärm gemessen

Lautstärke zu messen und darzustellen ist sehr kompliziert, da das menschliche Gehör so seine Eigenheiten hat. Es unterscheidet leisere Geräusche stark voneinander, während es bei hohen Schallpegeln die Unterschiede nicht mehr so genau wahrnimmt. Deswegen wurde die Einheit Bel eingeführt. Sie ist nach dem Erfinder des Telefons benannt, nach Alexander Graham Bell. Ein Dezibel ist der zehnte Teil eines Bels. Eine Zunahme von zehn Dezibel entspricht etwa einer Verdopplung der empfundenen Lautstärke. Doch wann wird es für unser Gehör gefährlich und welche Lärmpegel sind wann erlaubt? Unsere Bildergalerie gibt Auskunft.


Streit seit Jahren mit Gemeinden in Süddeutschland

Gemeinden in Süddeutschland streiten seit Jahren mit den Schweizern über den Fluglärm. Viele Starts und Landungen gehen über deutsches Staatsgebiet. Der Schutzverband für die Bevölkerung um den Flughafen Zürich begrüßte die Gebührenerhöhung, hält aber auch die neuen Gebühren noch für zu niedrig.

Im Landratsamt Waldshut ist man ebenfalls skeptisch: "Prinzipiell begrüßen wir alle Anstrengungen, die unternommen werden, um den Fluglärm zu reduzieren. Unsere Hoffnungen und Erwartungen setzen wir allerdings nicht darauf", sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Das Thema - insbesondere die Belastung der davon betroffenen deutschen Gebiete - müsse politisch gelöst werden. "Hier verweisen wir auf das von den Landkreisen Waldshut, Konstanz und Schwarzwald-Baar vorgeschlagene Mediationsverfahren.

Bilderstrecke zum Thema

Concorde und Co.: Diese Flugzeuge besuchten Nürnberg

Tonnenschwere Fracht, viel Platz für Passagiere oder Überschallgeschwindigkeit: Auf dem Nürnberger Flughafen schauten seit seiner Einweihung 1955 schon viele spektakuläre Flugzeuge vorbei. Wir haben eine Auswahl in unserer Bildergalerie zusammengestellt.


 

dpa

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft