Konjunktur-Umfrage

Materialmangel bremst den Aufschwung in Metall- und Elektroindustrie

21.7.2021, 09:11 Uhr
Die Versorgungskrise bei Bosch im Werk Ansbach betrifft vor allem die Halbleiter.

Die Versorgungskrise bei Bosch im Werk Ansbach betrifft vor allem die Halbleiter. © Daniel Karmann/dpa

Das Ansbacher Werk von Bosch ist vor allem bei den Halbleitern betroffen. "Wir versuchen mit Spezialtransporten negative Auswirkungen zu vermeiden, aber es kommt trotz aller Bemühungen zu Lieferverzögerungen", sagt der kaufmännische Werksleiter Lutz Welling. Als Vorstand der bayme vbm für die Region West-Mittelfranken weiß er auch von den Nöten, welche die ganze Metall- und Elektrobranche betreffen.

Hier stellt er ganz klar fest, dass sich die Betriebe zwar von der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen, "dieser Aufholprozess jedoch von einem massiven Mangel an Material und Vorprodukten gebremst wird", erklärt er bei der Vorstellung der aktuellen Konjunktur-Umfrage.

Spürbare Kostenaufschläge

Rund 60 Prozent der mittelfränkischen Unternehmen gäben an, dass sich der Rohstoffmangel auf die Produktionszahlen auswirke. Dabei komme es fast überall zu Lieferverzögerungen und spürbaren Kostenaufschlägen. "Bei vollen Auftragsbüchern ist das eine Situation, die wir uns nicht leisten können", so Welling.

Zumal zwar das Produktionsniveau von vor Corona erreicht sei, aber man immer noch fünf Prozent unter dem von 2018 liege. Das zeigt sich auch an den Beschäftigtenzahlen: Bayernweit seien diese in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, dieser Trend stoppe aber bis Jahresende. Dann wird es noch 837.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie geben, erläutert Welling. Das sind etwa 35.000 weniger als beim Höchststand im Juni 2019. In Mittelfranken gehen bis Jahresende noch 1500 Stellen verloren, hier arbeiten in den Branchen dann rund 125.000 Menschen.

Neue Jobs durch Transformationsprozess

Dass der Beschäftigungsrückgang noch dieses Jahr zum Stillstand kommt, ist laut Welling eine gute Nachricht. Zugleich steckten die Unternehmen in einem Transformationsprozess, in dem einige Tätigkeiten wegfallen, dafür aber neue Arbeitsplätze entstehen. Deshalb reagierten die Firmen bei Beschäftigungsplänen eher zurückhaltend, erläutert der bayme-vbm-Vorstand, 23 Prozent gäben an, zusätzliche Jobs schaffen zu wollen, zwölf Prozent wollen weitere Stellen streichen.

Als gutes Zeichen sehe der Manager jedoch, dass in Mittelfranken mehr als ein Drittel der Unternehmen ihre Investitionspläne ausweiten wollen, 22 Prozent für Innovationen, die vor allem für die Transformation wichtig seien. Hier geht es Welling zufolge zum Beispiel um Digitalisierungsvorhaben in der Fertigung, Logistik und Verwaltung, um IT-Sicherheit sowie neue Technologien in der Antriebstechnik.

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