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Mit Traktoren: Bauern protestieren vor SPD-Geschäftsstellen

Landwirte wollen "nicht von oben herab als Sündenbock angeprangert werden" - 29.05.2020 05:40 Uhr

Auch die Fürther SPD-Geschäftsstelle gehörte am Donnerstag zu den Zielen der Initiative "Land schafft Verbindung".

© Ron Hübner


Weil große Demonstrationen nicht möglich sind, waren am Donnerstag die SPD-Geschäftsstellen Ziel vieler Landwirte. "Eigentlich hatten wir keine Proteste geplant", erklärt Andreas Forster, Sprecher der Initiative "Land schafft Verbindung" für Mittelfranken, die immer wieder Veranstaltungen organisiert.

Doch Bundesumweltministerin Svenja Schulze habe die Bauern vor einigen Tagen provoziert, weil sie der Landwirtschaft die Alleinschuld am Verlust der Artenvielfalt gibt. Deshalb seien kurzfristig Aktionen gestartet worden. In einigen Städten gab es kleinere Kundgebungen, unter anderem auch in Forchheim.

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Protestbriefe abgegeben

In Mittelfranken war eigentlich eine Demonstration vor der SPD-Bezirksgeschäftsstelle in Fürth vorgesehen, doch wegen der Corona-Auflagen sei dies nicht möglich gewesen. "Wir haben die Bauern jedoch aufgerufen, zu den SPD-Geschäftsstellen zu fahren und dort Protestbriefe abzugeben. In Mittelfranken waren einige hundert Landwirte mit Traktoren unterwegs", erklärt Forster, der selbst mit seinem Traktor zur SPD-Geschäftsstelle in Roth gefahren ist und - wie vieler seiner Kollegen - in einem Brief den Rücktritt von Bundesumweltministerin Schulze fordert.

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"Die Landwirtschaft ist bereit, sich den gesellschaftlichen Ansprüchen anzupassen, aber wir wollen nicht von oben herab als Sündenbock angeprangert werden", erklärt die Organisation "Land schafft Verbindung". Das Bundesumweltministerium teilt mit: "Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern, auch wenn wir die Anliegen weder vom Stil noch vom Inhalt her teilen."

kfr

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