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Nach zweimonatiger Coronapause: Flixbusse fahren wieder

Marktführer startet zunächst mit einem Zehntel der Kapazität - 22.05.2020 19:05 Uhr

Ab kommenden Donnerstag, 28. Mai, sollen die Flixbusse wieder rollen. Zunächst werden knapp 50 Halte angefahren.

© Boris Roessler/dpa


Reisende und Pendler in Deutschland können wieder Fernbus fahren. Nach zwei Monaten Coronapause kündigte Flixbus einen Neustart für Donnerstag , 28. Mai, an. Die grünen Busse steuern zunächst knapp 50 Halte an, wie der deutsche Marktführer ankündigte. Vor der Krise waren es zehn Mal so viele gewesen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus standen die Busse seit dem 18. März still. Konkurrenten wie Blablabus und Pinkbus haben noch nicht angekündigt, ob und wann sie den Betrieb wieder aufnehmen.

"Wir wollen auch in diesen Corona-Zeiten sicheres Reisen ermöglichen", sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein. Dazu habe man ein Hygienekonzept erarbeitet. Busse werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Es gilt der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern an Haltestellen und beim Ein- und Aussteigen. Fahrkarten würden berührungslos kontrolliert, Desinfektionsmittel stehe bereit.

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Die grünen Busse stechen sofort ins Auge: In Deutschland hat Flixbus längst alle Wettbewerber verdrängt und baut seine Stellung in Europa aus. Mittlerweile fahren die Busse sogar schon an der amerikanischen Westküste. Dabei ist das Unternehmen eigentlich aus einer "Schnapsidee" entstanden. Fahrgäste, Ziele und kuriose Geschichten - Wir haben alle Fakten zum grünen Riesen.


Wie bei der Bahn sollen Sitzplätze aber nicht gesperrt werden, wie Schwämmlein sagte. "Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar." Fahrgäste müssen aber während der gesamten Fahrt Mundschutz tragen. Hier sei auch Eigenverantwortung gefragt, sagte Schwämmlein. "Wir appellieren an unsere Fahrgäste, ihre Reise nur dann anzutreten, wenn sie beschwerdefrei sind."

Teurer sollen die Fahrten trotz des höheren Aufwands nicht werden. "Wir gehen davon aus, dass wir das Preisniveau halten können, das wir vor der Krise hatten."

Nürnberg und Bayreuth im Angebot

Angefahren werden neben Großstädten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Frankfurt am Main und München auch kleinere Städte wie Bayreuth, Himmelkron, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen, wie Flixbus mitteilte. Auch in Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark sei man wieder im Einsatz. Toiletten werden nicht geöffnet, damit sich Fahrgäste im Bus nicht begegnen. Die Busse führen aber regelmäßig auf Rastplätze, hieß es vom Unternehmen.

"Wir werden diese Krise überstehen", sagte Schwämmlein. Das Unternehmen sei sehr gut finanziert. Flixbus hat keine eigenen Busse, sondern vermittelt die Buchung an mittelständische Busfirmen. "Es ist eine dramatische Situation in der Branche", sagte Schwämmlein. "Aber unsere Partner sind alle noch da."

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Weltweit beförderte Flixbus 2019 mehr als 62 Millionen Fahrgäste, dieses Jahr sollte die Expansion im Ausland weiter gehen. Nun geht es darum, erst einmal wieder in Fahrt zu kommen. Wann das Zugangebot Flixtrain wieder buchbar ist, steht noch nicht fest.

"Es fühlt sich ein bisschen an wie das Flixbus-Netz von 2013", sagte Schwämmlein. 26 Busse werden nächste Woche in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sein. Flixbus setzt darauf, bald auch wieder grenzüberschreitend fahren zu können. "Wir hoffen, dass sich in den nächsten Wochen eine verantwortungsvolle europäische Lösung etabliert."

Ruf nach staatlicher Hilfe

Flixbus unterstützt Forderungen der Busbranche nach staatlicher Hilfe. "Drei Monate übersteht jeder, aber wir müssen überlegen, wie man in den nächsten 12 bis 18 Monaten hilft", sagte Schwämmlein. "Sonst werden es viele nicht überleben." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte kürzlich für die Busbranche Hilfen von rund 170 Millionen Euro angekündigt.

Zugleich ist milliardenschwere Hilfe für die Deutsche Bahn und die Lufthansa geplant. "Man muss natürlich handeln, Verkehr ist wichtig", sagte Schwämmlein dazu. "Aber es kommt darauf an, dass man Corona nicht als Ausrede für Wettbewerbsverzerrung nutzt." Darauf müsse die EU-Kommission ihre Augen richten.

dpa

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