Saftige Finanzspritze für Nokia Siemens Networks (NSN)

29.9.2011, 13:33 Uhr
Nokia Siemens Networks (NSN) erhält eine kräftige Finanzspritze. (Archiv)

Nokia Siemens Networks (NSN) erhält eine kräftige Finanzspritze. (Archiv) © dpa

Im Sommer hatten die beiden Unternehmen die erfolglose Suche nach einem Käufer für das ungeliebte Tochterunternehmen eingestellt und angekündigt, NSN in Eigenregie wieder auf die Beine bringen zu wollen. NSN bekommt zudem einen neuen Chefaufseher. Jesper Ovesen werde als hauptamtlicher Vorsitzender des Aufsichtsrates insbesondere die strategische Richtung von NSN im Blick haben, hieß es. Ovesen hat Erfahrung mit Unternehmensumbauten und Börsengängen. NSN hatte Siemens und Nokia in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht und kämpft mit einem starken Wettbewerb in der Branche. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, dass Nokia und Siemens einen Ausstieg aus dem Joint-Venture erwägen, auch ein Börsengang wurde dabei immer wieder als mögliches Szenario genannt. Der Vertrag für NSN läuft noch bis Ende September 2013.

Nokia will außerdem Arbeitsplätze in Deutschland, Rumänien und den USA abbauen. Bis Ende kommenden Jahres werde der Konzern 3500 Stellen streichen, teilte Nokia am Donnerstag in Helsinki mit. Der Produktionsstandort im rumänischen Cluj solle zum Ende dieses Jahres geschlossen werden. Daneben plane das Unternehmen, seine Standorte in Bonn und in Malvern (USA) „zum Ende des kommenden Jahres zu schließen“. Wie viele Arbeitsplätze in Bonn von der Schließung betroffen sein werden, konnte ein Nokia-Sprecher zunächst nicht beziffern.

Der nun verkündete Arbeitsplatzabbau kommt zu den Einsparungen hinzu, die das Unternehmen bereits im April bekannt gegeben hatte. Damals hatte Nokia mitgeteilt, 4000 Stellen abzubauen und 3000 auszulagern. Der Konzern deutete bereits weitere Stellenstreichungen für das kommende Jahr an: Nokia werde die langfristige Rolle seiner Werke im finnischen Salo, in Komarom in Ungarn und im mexikanischen Reynosa überprüfen. Nokia müsse „schmerzvolle, aber notwendige Schritte unternehmen“, um Personal und Betrieb anzupassen, erklärte Nokia-Chef Stephen Elop. Die Stellenstreichungen sind Teil des Februar angekündigten Konzernumbaus. Im Rahmen dessen hatte das Unternehmen bereits entschieden, sich von seinem Smartphone-System Symbian zu verabschieden und stattdessen auf Windows Phone von Microsoft für seine Smartphones zu setzen.

Hinzu kommen weltweit die Schließung von Standorten und die Umorganisation von Geschäfts- und Entwicklungseinheiten. Mit seinem Konzernumbau will Nokia auf die starke Konkurrenz vor allem auf dem Smartphone-Markt reagieren. Die Finnen waren erst recht spät auf dem boomenden Markt aktiv geworden und die Nokia-Modelle taten sich bisher schwer, mit dem iPhone von Apple sowie den Geräten auf Basis des Google-Betriebssystems Android mitzuhalten. Der einstige unangefochtene Weltmarktführer für Mobiltelefone sah seinen Marktanteil, der im ersten Halbjahr 2008 noch bei mehr als 40 Prozent lag, auf 23 Prozent im zweiten Quartal 2011 fallen.

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