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Schaeffler-Chef hat Hoffnung für die Zulieferbranche

Zulieferer stehen aber auch vor großen Herausforderungen - 11.09.2019 13:51 Uhr

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, glaubt an Zukunftschancen der Zulieferindustrie © Anestis Aslanidis


"Ich sehe den Wandel als große Chance, wenn man es jetzt richtig macht und das Unternehmen für die nächsten Jahre ausrichtet", sagte Rosenfeld am Dienstagabend am Rande der internationalen Automesse IAA in Frankfurt. Aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden des Auto- und Industriezulieferers aus dem fränkischen Herzogenaurach wird es die Zulieferbranche trotz der derzeitigen Branchenkrise auch im Jahr 2030 noch geben. "Die Zulieferindustrie ist eine sehr vitale Industrie, wenn wir uns auf unsere Kernkompetenzen fokussieren", gab sich Rosenfeld zuversichtlich.

Gleichwohl stünden die Zulieferer in Anbetracht der Elektromobilität vor großen Herausforderungen. Mit Blick auf die Jobs dürfe man sich nichts vormachen. "Der Elektroantrieb braucht weniger Teile. Insofern ändert sich auch die Wertschöpfung", befand Rosenfeld. Auf den damit einhergehenden Wandel müssten sich die Zulieferer einstellen. "Das heißt aber nicht, dass von heute auf morgen tausende Arbeitsplätze nicht mehr da sind. Denn so ein Wandel kommt nicht über Nacht." Dennoch sei klar, dass da etwas auf die Unternehmen zukomme, mit dem sie sich proaktiv beschäftigen müssten.


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Stark vom klassischen Verbrenner abhängig

Schaeffler leidet wie viele andere Zulieferer unter der mauen Autokonjunktur und ist noch vergleichsweise stark vom klassischen Verbrenner abhängig. Der Schwenk hin zur Elektromobilität ist daher groß. Das Unternehmen komme aus einer Welt, in der es jahrelang einer der führenden Zulieferer für den Verbrennungsmotor war, sagte Rosenfeld. "Wir haben uns nicht defensiv auf die Elektromobilität zubewegt, sondern eher aggressiv. Wir sind da gut positioniert."

Der Manager geht davon aus, dass der Elektroantrieb bis zum Jahr 2030 nicht alles dominieren wird. Vielmehr erwartet der Schaeffler-Chef einen weitgehend ausgewogenen Mix aus reinen Verbrennern, reinen Batterieantrieben und Hybriden. "Die Vorstellung, dass morgen keiner mehr Verbrenner fährt, ist genauso irrig wie die Vorstellung, dass alle nur noch elektrisch fahren. Man muss sich auf alle drei Szenarien einstellen", so Rosenfeld. 

dpa

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