Trendwende geschafft

Schwan-Stabilo: Kosmetikproduktion in Heroldsberg läuft auf Hochtouren

Stefanie Banner
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Politik und Wirtschaft

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26.11.2021, 19:00 Uhr
Im Sommer kehrte Aufschwung in das Geschäft mit Lippenstift und Co. zurück: Wer ausgeht, schminkt sich mehr ...

Im Sommer kehrte Aufschwung in das Geschäft mit Lippenstift und Co. zurück: Wer ausgeht, schminkt sich mehr ... © Schwan Cosmetics/NNZ

Vor allem das Sorgenkind Kosmetik, das von der Pandemie stark gebeutelt wurde, weil sich die Kunden weniger geschminkt hätten, habe sich erholt und einen Umsatz von 227,3 Millionen Euro erzielt. Das sind dem Unternehmen zufolge zwar 11,1 Prozent weniger als im Vorjahr, dort lag der Rückgang allerdings noch bei 14 Prozent. Mit Blick auf das vorige Quartal sei die Stimmung für die Sparte positiv, da die Produktion auf Hochtouren laufe und Zuwächse von über 40 Prozent eine nachhaltige Trendwende einläuten würden, so das Management.

Dass der Verkauf von Lippenstiften, Eyelinern und Co. wieder angekurbelt wurde, hing zuletzt wohl auch damit zusammen, dass im Sommer eine gewisse Normalität ins Leben der Kundinnen und Kunden zurückgekehrt ist - ob diese länger anhält, weiß aufgrund der Entwicklung der Pandemie jedoch keiner.

Kosmetik-Marke mit Haltung

Doch auch die Neuausrichtung der Kosmetik-Sparte, die seit Juli von Tomás Espinosa geleitet wird, zahle auf die Entwicklung in den vergangenen Monate ein: „Mit ,Mindful Beauty´ als Markenbekenntnis und dazu passenden Produkten greifen wir die Wertewelt von Endkonsumenten weltweit auf", sagt er. "Unsere Kundinnen und Kunden möchten nicht nur die Inhaltsstoffe kennen. Sie wollen wissen, wo und unter welchen Bedingungen produziert wird. Sie erwarten von einer Marke zunehmend Haltung und wenden sich den Marken zu, deren Werte sie teilen." Das mache Schwan Cosmetics, das von Chanel über L‘Oreal bis hin zu Yves Saint Laurent für nahezu alle Kosmetikmarken herstellt, zu einem sehr gefragten Partner.

Maßgeblich zum guten Unternehmensergebnis habe die Sparte Outdoor beigetragen, heißt es. Zu den 186,3 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr 159,7) hätten alle vier Marken - Deuter, Ortovox, Maier Sports und Gonso - trotz Lockdowns mit hohen Wachstumsraten vor allem im Alpenraum und in den USA beigetragen. „Die Pandemie gab zusätzlich Rückenwind. Ob jung oder alt – alle wollen raus. Im Sommer zum Bergwandern und Biken und im Winter zum Skitourengehen oder Winterwandern. Wir haben die Menschen bei all diesen Aktivitäten mit unseren Produkten begleitet und unterstützt“, sagt Martin Riebel, Geschäftsführer des Outdoor-Segments.

Bestes Geschäftsjahr mit Stabilo-Stiften

Das beste Geschäftsjahr in seiner Unternehmensgeschichte erzielte allerdings die Schreibgeräte-Sparte Stabilo, die die Umsatz-Marke von 200 Millionen Euro knackte. So sei der Umsatz um 7,8 Prozent von 194,1 Millionen auf 209,3 Millionen Euro gestiegen, teilt das Unternehmen mit. In der Gesamtentwicklung der vergangenen Jahre liege Stabilo damit deutlich über dem Branchendurchschnitt; europaweit seien die Schreibgeräte rund um den Leuchtmarkierer "Stabilo Boss", der dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feierte, sogar Spitzenreiter.

So blickt Sebastian Schwanhäuser vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Die Krise dauert noch immer an. Wir kämpfen Tag für Tag mit hohen Preisen für Rohstoffe und Transport, wir haben noch immer stark betroffene Märkte in Weltregionen wie Südostasien und Südamerika - und an unseren deutschen Produktionsstandorten beschäftigt uns nun aktuell die vierte Corona-Welle", sagt er. In Richtung Politik hoffe er auf schnelle und klare Entscheidungen, welche die globalen Nachhaltigkeitsziele auch wirklich erreichen lassen. "Unser Geschäftsjahr ist gut gestartet. Wenn die Kauflaune für unsere Produkte anhält, gehen wir als Prognose von einem erneuten leichten Wachstum aus."

Schwan-Stabilo beschäftigt weltweit 4655 Mitarbeiter (im Vorjahr: 4520), davon 2095 in Deutschland. In Heroldsberg arbeiten 1310 Menschen, in Weißenburg 437.