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Siemens Energy: Betrug bei Aufträgen für Gasturbinen?

General Electric verklagt den fränkischen Konkurrenten in den USA - 15.01.2021 13:32 Uhr

Eine offengelegte Dampfturbine von Siemens Energy: Der Konzern sieht sich in den USA mit Vorwürfen des Mittbewerbers GE konfrontiert.

15.01.2021 © Daniel Karmann/dpa


Die Amerikaner werfen dem Kontrahenten in dem Rechtsstreit vor, mit verbotenen Methoden mehrere lukrative Gasturbinen-Aufträge ergattert zu haben, um die sich beide Unternehmen beworben hatten.

Fall aus dem Jahr 2019

Nach der am Donnerstag bei einem Bundesbezirksgericht in Virginia eingereichten Klageschrift soll ein Siemens-Mitarbeiter vertrauliche Informationen von General Electric erlangt haben, die Siemens angeblich für seine eigenen Angebote nutzte. Dadurch habe der Rivale Aufträge im Volumen von "Milliarden an Dollar" ergattert.


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Ein Sprecher von Siemens Energy sagte am Freitag, noch sei die Klage nicht zugestellt worden. Sobald die Klageschrift vorliege, werde der Konzern sie "mit der gebotenen Sorgfalt" prüfen. Dabei bestätigte der Sprecher einen Fall aus dem Jahr 2019, bei dem wettbewerbsrelevante Daten zwischen Siemens Energy und einem potenziellen Kunden ausgetauscht worden seien.

Siemens Energy: Haben das selber aufgedeckt

Siemens Energy habe den Fall damals durch die eigene Compliance-Abteilung und mithilfe einer externen Kanzlei aufgedeckt und seine Erkenntnisse sowohl gegenüber dem Kunden als auch den Wettbewerbern offengelegt, hieß es weiter.

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Als Reaktion habe Siemens Energy unter anderem Disziplinarmaßnahmen gegenüber betroffenen Mitarbeitern vorgenommen, bis hin zur Trennung vom Unternehmen. Die vertraulichen Informationen seien zudem aus allen internen Systemen gelöscht worden, einschließlich Datenbanken und Preismodellen. Integrität sei "die Grundlage unserer Geschäftsprinzipien" und dürfe "unter keinen Umständen" in Frage gestellt werden, erklärte Siemens Energy.


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Siemens hatte Siemens Energy im vergangenen Jahr abgespalten und an die Börse gebracht.

dpa

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