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Siemens: Michael Sen wird Chef der Energiesparte

Der 50-Jährige wird sich vorerst mit der Chefin Davis warmlaufen - 18.09.2019 20:24 Uhr

Michael Sen, der damalige Vorsitzende des Aufsichtsrates der Siemens Healthineers AG und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, spricht während einem Festakt zur Eröffnung des neuen Healthineers Hauptquartiers. © Daniel Karmann, dpa


Der Siemens-Konzern leitet wichtige Wechsel in der Führungsetage ein. Neben der Entscheidung über die Leitung der Energiesparte, die 2020 an die Börse gehen soll, berief der Aufsichtsrat das Vorstandsmitglied Roland Busch zum stellvertretenden Konzernchef. Damit wird er ab 1. Oktober Vize von Siemens-Lenker Joe Kaeser, dessen Abschied sich bereits abzeichnet.

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Der Aufsichtsrat werde im nächsten Sommer über Kaesers Nachfolge entscheiden, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss mit. "Mit der Bestellung von Roland Busch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden betonen wir die Bedeutung der Industriellen Digitalisierung des Unternehmens für die nächste Generation", sagte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe. Busch soll zum 1. Dezember auch Personalchef des Konzerns werden und zudem für die Umsetzung der neuen Konzernstrategie verantwortlich zeichnen.

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Als Arbeitsdirektor folgt er auf Janina Kugel, deren Vertrag Anfang kommenden Jahres ausläuft. Busch ist 54 Jahre alt und seit 2011 im Siemens-Vorstand. Dort zeichnet er unter anderem für das Tagesgeschäft, die Technologie und die Unternehmensentwicklung verantwortlich. Unterdessen soll sich der 50-jährige Michael Sen vorerst als Co-Chef der Energiesparte an der Seite von deren bisheriger Chefin Lisa Davis warmlaufen. Die Managerin soll Sen bis zur Hauptversammlung 2020 in den Bereich einarbeiten, den der Konzern im September 2020 an die Börse bringen will. Davis wollte ihren Vertrag den Angaben zufolge aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Ihr Nachfolger Sen ist im Siemens-Vorstand bisher für die bereits börsennotierten Töchter Siemens Healthineers und Siemens Gamesa verantwortlich. Mit der Personalie Sen ist die Unsicherheit vorbei, wer die zum 1. April formierte neue Energiesparte Gas & Power an die Börse bringen wird.

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Siemens will bei dem Börsengang nach bisherigen Angaben die Mehrheit an dem neuen Unternehmen abgeben, aber Ankeraktionär bleiben. Der Anteil soll anfänglich bei etwas weniger als 50 Prozent liegen und auf Sicht die Sperrminorität nicht unterschreiten. Damit trennt sich Siemens von einem wesentlichen Bestandteil seines früheren Kerngeschäfts. Über die Abspaltung und spätere Börsennotierung soll früheren Plänen zufolge eine außerordentliche Hauptversammlung voraussichtlich im Juni 2020 entscheiden.

Gas and Power umfasst das Siemens-Geschäft in den Bereichen Öl und Gas, konventionelle Energieerzeugung, Energieübertragung und die jeweils dazugehörigen Servicegeschäfte. Zudem will Siemens seinen Anteil von 59 Prozent an dem Windradhersteller Siemens Gamesa in die neue Gesellschaft einbringen. Der Konzern plant, sowohl Gas and Power als auch Siemens Gamesa nicht mehr voll in seine Konzernzahlen aufzunehmen. Mit der Abspaltung der Bereiche will sich Siemens auf die wachstumsträchtigeren Digitalgeschäfte konzentrieren.

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dpa

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